Wirtschaft
Börsen-Crash auf Raten. Hier die Anzeige am 25. August.
Börsen-Crash auf Raten. Hier die Anzeige am 25. August.(Foto: REUTERS)

"Das war nur die Aktien-Blase": China erklärt das Ende des Crashs

Wenig bereitet Börsianern derzeit so viele Kopfschmerzen wie die Lage in China. Nahezu 40 Prozent sind die Börsen eingebrochen. War's das jetzt? Zentralbankchef Zhou verabreicht eine Beruhigungspille: Alles ist unter Kontrolle und "nahezu" stabil.

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Börsianer schauen der Eröffnung der chinesischen Börsen am Montag mit Sorge entgegen. Seit Mitte Juni sind die Aktienmärkte trotz einer Reihe von staatlichen Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft dramatisch gefallen. Die überraschende Abwertung der Landeswährung Remninbi (Yuan) Mitte August schürt zudem Sorgen, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt könnte deutlich schwächer sein als gedacht.

China versucht Befürchtungen vor anhaltenden Turbulenzen, die auch auf andere Länder übergreifen könnten, zu beschwichtigen. Von offizieller Seite hieß es jetzt am Wochenende, die Börsenturbulenzen sollten so gut wie ausgestanden sein. Die Finanzmärkte der Volksrepublik müssten wieder stabiler sein.

Die Zentralbank bezeichnete flankierend die Intervention des Staates am Aktienmarkt als erfolgreich. Systemische Risiken seien verhindert und der freie Fall der Aktien gestoppt worden, heißt es in einer Stellungnahme von Zentralbankchef Zhou Xiaochuan, die am Vortag auf der Internetseite der Notenbank veröffentlicht wurde.

Notenbank-Chef Zhou Xiaochuan
Notenbank-Chef Zhou Xiaochuan(Foto: REUTERS)

Auch der Wechselkurs der Landeswährung Remninbi zum Dollar sei wieder nahezu stabil, hob Zhou nach einer Sitzung der Finanzminister und Zentralbankchefs der G20-Staaten in Ankara hervor. Beim zweitägigen Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der G20-Staaten drehten sich ebenfalls viele der Diskussionen um die Lage in China.

Fünf Billionen Dollar verbrannt

Seit dem Sieben-Jahreshoch im Juni haben chinesische Aktien nahezu 40 Prozent an Wert verloren. Fünf Billionen Dollar wurden an den Festlandsbörsen vernichtet. Die Notenbank senkte unter anderem deshalb innerhalb des vergangenen Monats fünf Mal die Zinsen. Mit den geballten Maßnahmen will sie das langsamere Wirtschaftswachstum der Volksrepublik positiv stimulieren. Die Abwertung der Landeswährung Remninbi war jedoch ein Schock für den Devisenmarkt weltweit. Insbesondere die Währungen der Schwellenländer gerieten in den Abwärtsstrudel.

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Ängste vor einem Übergreifen der chinesischen Krankheit auf den Rest der Welt wurden in der Stellungnahme der Zentralbank mit Verweis auf das Wechselkursverhältnis zu Fremdwährungen zurückgewiesen. Die Yuan-Abwertung sei nur kurzfristiger Natur gewesen. Das Verhältnis habe sich nach den Interventionen wieder angenähert.

Auch Auswirkungen der Korrektur am Aktienmarkt auf die Realwirtschaft seien nicht erkennbar. In der Erklärung der Zentralbank wird Chinas Finanzminister Lou Jiwei mit der Aussage zitiert, die Konjunktur des Landes entwickele sich wie erwartet. Die chinesische Wirtschaft werde sich in den nächsten vier bis fünf Jahren mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 7 Prozent entwickeln. Lou deutete bei dem Treffen in Ankara offenbar auch an, dass China nicht vom derzeitigen Reformkurs abweichen werde. "Wir werden unsere makroökonomische Politik beständig weiterfahren", sagte er nach Angaben der Zentralbank.

Auf dem Treffen der Finanzminister und Zentralbank der G20 soll Zhou die chinesischen Turbulenzen zur Beschwichtigung mehrfach als "Platzen der Aktien-Blase" bezeichnet haben. Es sei nicht das "Platzen einer Konjunktur-Blase", zitiert die Finanznachrichtenagentur Bloomberg den Generaldirektor der Zentralbank, Zhu Jun. In dem Statement auf der Seite der Chinesischen Zentralbank führte Zhou diesen Gedanken aus.

Quelle: n-tv.de

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