Infineon verkauft an IntelWer oder was ist Wireless?
Mit dem Verkauf von Wireless Solutions an Intel rückt die Mobilfunksparte des Dax-Konzerns Infineon ins Rampenlicht. Analysten und Anleger fragen: Was bedeutet der Verkauf für Infineon? Und was bekommen die Amerikaner für ihr Geld?
Der Halbleiterkonzern
Infineon verkauft seine Mobilfunkchipsparte an den US-Branchenriesen Intel für 1,4 Mrd. Dollar. Hier die wichtigsten Eckpunkte zum Geschäftsbereich im Überblick:
Mitarbeiter und Standorte
Die Sparte Wireless Solutions (WLS) beschäftigt weltweit mehr als 2500 Mitarbeiter.
Der Großteil der inländischen Beschäftigten arbeitet in der Chipentwicklung am Infineon-Hauptsitz
in Neubiberg bei München. Die Produktion erfolgt hauptsächlich bei Auftragsfertigern
in Asien, kleinere Anteile werden noch in den Infineon-Werken in Dresden, Regensburg
und Kulim (Malaysia) hergestellt.
Umsatz
Die Sparte erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/09 knapp 920 Mio. Euro Umsatz. Für das laufende Geschäftsjahr 2009/10, das am 30. September endet,
hat Infineon einen Spartenumsatz von mehr als 1,1 Mrd. Euro veranschlagt,
was knapp einem Drittel des Konzernumsatzes entspricht. Weltweit zählt sich WLS
zu den drei größten Anbietern.
Produkte
Das Geschäftsfeld hat sich vor allem auf Chips für hochwertige Smartphones und günstige
Einsteigerhandys spezialisiert. Derzeit bietet Infineon mehrere Dutzend Chipfamilien
an, darunter auch für Schnurlostelefone, Radarsysteme, Navigationsgeräte und Drahtlosnetzwerke.
Die Halbleiter für Mobilfunkgeräte werden meist mit dem Kunden zusammen entwickelt
und sind unterschiedlich hoch integriert: So vereint etwa ein Chip für Billighandys
alle Funktionen eines Mobiltelefons auf einer Fläche kleiner als ein Fingernagel.
Kunden
Nachdem sich Infineon aus seiner Rolle als Hauptzulieferer für die unter BenQ kollabierte
Siemens-Handysparte gelöst hatte, gewann WLS unter dem damaligen Chef Hermann Eul
zunehmend namhafte Großkunden.
Mittlerweile beliefert das Unternehmen fast alle
großen Handyhersteller wie Nokia, Samsung und LG Electronics. Zudem setzt der US-Computerkonzern Apple Chips von Infineon in seinem
populären "iPhone" sowie dem Tablet-PC "iPad" ein.
Was Infineon bleibt
Der künftige Konzern mit gut 23.000 Mitarbeitern bietet noch Chips für die Automobilwirtschaft
und die Industrie sowie Sicherheitshalbleiter für Bankkarten und Ausweisdokumente
an.
Der Umsatz des Rumpfunternehmens wird je nach Geschäftsentwicklung noch gut
3,3 Mrd. Euro betragen. Die Autozuliefersparte und der Industriebereich sind
mit Jahresumsätzen von jeweils mehr als 1,2 Mrd. Euro in etwa gleich groß,
das Chipkartengeschäft mit gut 400 Mio. Euro deutlich kleiner. In den verbleibenden
drei Geschäftsfeldern betrachtet sich Infineon jeweils als Weltmarktführer.