Montag, 14. Dezember 2009
Toxisches Zwischenlager: WestLB darf umschichten
Als erste Bank in Deutschland bekommt die angeschlagene WestLB eine sogenannte "Bad Bank". In die neue Konstruktion kann die Landesbank nun ihre für faulen Risikopapiere auslagern. Insgesamt geht es um 85 Milliarden.
Stinken kaum und brennen schlecht: Toxische Wertpapiere richten dennoch gewaltigen Schaden an.
(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)
Bereits am Freitag sei das Institut mit dem Namen "Erste Abwicklungsanstalt" gegründet worden, teilte die Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) in Frankfurt mit. Neben der Festlegung des Statuts wurden auch die Verwaltungsratsmitglieder und der vorläufige Vorstand bestellt.
Das Institut soll von der WestLB bis Ende April ein Portfolio im Nennwert von 85 Mrd. Euro übernehmen. In einem ersten Schritt geht es um Papiere im Volumen von rund 6 Mrd. Euro. Darunter befinden sich strukturierte Finanzierungen sowie Anleihen von Staaten, Unternehmen und Finanzinstituten.
Enthalten ist auch die Refinanzierung einer Zweckgesellschaft, in die die WestLB bereits Anfang 2008 risikoreiche Papiere im Volumen von 23 Mrd. Euro ausgelagert hatte. Diese Zweckgesellschaft in Irland gilt als eigentliche Bad Bank der WestLB. Sie schrumpft durch die jetzige Abspaltung um ein Drittel.
Ende November hatten die WestLB-Eigentümer und der Bund ein Rettungspaket für die nordrhein-westfälische Landesbank geschnürt. Der Bund gibt eine Kapitalspritze von bis zu 4 Mrd. Euro für die Kernbank. Die NRW-Sparkassen und das Land NRW tragen Garantien in Höhe von einer Milliarde Euro für die Bad Bank und müssen außerdem auch unerwartete Verluste der Bad Bank übernehmen.
dpa
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