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Walters Woche: "Wir brauchen mehr Geduld"

Welches ist der richtige Weg für Griechenland? Sollte das Land aus dem Euro austreten? n-tv Finanzexperte Norbert Walter hält voreiliges, vorschnelles Handeln für falsch: Die Probleme wären mit einem Ausstieg nicht gelöst, aber unkontrollierbar.

Das schuldengeplagte Griechenland steht mit dem Rücken zur Wand. Der Druck auf die Regierung wächst deutlich, denn Berlin und Paris verlieren die Geduld mit Athen: Der Schuldensünder soll endlich die Spar-Forderungen der "Troika" aus EZB, EU und IWF in die Tat umsetzen. Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker ging sogar noch einen Schritt weiter: "Wenn wir feststellen sollten, dass alles schiefgeht in Griechenland, dann würde es kein neues Programm geben", warnte er. Das hieße, dass Griechenland im März Pleite sein würde. n-tv-Finanzexperte Norbert Walter rief dagegen zu mehr Besonnenheit auf: "Wir brauchen mehr Geduld als bis 12:00 Uhr Mitternacht", sagte er und unterstrich: "Die Europäer lösen immer alles nach Mitternacht. Das wird auch diesmal so sein."

Gleichzeitig sprach sich Walter gegen einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone aus, wie ihn Bayerns Finanzminister Markus Säder (CSU) ins Spiel gebracht hat: Die Frage sei, ob es nicht besser wäre, "einen Neustart zu machen, eine Art Griechenland 2.0, indem sie sich überlegen, einen neuen Weg zu gehen, und der kann letztlich nur ein Austritt aus der Eurozone sein".

Griechenland verschwindet nicht

Walter hält dagegen: "Die Probleme in Griechenland bleiben ja auch nach einem Austritt erhalten." Allerdings, so Walter weiter, seien sie dann "weniger kontrollierbar". Am Ende wäre das Land immernoch auf die "Solidarität Europas" angewiesen.

Walter riet der Politik, vorausschauend zu handeln. "Es wäre gut, wenn diejenigen, die bei uns über Lösungen nachdenken, zwei, drei Runden weiterdächten" - ahnlich wie beim Schach.

Quelle: n-tv.de

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