Donnerstag, 29. April 2010
Viel Kohle für noch mehr Asche: Wolke kostet Tourismus Milliarden
Europas Reisebranche hat wegen der Aschewolke ersten Schätzungen zufolge Verluste von fast einer Mrd. Euro erlitten. Den größten Schaden trägt laut EU-Industriekommissar Antonio Tajani Frankreich davon, die einen Schaden von 260 Mio. Euro angeben. Spanien und Italien melden Schäden von je 200 Mio. Euro, Deutschland 100 Mio. Euro und Griechenland 60 Mio. Euro.
Vor allem Reiseveranstalter und Reisebüros hätten wegen des fünftägigen Verkehrschaos nach dem Vulkanausbruch in Island "beträchtlichen Schaden" genommen. Die Unterbringung und Heimreise gestrandeter Passagiere habe bis heute mehr als 388 Mio. Euro gekostet. Die Auswirkungen auf die Hotelbranche seien noch unklar, ebenso wie die langfristigen Folgen auf den Tourismussektor.
Nach dem Vulkanausbruch war der Flugverkehr in Europa zwischen 15. und 20. April großteils völlig zum Erliegen gekommen, eine bis dato ungekannte Situation. Auch für den Verkehrssektor - vor allem die Fluggesellschaften - geht die Kommission von einem Milliarden-Schaden aus. Tajani betonte, etwaige staatliche Finanzhilfen dürften sich nicht alleine auf die Airlines konzentrieren, sondern müssten den Tourismussektor insgesamt berücksichtigen.
Unter den deutschen Fluggesellschaften beziffert die Lufthansa ihren Schaden durch die Flugausfälle auf knapp 200 Mio. Euro. "Das ist ein großer Betrag, der uns hier ins Haus hagelt", sagte Firmenchef Wolfgang Mayrhuber auf der Hauptversammlung.
rts
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