Wirtschaft

Schlecker dicht auf den Fersendm marschiert nach oben

20.10.2011, 19:45 Uhr

Mit der Drogeriemarktkette dm geht es weiter bergauf. Beim Umsatz liegt das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr über der Marke von sechs Milliarden Euro. dm liegt nur noch knapp hinter Spitzenreiter Schlecker. Neben Deutschland ist dm in zehn Ländern vertreten, vor allem in Südosteuropa.

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Erich Harsch verkündet stolz die dm-Zahlen. (Foto: picture alliance / dpa)

Erfolgreich mit Shampoo und Kosmetik: Die Drogeriemarktkette dm hat die Umsatzmarke von sechs Milliarden Euro geknackt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr (zum 30. September) konnte das Unternehmen mit 9,3 Prozent Plus erneut deutlich zulegen, sagte dm-Chef Erich Harsch. Die Umsatzrendite lag bei mehr als einem Prozent. Über seine Gewinne hüllt sich das Unternehmen traditionell in Schweigen. Für das kommende Geschäftsjahr peilt Harsch ein Umsatzplus von sieben Prozent an.

Mit dem erneuten Wachstum rückt dm näher an den Konkurrenten Schlecker heran, der in den vergangenen Monaten weiter an Boden verloren hat. 2010 war dm mit einem Anteil von 30,1 Prozent Marktanteil bei den Drogeriemärkten knapp auf Platz zwei hinter Schlecker mit 31 Prozent gelandet. Inzwischen dürfte dem Unternehmen nach Einschätzung von Marktforschern der Sprung an die Spitze gelungen sein. "Ich bin seit 30 Jahren bei dm. Ich wäre kein Mensch, wenn ich mich darüber nicht freuen würde", sagte Harsch.

Die Kette verdient ihr Geld weiterhin vor allem in Deutschland. Hier konnte sie ihren Umsatz um 10,1 Prozent auf knapp 4,5 Milliarden Euro steigern. Mehr als 70 Filialen wurden neu eröffnet. "Allein heute sind es fünf - von Flensburg bis München", sagte Harsch. Im neuen Jahr sollen etwa 90 weitere hinzukommen, die Zahl soll damit auf mehr als 1300 anwachsen. Von dem Wachstum profitiert auch die Belegschaft: Ihre Zahl stieg allein in Deutschland von 22.840 auf 25.450. Konzernweit wurden in den vergangenen zwölf Monaten knapp 3000 neue Mitarbeiter eingestellt - die Gesamtzahl beträgt jetzt mehr als 39.000.

Verhaltener Online-Handel

Neben Deutschland ist dm in zehn Ländern vertreten, vor allem in Südosteuropa. Dort stiegen die Umsätze um 7,2 Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Euro. "Wir setzen auf organisches Wachstum - ohne den Blick auf schnelle Rendite", sagte Harsch. Länder wie Rumänien oder Bulgarien befänden sich erst im Aufbau. Dort könne nicht sofort mit Gewinnen gerechnet werden. Langfristig wolle dm in weitere Länder expandieren. "Genaue Pläne dafür gibt es aber noch nicht."

Der Ende August gestartete Online-Handel in Kooperation mit Amazon läuft nach Angaben von Harsch "erwartet verhalten" an. "Die Wege der Kunden sind eingetreten." Trotzdem sei es wichtig, auch diese Sparte zu bedienen, da täglich entsprechende Kundenwünsche eingingen. Der Geschäftsführer für die dm-Marken, Ulrich Maith, stellte allerdings klar, dass Amazon die Verkaufspreise festlege - dm liefere nur die Produkte.

Quelle: Ingo Senft-Werner, dpa