Donnerstag, 05. Oktober 2017: Der Tag bei n-tv

Heute mit Diana Dittmer

18:06 Uhr
(Foto: picture alliance / Boris Roessle)

Dax genießt die Aussicht - 13.000 Punkte in Reichweite

Die gute Nachricht ist, einen Dämpfer gibt es nach der längsten Aktienrally am deutschen Aktienmarkt nicht. Stattdessen geht es auf hohem Niveau seitwärts.

Dax, MDax und TecDax bröckeln nur ganz leicht ab, nachdem sie zur Wochenmitte einvernehmlich auf neue Rekordmarken oder zumindest neue Dekadenhochs gestiegen waren.

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Der Dax schließt nahezu unverändert bei 12.968 Punkten, MDax und TecDax mit minus 0,2 bzw. 0,3 Prozent etwas leichter.

"Von größeren Gewinnmitnahmen kann aber keine Rede sein", sagt ein Händler. Der Dax habe Kraft gesammelt für einen Vorstoß an die 13.000er Marke, deren Test nun bald anstehen dürfte.

Bei den Einzeltiteln legen Commerzbank 2,2 Prozent zu. Damit gehören sie zu den größten Gewinnern. Die französische Regierung sieht einen möglichen Einstieg der BNP Paribas bei der Commerzbank mit Wohlwollen. Regierungssprecher Christophe Castaner sagte über die größte französische Bank, es wäre "gut, wenn sie sich Deutschland zuwendet und einer so bedeutenden Bank wie der Commerzbank". In Paris steigen die Aktien der BNP Paribas um 1,8 Prozent.

Die hohen Börsenkurse werden auch für Platzierungen genutzt. Siemens hat die Beteiligung an Osram nun nahezu abgegeben. Die Osram-Aktie fällt bis Handelsschluss 4,7 Prozent.

Und was machen die Börsen in New York. Hier geht die Rally weiter. Dow und S&P 500 liegen mit 0,3 bzw. 0,4 Prozent vorn.

Das war's wieder mal mit dem Börsen-Tag. Stürmisch war er zugegebenermaßen nicht. Die späten Kollegen halten Sie in Sachen "Xavier" auf dem Laufenden. Wer über den jüngsten Sturm im Weißen Haus in Washington Bescheid wissen möchte, kann sich hier informieren. Ein alter Tweet von Donald Trump verheißt nichts Gutes: Der Rücktritt von Außenminister Rex Tillerson dürfte demnach nur noch eine Frage der Zeit sein.

16:23 Uhr

Wer ist Deutschlands bestbezahlter Aufsichtsrat?

Ganz einfach: Der neue ist der alte Bestbezahlteste! Wussten Sie es noch?

Paul Achtleitner glänzt mit Anwesenheit.
Paul Achtleitner glänzt mit Anwesenheit.(Foto: picture alliance / Arne Dedert/d)

Wie aus einer Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hervorgeht, bleibt Deutsche-Bank-Chefkontrolleur Paul Achleitner auch 2016 der mit Abstand am besten bezahlte Aufsichtsrat bei einem großen Börsenunternehmen in Deutschland.

Der Österreicher verwies mit 800.000 Euro BMW-Chefaufseher Norbert Reithofer und Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme auf die Plätze.

Erfreulicherweise hat er für sein Geld aber auch härter gearbeitet als manch anderer Kontrolleur. Achleitner sitzt außer bei der Deutschen Bank auch in den Aufsichtsräten von Daimler und Bayer.

Insgesamt nahm er alleine bei dem zuletzt immer wieder von Krisen gebeutelten Chemiekonzerns an 82 Sitzungen des gesamten Aufsichtsrats oder seiner Ausschüsse teil. Und fehlte so gut wie nie!

16:00 Uhr

Wall Street setzt Rekordserie fort - Fed im Blick

Ermutigende Konjunkturdaten (Kennen Sie eigentlich unseren Konjunktur-Ticker auf Telebörse.de?) treiben die Wall Street in neue Höhen. Der S&P 500 steigt im frühen Handel um knapp 0,2 Prozent und markiert mit 2542 Punkten den fünften Tag in Folge eine Bestmarke.

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Dabei herrscht in Erwartung von Auftritten einiger führender US-Notenbanker durchaus Zurückhaltung bei den Investoren, wie Craig Erlam, Marktanalyst des Brokerhauses Oanda, sagt: "Nachdem die Fed bei ihrer letzten Sitzung angedeutet hat, dass sie die Zinsen vor Jahresende anheben will, ist es interessant zu erfahren, ob die seither veröffentlichten Konjunkturdaten an dieser Einschätzung etwas geändert haben."

Bei den Einzelwerten gehört Constellation Brands mit einem Kursplus von 5,9 Prozent zu den Favoriten. Dank eines überraschend großen Gewinnsprungs markierten die Aktien des Anbieters von "Corona"-Bier sowie Wein und Spirituosen mit 213 Dollar ebenfalls ein Rekordhoch.

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Dax-Anleger schalten derweil einen Gang zurück. Der deutsche Leitindex gibt zuletzt um 0,1 Prozent auf 12.962 Punkte nach. Für Unsicherheit sorgen die Bestrebungen der spanischen Region Katalonien zur Unabhängigkeit. (Was hierzu Anleger wissen sollten, lesen Sie unter dem Eintrag um 10:08 Uhr.)

Mehr zum Geschehen in Frankfurt hier im Video:

Video

 

15:43 Uhr
(Foto: picture alliance / Oliver Berg/d)

EZB-Protokoll und US-Daten: Euro unter Druck

Die starken wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten treiben den Dollar auf Tageshoch und drücken den Euro.

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Im Vergleich zur Vorwoche fiel die Zahl der Arbeitslosengeld-Anträge um 12.000 auf 260.000. Volkswirte hatten lediglich einen Rückgang auf 270.000 vorhergesagt. Der Euro fällt daraufhin auf Tagestief bei 1,1721 Dollar - aktuell geht er mit 1,1729 Dollar um.

"Eingeleitet hat die Bewegung schon das Protokoll der letzten Sitzung der Europäischen Zentralbank", sagt Eugen Keller vom Bankhaus Metzler. Dieses habe keine Hinweise auf eine deutlich schwächere Geldpolitik gegeben.

Nun stehen noch Reden mehrerer Fed-Vertreter sowie die Industrie-Aufträge aus den USA auf der Agenda. Die Wahrscheinlichkeit für eine US-Zinserhöhung liegt bei 70 Prozent.

15:01 Uhr

"Ihr seid an der Reihe": Autobauer umwerben saudische Frauen

Die historische Entscheidung Saudi-Arabiens, Frauen das Autofahren zu erlauben, eröffnet den Fahrzeugbauern einen großen Markt für künftiges Wachstum.

Der Wettbewerb um Marktanteile läuft auf vollen Touren: Seit dem Dekret König Salmans begrüßen und umwerben westliche und asiatische Hersteller ihre potenziellen neuen Kundinnen auf Twitter - und lassen es dabei an Fantasie nicht mangeln. Immerhin gibt es acht Millionen erwachsene saudische Frauen, die sich theoretisch als Käuferinnen ködern lassen könnten.

Da lohnt es sich erfinderisch zu werden: Ein Tweet von Volkswagen Middle East zeigt zwei mit Henna bemalte Hände in einer Haltung, als ob sie ein Lenkrad umklammern würden, mit den Worten "Ich bin an der Reihe".

Der BMW Mini-Cooper veröffentlicht ein Video, auf dem ein Auto von einem Parkplatz ausparkt, der "reserviert für Frauen" ist.

Die Ford Motor Co twittert ein Foto von den Augen einer Frau, die in den Rückspiegel blickt, wobei der Hintergrund schwarz ist. Das Bild ähnelt einer Frau in einem Nikab, den Gesichtsschleier, den viele saudische Frauen tragen.

Bislang dominieren Hersteller aus Asien den Markt. Ob die die Europäer und Amerikaner mit ihrer Kampagne landen können? Abwarten.

14:34 Uhr

Noch drei Wochen: Linde drängt zum Aktientausch

Knapp drei Wochen vor Ende der entscheidenden Frist für die Fusion mit dem US-Rivalen Praxair hat Linde bereits mehr als ein Viertel seiner Aktionäre hinter sich.

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Bis zur Wochenmitte seien 27,7 Prozent der Linde-Anteilsscheine zum Tausch in Papiere der fusionierten Linde plc eingereicht worden, teilte der Münchner Konzern mit.

Linde braucht aber bis 24. Oktober die Aktien von 75 Prozent seiner Anteilseigner. Vorstandschef Aldo Belloni appellierte deshalb erneut an sie, "von ihrem Tauschrecht Gebrauch zu machen und so die Zukunft ihres Unternehmens aktiv mitzugestalten".

Aus Linde und Praxair soll ein Konzern mit einem Börsenwert von fast 70 Milliarden Euro, 88.000 Mitarbeitern und rund 25 Milliarden Euro Umsatz entstehen. Firmensitz der Linde plc ist Dublin, gesteuert werden soll sie aus London.

13:55 Uhr

Nowotny: Kurswechsel der EZB Anfang 2018

EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny erwartet ab kommendem Jahr eine langsame Abkehr der Europäische Zentralbank (EZB) von ihrer ultraexpansiven Geldpolitik. "Ich gehe davon aus, dass wir mit Beginn des kommenden Jahres in eine vorsichtige Geschwindigkeitsverringerung übergehen", sagt Nowotny dem Magazin "Trend".

Ewald Nowotny: Keine harten Brüche, sondern weiche Übergänge sind für den 73-Jährigen österreichischen Notenbankchef in der Niedrigzinsphase gefragt.
Ewald Nowotny: Keine harten Brüche, sondern weiche Übergänge sind für den 73-Jährigen österreichischen Notenbankchef in der Niedrigzinsphase gefragt.(Foto: REUTERS)

Er stimme mit Bundesbankchef Jens Weidmann überein, dass es nicht darum gehe, ­abrupt zu bremsen. "Das wäre gefährlich, sondern zu überlegen, wie wir den Fuß vom Gaspedal nehmen".

Die Zentralbanken des Eurosystems erwerben auf Beschluss des EZB-Rats laufend Wertpapiere. Warum? Weil sie mit dieser Geldflut die Banken zu einer stärkeren Kreditvergabe an die Wirtschaft anregen will. Das soll die Konjunktur beflügeln und die Inflation antreiben. Seit April liegt das monatlich angestrebte Volumen bei 60 Milliarden Euro.

13:00 Uhr

Raus aus Katalonien - Verschreckte Wirtschaft wandert ab

Die spanische Bank Sabadell denkt laut Insidern wegen der Katalonien-Krise über einen Abzug ihrer Konzernzentrale aus der Region nach.

Der Auszug aus Katalonien?
Der Auszug aus Katalonien?(Foto: REUTERS)

Das Direktorium des katalanischen Kreditinstituts will angeblich noch heute darüber beraten.

Das erste Unternehmen, das reagiert hat und Katalonien verlassen will, ist Oryzon Genomics. Die Entscheidung, den Firmensitz von Barcelona nach Madrid zu verlegen, wurde mit einem Kursfeuerwerk an der Madrider Börse honoriert.

Dutzende, Hunderte weitere Betriebe könnten folgen, wenn das Parlament in Barcelona die Abspaltung von Spanien verkündet.

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Nicht nur Spanien schaut gebannt auf die Entwicklung in der nach Unabhängigkeit strebenden Region. Laut der amerikanisch-spanischen Handelskammer gibt es mehrere US-Firmen in Barcelona, die über Nacht ihren Firmensitz in Katalonien aufgeben und verlagern könnten.

Auch in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft wird genau verfolgt, was nach dem Votum für eine Abtrennung von Spanien beim Unabhängigkeitsvotum passiert. Kein Wunder, sind die wirtschaftlichen Verbindungen nach Katalonien doch eng.

Etwa 1300 deutsche Firmen sind in Spanien aktiv, davon sind etwa 40 Prozent in Katalonien ansässig.

12:37 Uhr

Saudi-Arabien: Keine Panik wegen US-Schieferöl

Saudi-Arabien fürchtet keine neue Turbulenzen am Ölmarkt durch Schieferöl aus den USA.

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Der Markt habe sich nach der Vereinbarung auf eine Förderbremse gefestigt und könne die zusätzlichen Mengen verkraften, sagt Energieminister Chalid al-Falih in Moskau bei einem Energieforum.

Der saudiarabische König Salman ist erstmals zu einem Staatsbesuch in Russland. Die beiden größten Erdölexporteure der Welt hatten maßgeblich an der Vereinbarung zur Begrenzung der Produktion Anfang 2016 mitgewirkt.

Opec-Chef und saudischer Energieminister Chalid al-Falih.
Opec-Chef und saudischer Energieminister Chalid al-Falih.(Foto: REUTERS)

Die Deckelung soll vorerst bis März 2018 bestehen. Angeblich sind die Opec-Mitglieder unter der Führung von Saudi-Arabien und andere Öl-Staaten wie Russland aber bereits durchaus zu einer Verlängerung bereit.

Wegen des Überangebots auf dem Weltmarkt war der Ölpreis auf unter 30 Dollar abgestürzt. Zuletzt kostet das Fass (159 Liter) der Sorte Brent rund 56 Dollar.

11:55 Uhr

Russischer Industriemagnat will an die Londoner Börse

Der erste große Börsengang eines russischen Unternehmens in London seit Beginn der Sanktionen im Ukraine-Konflikt vor rund drei Jahren rückt näher.

Oleg Deripaska
Oleg Deripaska(Foto: REUTERS)

Der Industriemagnat Oleg Deripaska will sein in der Gruppe En+ gebündeltes Aluminium- und Wasserkraft-Geschäft in der britischen Hauptstadt und in Moskau an die Börse bringen. Dabei werden Einnahmen von 1,5 Milliarden Dollar angepeilt, wie das Unternehmen mitteilt.

Mit dem Geld sollen Schulden abgebaut werden. Die für November erwartete Erstnotiz in London dürfte zum einen ein Test für das Interesse der Investoren an russischen Unternehmen sein. Zum anderen könnte es den Finanzplatz London stärken, an dem es seit dem Brexit-Votum für einen britischen EU-Austritt im vorigen Jahr weniger Börsengänge gibt.

Früheren Insider-Informationen zufolge könnte EN+ bei dem Börsengang mit bis zu zehn Milliarden Dollar bewertet werden. En+ besitzt unter anderem einen 48-Prozent-Anteil an Rusal, einem in Hongkong gelisteten russischen Aluminiumhersteller.

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11:39 Uhr

Einstiegskurse? Madrider Börse auf Erholungskurs

Der spanische Leitindex Ibex-35 erholt sich etwas von seiner Talfahrt im Zuge der Katalonienkrise.

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Während sich in Europa kein rechter Börsentrend durchsetzen will, legt der Ibex gegen den Trend um 0,7 Prozent zu und stellt damit die festeste Länderbörse unter den wichtigen Handelsplätzen in Europa.

Am Vortag war der spanische Leitindex noch um drei Prozent eingebrochen und hatte seinen schwärzesten Börsentag in 15 Monaten verbucht.

Die Erklärung der Experten hierfür ist relativ lapidar: Niedrige Kurse sind eben Einstiegskurse.

Madrider Börse: Die Uhr tickt.
Madrider Börse: Die Uhr tickt.(Foto: picture alliance / Paco Campos/E)

Jasper Lawer, leitender Analyst bei London Capital Group, zum Beispiel spricht nach dem Einbruch des Vortages bei spanischen Aktien von Käuferpotenzial. In der politischen Gemengelage attestiert er dabei aber auch etwas Licht am Ende des Tunnels.

Der katalanische Ministerpräsident Carles Puigdemont habe sich für Gespräche mit Madrid unter Miteinbeziehung von Vermittlern ausgesprochen. "Das wahrscheinlichste Szenario besteht darin, dass beide Seiten klein beigeben. Sollte Katalonien jedoch seine Unabhängigkeit ausrufen, sind alle Wetten ungültig."

Zusammenfassend lässt sich sagen: Alles ist offen und richtig spannend wird es am Montag, wenn das katalanische Regionalparlament zusammentritt, um die Ergebnisse des Referendums zu überprüfen.

10:45 Uhr

Deutsche Industrie stellt sich auf "sehr harten" Brexit ein

Allen reden mittlerweile vom Catalexit, aber was ist eigentlich mit dem Brexit? Anlass zur Entwarnung gibt es hier mitnichten. Die deutsche Wirtschaft rechnet nach dem Ausbleiben größerer Fortschritte bei den Verhandlungen über den den Ausstieg Großbritanniens aus der EU mittlerweile mit dem Schlimmsten.

Keine Fortschritte bei den Verhandlungen.
Keine Fortschritte bei den Verhandlungen.(Foto: REUTERS)

"Deutsche Unternehmen mit einem Standbein in Großbritannien und Nordirland müssen nun Vorsorge für den Ernstfall eines sehr harten Ausscheidens treffen", sagt der Hauptgeschäftsführer des Industrieverbandes BDI, Joachim Lang, in Berlin.

Grundsätzlich bereite sich die deutsche Wirtschaft in Arbeitsgruppen auf alle Szenarien vor. Die Fragezeichen über den Ablauf des Brexit belasteten die deutschen Unternehmen mit Großbritannien-Geschäften schwer. "Über vielen Aktivitäten schwebt nicht nur das Damoklesschwert der Unsicherheit, sie sind vielmehr der Gefahr massiver Entwertungen ausgesetzt", warnt Lang.

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10:08 Uhr

Katalonien-Sorgen: Das sollten Anleger jetzt wissen

Die Katalonien-Krise steht auch heute im Fokus der Anleger, sie dürfte jedoch vor allem die spanische Börse belasten.

Die mögliche Unabhängigkeit Kataloniens verschreckt die Wirtschaft. Erste Firmen wandern ab oder planen den Umzug.
Die mögliche Unabhängigkeit Kataloniens verschreckt die Wirtschaft. Erste Firmen wandern ab oder planen den Umzug.(Foto: imago/Ralph Peters)

Anleger sollten folgende Dinge auf dem Schirm haben:

  • Katalonien erklärt Unabhängigkeit möglicherweise am 9. Oktober. Die Unabhängigkeit Kataloniens wird möglicherweise am Montag ausgerufen. Sicher ist das zwar nicht. Doch für den 9. Oktober ist eine Sitzung des Regionalparlaments einberufen worden, wie aus der Regionalregierung in Barcelona verlautete. "Je nachdem, wie die Sitzung verläuft, könnte die Unabhängigkeit erklärt werden", sagen Quellen, die anonym bleiben wollen. Bei der Sitzung soll das Ergebnis des Referendums besprochen werden.
  • Spanische Regierung lehnt Vermittlung im Katalonien-Konflikt ab. Die spanische Regierung lehnt eine Vermittlung im Streit um die Unabhängigkeit Kataloniens ab. "Die Regierung wird über nichts Illegales verhandeln und wird keine Erpressung hinnehmen", erklärte das Büro von Ministerpräsident Mariano Rajoy. Gespräche werde es erst geben, wenn der katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont die Unabhängigkeitsbestrebungen aufgebe.
  • S&P nimmt Katalonien auf Creditwatch Negative. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die spanische Region Katalonien auf Creditwatch Negative gesetzt. Innerhalb der kommenden drei Monate soll entschieden werden, ob die Bonitätsbewertung - aktuell bei B+ - um eine oder mehrere Stufen herabgesetzt wird. Die politische Konfrontation der katalanischen Regierung mit Spaniens Zentralregierung sei nach dem Referendum über die Unabhängigkeit der Region eskaliert.
09:45 Uhr
Morgendliches Fischen nach Nachrichten ...
Morgendliches Fischen nach Nachrichten ...(Foto: picture alliance / He Jinghua/SI)

Osram, Siemens, VW und Skoda: Dax zur Morgenstund

Was gibt es Neues von den Dax-Unternehmen? Bei der Morgenlektüre fällt nicht nur der Name Siemens gleich zweimal auf, es wird offenbar auch schwer an der Volkswagen-Marke Skoda herumgedoktert, wie wir gestern bereits erfahren haben ...

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Eine Siemens-Nachricht, die für Kursbewegung sorgt, betrifft die bereits erwähnte Trennung von Osram. Vier Jahre nach der Abspaltung des traditionsreichen Leuchtenherstellers will man nun endgültig getrennte Wege gehen. Dafür verkaufte Siemens innerhalb von nur vier Stunden 18,16 Millionen Osram-Aktien an große Investoren - und erlöste damit fast 1,2 Milliarden Euro. Mit 65,05 Euro lag der Verkaufspreis laut Insidern drei Prozent unter dem Schlusskurs des Xetra-Handels.

Frankreich nährt derweil Spekulationen über eine mögliche Expansion der Verbindung Siemens/Alstom:

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Aus der Bahntechnik-Fusion der beiden Konzerne dürfte nach Ansicht des französischen Finanzministers über kurz oder lang ein Dreier- oder gar Vierer-Bündnis werden. "Ich bin überzeugt, dass dieser Zusammenschluss zu gegebener Zeit auch Bombardier und den spanischen Hersteller integrieren wird", sagte Le Maire. Welchen der beiden spanischen Zughersteller - CAF oder Talgo - er im Auge hat, ist offen.

Ebenfalls aufhorchen lässt die Nachricht über ein weiteres Gezerre an der Volkswagen-Marke Skoda.

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Der tschechische Regierungschef Sobotka will mit dem Management von Skoda über mögliche Produktionsverlagerungen nach Deutschland reden. Die Regierung sei eindeutig interessiert, dass kein Standort von Tschechien ins Ausland verlegt werde, teilte das Büro von Sobotka mit.

Bereits am Vortag hatten Insider von einem Aufflammen des Streits zwischen VW und Skoda berichtet. Skoda soll der Volkswagen-Kernmarke zu erfolgreich sein. Vertreter des Betriebsrats sollen deshalb fordern, dass Skoda Teile der Produktion an schwach ausgelastete deutsche Werke abgibt, wie eine Person aus dem Umfeld des Aufsichtsrats sagte. Was ist da im Busch?

09:15 Uhr

Dax-Start: 13.000 Punkte bleiben in Reichweite

Guten Morgen, mein Name ist Diana Dittmer und ich werde sie durch diesen zumindest wettertechnisch stürmischen Tag begleiten. Mal sehen, aus welcher Richtung der Börsenwind bläst. Werfen wir gleich einmal einen Blick auf das Frankfurter Parkett.

Wenig überrraschend belasten Gewinnmitnahmen den deutschen Leitindex im frühen Geschäft.

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Der Dax fällt 0,2 Prozent auf 12.943 Punkte.

Nach einer siebentägigen Gewinnserie halten Händler eine Konsolidierung für durchaus angebracht. Gleichwohl rechnen manche mit einem schnellen Angriff auf die 13.000-Punkte-Marke.

Auch heute dürfte die Krise um Katalonien auf die Stimmung drücken. Das lässt zumindest die Devisenanleger weitgehend kalt. Der Euro notiert mit 1,1760 Dollar gut behauptet.

Im MDax steht Osram im Fokus. Vier Jahre nach der Abspaltung trennte sich Siemens von seiner restlichen Beteiligung an dem traditionsreichen Leuchtenhersteller. Osram-Aktien fallen daraufhin um 4,6 Prozent.

08:22 Uhr

Nikkei kommt nicht vom Fleck

Die Anleger in Tokio haben Aktien nur mit spitzen Fingern angefasst. Mit Blick auf die weiter schwelende Krise um Nordkorea hielten sich viele Investoren zurück. Da zudem am Freitag die für die US-Zinspolitik entscheidenden Daten vom US-Arbeitsmarkt anstehen, wollten sie sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Die Umsätze waren mau, da die Börsen auf dem chinesischen Festland, in Hongkong und Südkorea feiertagsbedingt geschlossen blieben.

Der Nikkei-Index schloss mit 20.628 Zählern fast unverändert. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,1 Prozent auf 1682 Punkte. Gegen den Trend legten Aeon-Aktien zwei Prozent zu. Japans nach Umsatz größter Einzelhändler hatte für das erste Halbjahr den höchsten Gewinn seit elf Jahren ausgewiesen.

07:57 Uhr

WTI-Öl unter 50 Dollar

Die Ölpreise treten im frühen Handel auf der Stelle. Ein Barrel (159 Liter) der amerikanischen Sorte WTI zur Lieferung im November kostete zuletzt 49,94 Dollar. Das waren vier Cent weniger als am Vortag. Der Preis der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember stieg hingegen um drei Cent auf 55,83 Dollar. Damit haben sich die Ölpreise nach den Verlusten vom Vortag vorerst stabilisiert.

Am Mittwochnachmittag waren sie trotz eines unerwartet starken Rückgangs der US-Ölreserven gesunken. Experten erklärten die zuletzt fallenden Preise mit der Entwicklung der Fördermenge in den USA. Diese war in der vergangenen Woche nach Angaben der Regierung um 0,15 Prozent auf 9,56 Millionen Barrel pro Tag gestiegen.

07:19 Uhr

Dax hängt vor 13.000-Marke fest

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Die europäischen Aktienmärkte werden mit einer kaum veränderten Handelseröffnung erwartet. Im Fokus dürfte weiter die Entwicklung in Spanien stehen. Es zeichnet sich weiterhin nicht ab, wie der Konflikt zwischen der Regierung in Madrid und der Provinz Katalonien gelöst werden kann. "Es ist erstaunlich, wie gelassen bis sorglos die Investoren die Entwicklung in Spanien einstufen", so ein Marktstratege. Eine neue Qualität dürfte der Konflikt erreichen, sollte Kataloniens Präsident Puigdemont am Wochenende die Unabhängigkeit ausrufen oder die Gewalt eskalieren.

Der Euro zeigt sich von der Zerreißprobe in Spanien bisher wenig beeindruckt und notiert im frühen Handel mit 1,1757 US-Dollar kaum verändert. Der Dax steht vorbörslich 0,2 Prozent tiefer bei 12.949 Punkten. Momentan sieht es nicht danach aus, als ob der Frankfurter Leitindex einen Angriff auf die 13.000-Punkte-Marke starten wird. Nach den Verlusten seit dem Wochenende hat die Börse in Madrid indes eine Chance, sich ein wenig zu erholen.

An den Anleihemärkten haben die Investoren bereits seit Tagen eine höhere Risikoprämie von dem Schuldner Katalonien gefordert. Nun hat auch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) reagiert und die Region auf "Creditwatch Negative" gesetzt. Innerhalb der kommenden drei Monate soll entschieden werden, ob die Bonitätsbewertung - aktuell bei B+ - um eine oder mehrere Stufen gesenkt wird.

S&P sieht ein Risiko, dass diese Eskalation die Koordination und Kommunikation zwischen den beiden Regierungen beschädige. Damit sei die Fähigkeit Kataloniens bedroht, seine Schulden rechtzeitig und vollständig zu begleichen.

06:20 Uhr

US-Daten stützen Nikkei

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Ermutigende US-Konjunkturdaten haben in Fernost die Aktienmärkte und den Dollar gestützt. In Tokio notierte der Leitindex Nikkei kaum verändert bei 20.623 Punkten. Der MSCI-Index für Aktien außerhalb Japans lag 0,1 Prozent höher. Die Handelsumsätze dürften gering bleiben, weil die Märkte in China, Hongkong und Südkorea feiertagsbedingt geschlossen waren.

In den USA fiel die Jobstatistik des Personaldienstleisters ADP für September besser aus als erwartet. Der Arbeitsmarktbericht der Regierung wird am Freitag veröffentlicht. In New York hatten die wichtigen Indizes am Mittwoch erneut auf Höchstständen geschlossen. Mehr dazu lesen Sie hier.

An den asiatischen Devisenmärkten hat sich der US-Dollar behauptet. Er notierte zum Euro stabil mit 1,1758 Dollar und zur japanischen Währung ebenfalls kaum verändert mit 112,74 Yen. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9749 Franken je Dollar und bei 1,1464 Franken je Euro.