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Die "Rentner-Schaukel" hat bei Mercedes ausgedient. Aber zu den scharfen Linien gibt es nun auch neue Motoren.
Die "Rentner-Schaukel" hat bei Mercedes ausgedient. Aber zu den scharfen Linien gibt es nun auch neue Motoren.

Neue Motoren-Politik bei Mercedes: A-Klasse brabbelt französisch

Mit der A-Klasse geht Mercedes nicht nur optisch neue Wege - auch bei den Motoren steht Bahnbrechendes an. Resultierend aus der Zusammenarbeit mit Renault wird als Basisdiesel ein Franzose zünden. Ansonsten greifen die Stuttgarter auf Motoren zurück, die so oder in ähnlicher Form auch in größeren Modellen zum Einsatz kommen.

Mit der ab September erhältlichen neuen A-Klasse will Mercedes seinem Einstiegsmodell ein neues, dynamischeres Image verpassen. Wurde das noch aktuelle Modell häufig als "Rentner-Schaukel" verschrien, soll die neue Generation gegen den 1er von BMW oder den Audi A3 antreten. Neben einem dramatisch veränderten Design setzen die Stuttgarter dabei nicht zuletzt auf neue Motoren. Vier Diesel und drei Benziner werden zunächst angeboten.

Unter der Haube arbeitet ein Renault

Gleich zwei Diesel bietet Mercedes an. Einer von beiden stammt von Renault.
Gleich zwei Diesel bietet Mercedes an. Einer von beiden stammt von Renault.

Wer auf das Selbstzünder-Angebot schaut, könnte zunächst stutzen. Mercedes hat im unteren Bereich gleich zwei Aggregate im Angebot, die 109 PS leisten – dies aber aus unterschiedlichen Hubräumen von 1,5 bzw. 1,8 Litern. Der Hintergrund: Beim kleineren Diesel handelt es sich um einen Renault-Motor, den Mercedes allerdings vor allem bei den Nebenaggregaten umfangreich an die speziellen Anforderungen der A-Klasse angepasst haben will. Diese Version dient bei den Dieseln als Einstiegsmotorisierung und ist gleichzeitig das ökologische Vorzeigemodell, kommt es doch nach Werksangaben mit 3,8 Litern pro 100 Kilometer aus und emittiert so als erster Mercedes überhaupt unter 100 Gramm CO2 je Kilometer – exakt sind es 98 Gramm.

Bei den übrigen drei Dieseln handelt es sich um Varianten aus der seit 2008 bei Mercedes eingesetzten Motorenbaureihe, deren 2,1-Liter-Antriebe von der S- bis zur C-Klasse und vom ML bis zum SLK sowie im Vito, Viano und Sprinter zum Einsatz kommen. Bei den beiden schwächeren Aggregaten wurde der Hubraum auf 1,8 Liter angepasst und die Leistung auf 109 PS bzw. 136 PS reduziert. Das Spitzenaggregat hat weiterhin 2143 ccm Hubraum und bringt es auf 170 PS. Dieser Topdiesel ist in der A-Klasse immer mit einem neuen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe ausgerüstet und schafft aufgrund einer neuen Mehrwege-Abgasrückführung schon die EU6-Norm. Der Verbrauch liegt bei 4,3 Litern, der CO2-Ausstoß bei 112 Gramm.

Benziner gibt es nur von Mercedes

Bei den Benzinern bedient sich Mercedes im Gegensatz zum Diesel ausschließlich aus dem hauseigenen Baukasten. Die drei neuen Vierzylinder mit 1,6 bzw. 2,0 Litern Hubraum und Leistungen von 122 PS bis 211 PS sind aus den V6- und V8-Bluedirect-Motoren abgeleitet, die in höheren Fahrzeugklassen zum Einsatz kommen und verfügen über eine neuartige Ventilhubumschaltung mit Namen Camtronic, die je nach Fahrsituation den Verbrauch um bis zu zehn Prozent reduzieren soll.

Die Antriebe werden voraussichtlich ebenfalls schon die ab 2015 geltenden EU6-Werte erfüllen. Größter Vorteil dieser Motoren: Sie lässt sich in vielen Baureihen einsetzen, da die Aggregate für Längs- und Quereinbau geeignet sind und mit Front-, Heck- oder Allradantrieb kombiniert werden können.

Start-Stopp-Funktion für alle Motoren

Besonders hervorzuheben sind die Drehmomente der Benziner. Ihre maximalen Werte von 200, 250 und 350 Newtonmeter liegen ab 1200 bzw. 1250 U/min an und werden bis 4000 Umdrehungen permanent gehalten. „Das sind Werte, die selbst bei Dieseln von keinem Wettbewerber erreicht werden“, ist Norbert Merdes, der Projektleiter für die Entwicklung der Ottomotoren, nicht wenig stolz. Eine Start-Stopp-Funktion ist übrigens in allen Aggregaten, auch bei den Selbstzündern, stets integriert. Auch dadurch kommen die für Benziner günstigen Durchschnittsverbräuche zustande, die zwischen 5,4 und 6,1 Litern liegen.

Sowohl für die Benzin- als auch für die Dieselmotoren kann gegen einen Aufpreis (Serie beim A 250) von vermutlich rund 2200 Euro ein neues Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe geordert werden. Im Vergleich zum bisher bei der A-Klasse verwendeten CVT-Getriebe führt der bessere Wirkungsgrad der Doppelkupplung schon allein zu einem Minderverbrauch von neun Prozent. Das System bietet den Fahrern stets drei Schaltprogramme, von Economy über Sport bis hin zu Manuell – hier betätigt der Fahrer hinter dem Lenkrad angebrachte Schaltpaddel.

Der stärkste Serienmotor, der 2,0-Liter-Benziner mit 211 PS, könnte noch einmal deutlich getoppt werden, wenn sich AMG zu einem A-Klasse-Derivat entschließt. Theoretisch zumindest stellt dies kein Problem dar. Bis auf die hochbauende B-Klasse wären alle Modelle (A-Klasse, CLA, SUV/Crossover) auf der neuen Frontantriebs-Architektur von Mercedes-Benz geeignet, das Programm der Sport-Tochter aus Affalterbach zu ergänzen.

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Quelle: n-tv.de

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