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Die für 2015 geplante Einführung des neuen Audi A2 als Elektroauto ist bis auf weiters gestoppt.
Die für 2015 geplante Einführung des neuen Audi A2 als Elektroauto ist bis auf weiters gestoppt.(Foto: Abdruck fuer Pressezwecke honorarfrei)

Heimlich, still und leise: Aus für Audis Elektroautos

Von Holger Preiss

Die Elektromobilität ist für Audi vorerst kein Thema mehr. Nachdem ohne großes Tamtam die Serienproduktion des R8 e-tron im November 2012 abgeblasen wurde, ist jetzt bis auf Weiteres auch die Neuauflage des A2 als Elektroauto auf Eis gelegt.

2011 wurde die Studie des A2 auf der IAA in Frankfurt präsentiert.
2011 wurde die Studie des A2 auf der IAA in Frankfurt präsentiert.(Foto: Abdruck fuer Pressezwecke honora)

Audi hat sich von seinen Elektromobilitäts-Projekten verabschiedet. Nachdem bereits der Supersportler R8 e-tron eingestellt wurde, weiß das Magazin "Auto Motor und Sport" in seiner aktuellsten Ausgabe zu berichten, dass die für 2015 geplante Neuentwicklung des A2 vorerst auf Eis gelegt wird. Grund sei, dass Audi sich in Zukunft auf größere Baureihen konzentrieren wolle.

Erschwerend dürfte hinzukommen, dass die Fortschritte in der Praktikabilität des Elektroantriebs bis dato ausgeblieben sind. Das sehen auch die Privatkunden in Deutschland so, die 2012 nur gut 250 E-Autos orderten. Am Rande der North American International Auto Show (NAIAS) in Detroit bestätigte Audis neuer Entwicklungsvorstand Wolfgang Dürheimer in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt", dass die Technologie noch nicht reif sei: "Wenn Sie heute ein rein elektrisch angetriebenes Automobil kostendeckend und gewinnbringend am Markt positionieren wollen, müssen Sie derzeit einen Preis definieren, bei dem die Kaufbereitschaft der Kunden relativ gering ist und für den Hersteller keine großen Stückzahlen übrigbleiben."

Das Modell des A2 scheint bei Audi unter keinem guten Stern zu stehen. Die erste Generation des mit einer Leichtmetallkarosserie gebauten Kleinwagens A2 wurde zwischen 1999 und 2005 gebaut. Allerdings war die Fertigung viel zu teuer und die Optik des Wagens nicht jedermanns Sache. Als sich die Innovation des wirtschaftlichen Antriebs unter den potenziellen Kunden herumgesprochen hatte, war die Produktion bereits eingestellt. Doch ganz war das Projekt in Ingolstadt noch nicht vom Tisch. 2011 präsentierte Audi auf der IAA die Studie des Nachfolgers. Der sollte 2015 auf den Markt kommen und vornehmlich mit einem Elektroantrieb befeuert werden.

Letzte Runden auf dem Nürburgring

Die letzten Probefahrten des R8 e-tron auf dem Nürburgring.
Die letzten Probefahrten des R8 e-tron auf dem Nürburgring.

Noch im Juni vergangenen Jahres testet Audi die letzten Prototypen seines Ökorenners R8 e-tron auf dem Nürburgring. Eigentlich sollte das der Auftakt für den Serienstart sein. Im November kam dann das jähe Aus. Gegenüber der "Heilbronner Stimme" sagte ein Sprecher des Unternehmens: "Das Projekt steht auf dem Prüfstand". Als Grund nannte er damals mangelnde Fortschritte auf dem Sektor der Batterieproduktion. Kosten und Leistungsfähigkeit der Akkumulatoren stünden in keinem Verhältnis. Eigentlich hätten die Fahrzeuge bei der Audi-Tochter Quattro GmbH im Heilbronner Stadtteil Biberbach gebaut werden sollen. "Wir haben zehn Fahrzeuge produziert, jetzt ist erst einmal Schluss", hieß es.

Dabei gab sich der Elektro-Bolide ausgesprochen potent. Zwei Elektromotoren im Heck, die mechanisch völlig unabhängig jeweils ein Hinterrad antreiben, leisten zusammen 381 PS und katapultierten den 1,8 Tonnen schweren R8 e-tron in 4,6 Sekunden auf Tempo 100. Lediglich ein wenig Feinabstimmung für die Steuerung der beiden Motoren, ein bisschen Feinschliff für die Elektronik im Innenraum und ein kleiner Facelift wären nötig gewesen, um den Wagen für den Marktstart tauglich zu machen. Letztlich stellte sich aber bei der Prüfung der Rahmenbedingungen das Projekt als unrentabel heraus.

Nun will sich Audi, bis die Zeit für rentable Elektroautos reif ist, auf der Basis des A1 mit einem Ein-Liter-Auto profilieren und die Modellreihen mit Plug-in-Hybriden bereichern. Auch einen für die Straße zugelassenen Dieselhybrid-Supersportwagen auf der Basis des Le-Mans-Siegers R 18 e-tron quattro könnte sich Dürheimer vorstellen. Dass damit ein Konkurrent zum Porsche 918 Spyder entsteht, sieht der Entwicklungschef positiv. Nach seiner Ansicht ist der interne Wettbewerb eines der Erfolgsrezepte des Volkswagen-Konzerns.

Quelle: n-tv.de

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