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Der B1 von Bollinger Motors soll 2019 in den USA auf den Markt kommen.
Der B1 von Bollinger Motors soll 2019 in den USA auf den Markt kommen.(Foto: Bollinger Motors)
Donnerstag, 03. August 2017

Archaisch und spartanisch: Bollinger bringt Elektro-SUV B1

In ein SUV gehört eigentlich ein Diesel. Doch dessen Zukunft scheint ungewiss. Da kommt das US-amerikanische Start-up Bollinger mit seinem B1 gerade zur rechten Zeit - und ist durch den fehlenden Motor ein echtes Ladewunder.

Kantige und kernige Offroader sind selten geworden. Sogar der ewige Defender musste mittlerweile abdanken. Doch in den USA kündigt sich mit dem Bollinger B1 ein würdiger Nachfolger an. Das SUV sieht zwar aus wie ein Auto der Vergangenheit, doch unterm Alublech steckt zukunftsweisende Antriebstechnik: Der Allradler wird rein elektrisch angetrieben. 2019 sollen die ersten Fahrzeuge in den USA in Kundenhände gehen.

Im Innenraum des SUV geht es spartanisch zu.
Im Innenraum des SUV geht es spartanisch zu.(Foto: Bollinger Motors)

Ein dynamisches Gesicht oder schwungvolle Sicken in den Flanken sucht man beim B1 vergeblich. Das Auto sieht wie aus großen Legosteinen zusammengesetzt aus. Auch der Innenraum ist maximal nüchtern gestaltet und archaisch. Angesichts dieser Eindrücke mag es verwundern, dass man bei Bollinger Motors auf einen E-Antrieb setzt, genauer gesagt auf zwei, denn an jeder Achse kommt ein E-Motor zum Einsatz.

Diese Lösung gewährleistet permanenten Allradantrieb, der zusammen mit hoher Bodenfreiheit, langen Federwegen und mächtigen Offroad-Reifen ein gehobenes Maß an Geländetauglichkeit ermöglichen soll. Die beiden Maschinen sollen 360 PS und 640 Newtonmeter leisten, was einen Sprint in unter fünf Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 erlaubt und eine Höchstgeschwindigkeit von über 200 km/h.

Kein Leichtgewicht

Obwohl das Aluchassis nur 130 Kilogramm wiegt, ist der B1 kein Leichtgewicht, denn aufgrund einer großen Batterie liegt das Gesamtgewicht bei mindestens 1,8 Tonnen. Kunden sollen zwischen zwei Akkuvarianten mit 60 oder 100 kWh wählen können, was Reichweiten von 190 beziehungsweise 320 Kilometer mit einer Stromladung erlaubt.

Da vorne kein Motor stört, lassen sich auch besonders lange Gegenstände bequem im Bollinger B1 transportieren.
Da vorne kein Motor stört, lassen sich auch besonders lange Gegenstände bequem im Bollinger B1 transportieren.(Foto: Bollinger Motors)

Vor allem als Nutzfahrzeug könnte der B1 große Dienste leisten. Bollinger verspricht hohe Werte bei Zuladung und Anhängelast. Als Besonderheit bietet das SUV zudem die Möglichkeit, Gegenstände auf kompletter Fahrzeuglänge einzuladen, denn wo sonst bei Autos der Motor untergebracht wird, herrscht im B1 gähnende Leere. Bis zu 3,80 Meter lange Holzlatten können so problemlos im Wageninneren transportiert werden.

Und wie es sich für ein klassisches Arbeitstier gehört, verzichtet der B1 auf jegliche Komfort- und Sicherheitsausstattung. Dämmmaterialien, Airbags oder ein Schminkspiegel sind nicht zu bekommen. Einen offiziellen Preis für den B1 gibt es noch nicht. Aber ab Anfang 2018 kann man 1000 Dollar an Bollinger Motors überweisen, um sein Kaufinteresse zu bekunden. Wer einen Vorschuss zahlt, wird bevorzugt behandelt, wenn es um die Zuteilung der ersten Serien-B1 geht. Derzeit erwartet Bollinger in 19 Monaten mit der Produktion starten zu können.

Quelle: n-tv.de

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