Auto
Der FFZERO1 ist eine Fingerübung von Faraday Future. Auf dessen Basis soll alles möglich sein.
Der FFZERO1 ist eine Fingerübung von Faraday Future. Auf dessen Basis soll alles möglich sein.(Foto: AP)

FFZERO1 auf der CES präsentiert: Die Faust auf Teslas Auge?

Mit einer extrem futuristischen Studie kündigt Faraday Future auf der CES seinen Einstieg in den Autobau an. Das chinesische Unternehmen sieht sich als Herausforderer von Tesla und setzt auf Elektromobilität. Der FFZERO01 fährt jedenfalls mit 1000 PS vor.

Der mit vielen Vorschusslorbeeren bedachte Elektroauto-Neuling Faraday Future hat einen Supersportwagen als seinen ersten Prototypen vorgestellt. Der "FFZERO1" hat eine futuristische Form, ist extrem flach und bietet nur Platz für den Fahrer. Allgemein erwartet wurde ein konventionelleres Modell, zumal die geheimniskrämerische Firma in Medienberichten als Herausforderer für den Elektroauto-Vorreiter Tesla gehandelt worden war.

Wie ein LMP-Renner kommt der FFZERO1 daher.
Wie ein LMP-Renner kommt der FFZERO1 daher.(Foto: REUTERS)

 Top-Manager Nick Sampson betonte aber bei der Präsentation auf der Technik-Messe CES in Las Vegas am Montag, die Basis für den Sportwagen sei eine Fahrwerks-Plattform, auf der Faraday Future "jede Art von Auto" bauen könne. Deswegen sehe sich die vor weniger als zwei Jahren gestartete Firma in der Lage, "die Zukunft der Mobilität neu zu gestalten". Um das unter Beweis zu stellen, soll bereits 2018 das erste Serienauto auf den Markt kommen.

Ein Auto wie das iPhone

Video

So wie Apple mit dem iPhone "die Art, wie wir kommunizieren und unsere Leben organisieren", verändert habe, wolle Faraday Future die Welt der Mobilität neu definieren. Nähere Angaben zu den Vorhaben seiner Firma oder zur Gestalt des ersten Serienmodells machte Sampson allerdings nicht. Ebensowenig machte er technische Angaben zum gezeigten Konzeptfahrzeug. Für die Zukunft sollen die Autos von Faraday Future alle mit Internetanbindung ausgestattet und in ihren Grundzügen auf den autonomen Betrieb eingestellt sein.

Der in Las Vegas gezeigte "FFZERO1" setzt bei der Lenkung auf eine Drive-by-Wire-Lösung. Sogenannte Augmented Reality soll computergestützt die Realitätswahrnehmung erweitern, wozu unter anderem auch erweiterte Blickwinkel rund um das Fahrzeug gehören. Das also, was in einigen Fahrzeugen heute bereits als 360-Grad-Blick eingesetzt wird. Sensoren, Kameras und ein Computer erweitern die Sicht des Fahrers so über seine normalen Möglichkeiten hinaus.

Um das zu gewährleisten, wurde das Cockpit mit Hilfe von Touchscreens asymmetrisch geteilt. Dementsprechend bezeichnet Chefdesigner Richard Kim das Auto als "ein extremes Tablet auf Rädern". Zugang zum Konzeptfahrzeug wurde Montag noch nicht gewährt. Es blieb unbeweglich auf der Bühne stehen, zu der Gäste und Journalisten keinen Zutritt hatten. Lediglich ein Video zeigte das Auto in Bewegung.

1000 PS für das Tablet auf Rädern

Der Supersportler der Zukunft wird von vier Motoren angetrieben, die nach Angaben von Faraday Future zusammen mehr als 1000 PS leisten und den mit Carbon-Fahrgastzelle ausgerüsteten Renner in weniger als drei Sekunden auf 60 Meilen pro Stunde, also knapp 100 km/h beschleunigen sollen. Die Höchstgeschwindigkeit geben die Amerikaner mit "über 320 km/h" an. Die Batterien zum Antrieb der vier Elektromotoren sind in Reihen angeordnet und können je nach geplantem Fahrzeugtyp in unterschiedlichen Konfigurationen verbaut werden. Selbstredend lässt sich mit jeweils einem Elektromotor pro Rad auch problemlos Front-, Heck- oder Allradantrieb darstellen.

Faraday Future hatte im Herbst für Aufsehen gesorgt, weil die bis dahin praktisch unbekannte Firma plötzlich den Bau einer Fabrik in den USA für eine Milliarde Dollar angekündigt hatte. Zudem versammelten sich in dem Unternehmen viele Spezialisten aus der Autobranche. So war Sampson zuvor bei Jaguar, dem Sportwagenbauer Lotus und Tesla. Chefdesigner Richard Kim arbeitete unter anderem bei BMW an den Elektroautos i3 und i8. Finanziert wird Faraday Future vom chinesischen Milliardär Jia Yueting. Er ist Gründer des chinesischen Online-Videodienstes Leshi Television, kurz LeTV, der gelegentlich als "Netflix Chinas" bezeichnet wird.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen