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Radfahrer pflegen oft eine sehr eigene und freizügige Auslegung der Verkehrsregeln.

Radfahrer pflegen oft eine sehr eigene und freizügige Auslegung der Verkehrsregeln.

Donnerstag, 24. März 2011

Rambos auf dem Fahrrad: Führerschein in Gefahr

Radfahrer stehen nicht über den Gesetzen. Wer sich über die Verkehrsvorschriften hinwegsetzt, kann auch seinen Autoführerschein verlieren.

Viele Radfahrer haben, höflich ausgedrückt, ein durchaus gespanntes Verhältnis zur Straßenverkehrsordnung und legen sie entsprechend großzügig aus. Ampeln und Verkehrszeichen werden zu Teilen der Stadtmöblierung, die man nicht unbedingt beachtet; verbindliche Hinweise auf dem Asphalt zu Anregungen, denen man nicht immer folgen muss; Radwege werden gemieden, Fußgängerzonen als Abkürzung benutzt und Autofahrer sind die geborenen Feinde, denen man schon mal den Mittelfinger zeigt.

Dass Radfahrer mit ihrem Verhalten das partnerschaftliche Verhältnis aller Verkehrsteilnehmer gefährden und so unnötige Spannungen erzeugen, ist ihnen dabei offenbar gleichgültig. Und vielen mangelt es an dem Bewusstsein, dass sie sich mit ihrer einseitigen Auslegung der Verkehrsregeln leicht selbst in Gefahr bringen können. Ihr Verhalten ist umso erstaunlicher, als die meisten Rambos auf zwei Rädern auch einen Führerschein besitzen und als Autofahrer die Verkehrsregeln weitgehend beachten.

Strafen bis zu 350 Euro

Dabei vergessen die Rad-Rowdys, dass sie mit ihrem Verhalten Punkte sammeln und so ihren Führerschein in Gefahr bringen können. Der amtliche Bußgeldkatalog gilt auch für sie, und Bußgelder von 40 Euro und mehr lassen das Konto in der Flensburger Verkehrssünderkartei munter anschwellen. Dabei reichen die Bußgelder von fünf Euro für freihändiges Fahren bis zu 350 Euro für Abenteurer, die einen Bahnübergang bei geschlossener Halbschranke überqueren. Die besonders beliebte Missachtung des Rotlichts kostet 45 Euro und kann sich im Falle eines Unfalls auf bis zu 180 Euro steigern.

Besonders folgenreich können Fahrten unter Alkoholeinfluss werden. Viele Zeitgenossen, die das Auto stehenlassen und stattdessen mit dem Rad in den Biergarten oder zum Vatertagsausflug aufbrechen, wissen nicht, dass "Alkohol am Lenker" kein Kavaliersdelikt ist und sie ihren Führerschein riskieren. "Wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin, kann ich wenigstens was trinken", ist eine Einstellung, die unangenehme Folgen haben kann. Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (AZ: BverwG, 3C 32.07) kann dem alkoholisierten Radfahrer der Autoführerschein entzogen und eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet werden, wenn die absolute Fahruntüchtigkeit festgestellt wird. Dieser Wert liegt nach höchstrichterlichen Urteilen bei 1,6 Promille.

Verantwortung für Unfall schon bei 0,3 Promille

Die Richter mussten über den Fall eines Mannes entscheiden, der mit 2,09 Promille auf dem Rad von der Polizei angehalten worden war. Sie kamen in ihrem Urteil zu dem Schluss, dass die Anordnung einer MPU und der Entzug des Führerscheins zu Recht erfolgt war. Warum die Grenze der Fahruntüchtigkeit für Radfahrer allerdings weit über dem für Autofahrer entscheidenden Wert von 1,1 Promille liegt, bleibt das Rätsel der Justiz, denn schließlich führt übermäßiger Alkoholgenuss zu stark eingeschränkten motorischen Fähigkeiten, so dass sicheres Fahren auf dem Rad kaum möglich ist.

Auch wenn es keine speziell definierten Promillegrenzen für Radfahrer gibt, greifen auch für sie grundsätzlich die für Autofahrer geltenden Werte, und die beginnen bereits bei 0,3 Promille, wenn es zu einem Unfall gekommen ist. Dann ist auch eine Verurteilung wegen Gefährdung des Straßenverkehrs nach Paragraph 315 Strafgesetzbuch möglich.

Neben den strafrechtlichen Konsequenzen riskiert der angetrunkene Radfahrer aber auch schwerwiegende zivilrechtliche Folgen, wenn er in einen Unfall mit Personen- und Sachschaden verwickelt ist. Selbst wenn ihn nicht die alleinige Schuld trifft, schreibt ihm die Justiz in der Regel, sobald Alkohol im Spiel ist, eine Mitschuld zu. Besonders bitter sind die Folgen, wenn grobe Fahrlässigkeit oder sogar Vorsatz bescheinigt wird: Dann könnte sich die private Haftpflicht (die jeder Radfahrer abschließen sollte) aus ihrer Pflicht zur Regulierung des Schadens zurückziehen, womit der angeheiterte Radler alle finanziellen Verpflichtungen aus der eigenen Tasche zahlen muss - und der Ausflug in den Biergarten sehr teuer werden kann.

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Kommentare
JH schreibt:
24.03.2011 12:26

Eigentlich eine ungerechte Rechtsauffassung: Wer einen Führerschein hat verliert diesen. Wer keinen Führerschein hat, hat Glück gehabt. Das sollt juristisch recht unproblematisch anfechtbar sein.


RH schreibt:
24.03.2011 14:24

Ich finde diese einseitige Schreibweise gegen Radfahrer sehr engstirnig. Autofahrer ignorieren Radfahrer gerne beim Abbiegen und man muss dabei als Radfahrer um seine Gesundheit fürchten. Radwege werden von Fussgängern wie Autofahrern konsequent betreten und befahren und wenn man sich dann noch wagt, zu klingeln, dann wird man auch noch vollgemeckert. Also lieber Autor: Bitte Ball flach halten...


JC schreibt:
24.03.2011 15:28

Ich kann RH nur beipflichten. Der Beitrag kommt rüber wie der eines Nur-Autofahrers. Ich kenne beide Seiten, fahre 20 TKM Auto im Jahr und ca, 7,5 TKM Fahrrad. Mein täglicher Weg zur Arbeit und zurück sind 22 km. Was ich da auf dem Rad so erlebe, spottet manchmal wirklich jeder Beschreibung. Abbiegen ohne zu blinken und mir dabei die Vorfahrt nehmen ist da noch ehr harmlos. Oft bekommen die guten Autofahrer das nicht einmal mit. Wenn man sich mal beschwert, muss man sich auch oft noch beschimpfen lassen. Ich könnte hier eine Menge Beispiele erlebter Beinaheunfälle und einiger Unfälle nennen. Dass bei solcher Rücksichtslosigkeit und Blindheit die Regeln, die ja für alle gelten sollen und auch die Radfahrer schützen sollen, nicht mehr ganz ernst genommen werden , kann ich nach solchen Vorkommnissen auch bei mir beobachten. Wenn ich sowieso immer aufpassen muss nicht platt gefahren zu werden, auch wenn ich eigentlich grün / Vorfahrt habe, erscheint der Sinn von Verkehrsregeln eben manchmal ehr zweifelhaft, denn der Stärkere setzt sich doch durch - der Autofahrer und nicht der, der eigentlich Recht hat. Nur um es klar zu stellen: Es gibt auch wirklich viele rücksichtslose Radfahrer, die gerne nachts ohne Licht entgegen der Einbahnstraße fahren und einem den Stinkefinger zeigen, wenn man es wagt zu hupen, weil sie sich noch schnell vorbeidrängeln müssen. Auch alles schon erlebt.....


RH schreibt:
24.03.2011 15:28

Ich kann RH nur beipflichten. Der Beitrag kommt rüber wie der eines Nur-Autofahrers. Ich kenne beide Seiten, fahre 20 TKM Auto im Jahr und ca, 7,5 TKM Fahrrad. Mein täglicher Weg zur Arbeit und zurück sind 22 km. Was ich da auf dem Rad so erlebe, spottet manchmal wirklich jeder Beschreibung. Abbiegen ohne zu blinken und mir dabei die Vorfahrt nehmen ist da noch ehr harmlos. Oft bekommen die guten Autofahrer das nicht einmal mit. Wenn man sich mal beschwert, muss man sich auch oft noch beschimpfen lassen. Ich könnte hier eine Menge Beispiele erlebter Beinaheunfälle und einiger Unfälle nennen. Dass bei solcher Rücksichtslosigkeit und Blindheit die Regeln, die ja für alle gelten sollen und auch die Radfahrer schützen sollen, nicht mehr ganz ernst genommen werden , kann ich nach solchen Vorkommnissen auch bei mir beobachten. Wenn ich sowieso immer aufpassen muss nicht platt gefahren zu werden, auch wenn ich eigentlich grün / Vorfahrt habe, erscheint der Sinn von Verkehrsregeln eben manchmal ehr zweifelhaft, denn der Stärkere setzt sich doch durch - der Autofahrer und nicht der, der eigentlich Recht hat. Nur um es klar zu stellen: Es gibt auch wirklich viele rücksichtslose Radfahrer, die gerne nachts ohne Licht entgegen der Einbahnstraße fahren und einem den Stinkefinger zeigen, wenn man es wagt zu hupen, weil sie sich noch schnell vorbeidrängeln müssen. Auch alles schon erlebt.....


BM schreibt:
24.03.2011 15:41

Am schlimmsten sind die, die glauben am Fussgängerüberweg Vorrechte zu haben. Im Gesetz steht davon nichts: § 26 StVO Fußgängerüberwege 1 An Fußgängerüberwegen haben Fahrzeuge mit Ausnahme von Schienenfahrzeugen den Fußgängern sowie Fahrern von Krankenfahrstühlen oder Rollstühlen, welche den Überweg erkennbar benutzen wollen, das Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen. Dann dürfen sie nur mit mäßiger Geschwindigkeit heranfahren; wenn nötig, müssen sie warten.


MW schreibt:
24.03.2011 19:26

Lieber anonymer Autor dieses Beitrages, erstmal Herzlichen Dank für deinen Hassgeleiteten Wortschwall gegen Radfahrer, genau das braucht der deutsche Strassenverkehr, super. Dennoch finde ich es etwas seltsam, wenn ein Journalist seine Position bei einer Nachrichtenagentur benutzt, um seiner Wut und Unsicherheit in dieser Gesellschaft, Luft zu machen. Dafür gibt es doch Psychotherapeuten.


PM schreibt:
24.03.2011 19:32

Ob Fahrrad- oder Autofahrerfreundlich sei mal dahingestellt. Was mich richtig Aufregt ist diese Ungewissheit/Grauzone was die bestrafung von Radfahrern betrifft. Ich weiss aus persönlichen Erfahrungen, dass nicht jeder der mit Alkohol am Lenker erwischt wird auch gleich behandelt wird und das sollte man doch einheitlich bestrafen. Ob die MPU bei Erstauffälligkeit direkt notwendig ist halte ich für fragwürdig weil man ja bewusst auf die Fahrt mit dem Auto verzichtet. Wenn es dann doch für notwendig befunden wird die Führerscheintauglichkeit durch eine MPU bestätigen zu lassen dann muss man aber auch mal die Grundlagen der MPU- Gutachter anpassen und ein positives gutachten nach weniger als einem halben Jahr möglich machen wenn einem dass von der Führerscheinstelle vorgeschlagen wird. Man zahlt nämlich sonst doppelt und das muss bei den beträgen die da verlangt werden nicht sein.


hm schreibt:
24.03.2011 19:52

Sie meinten sicher ein entspanntes Verhältnis zur StVO? Das ist schon richtig, hier in Berlin gilt die StVO für sehr viele Radfahrer nur noch als Empfehlung. Dafür aber gibt es Gründe. Z.B. viel zu wenig und viel zu schmale Radwege, radfahrerfeindliche Grünphasen und Wegeführungen usw.usf. als Folge einer mindestens 60jährigen autozentrierten Verkehrspolitik. Allein in Westdeutschland starben im Straßenverkehr ca. 700 000 Menschen plus Schwerverletzte. Wieviele der ach so unverantwortlichen Radfahrer mögen da wohl als schuldige Verursacher beteiligt gewesen sein? Oder als Opfer der Autofahrer? Ja, die StVO gilt für alle.


J.J.Müller schreibt:
24.03.2011 20:29

Das Verhalten oder besser das Benehmen der Radfahrer im Strassenverkehr hierzulande ist nach meinen Beobachtungen schlicht eine Zumutung. Ich bin lange Zeit mit Rennrad gefahren und muß mich über diese Kollegen nur wundern, mit welchem Selbstverständnis sich diese Leute im Strassenverkehr bewegen. Ampeln, Fußgängerüberwege,Einordnen zum Abbiegen usw.... alles Fehlanzeige. Ähnliches gilt auch für die betagten Radfahrer, die im Winter in der Dunkelheit weder Licht haben oder einschalten noch irgend eine Spur der Beachtung von Vorschriften erkennen lassen. Wenn heute nicht mehr all zuviel Lebensweisheit und Verhalten der nächsten Generation mitgegeben wird, so lernt aber die jüngere Generation, wie man sich mit dem Fahrrad am unmöglichsten im Verkehr benehmen kann. Und dies alles unter der Aufsicht der Ordnungshüter - sprich Polizei. Hier ist wohl wegsehen angesagt, den niemand kann mir glaubhaft weißmachen, wenn man sich fast den Tag im Verkehr aufhält, das soetwas nicht gesehen wird. Also lieber bei einer gut Platzierten Geschwindigkeitskontrolle mitmachen - das rechnet sich. Fazit: Der Eine machts, der Ander läßt sie in Ruhe, das Ergenis wurde im diesem Beitrag beschrieben.


x-ps schreibt:
24.03.2011 20:30

Rambos im Auto Autofahrer stehen nicht über den Gesetzen. Wer sich über die Verkehrsvorschriften hinwegsetzt, kann auch seinen Führerschein verlieren. Viele Autofahrer haben, höflich ausgedrückt, ein durchaus gespanntes Verhältnis zur Straßenverkehrsordnung und legen sie entsprechend großzügig aus. Ampeln und Verkehrszeichen werden zu Teilen der Stadtmöblierung, die man nicht unbedingt beachtet; verbindliche Hinweise auf dem Asphalt zu Anregungen, denen man nicht immer folgen muss; Parkhäuser werden gemieden, Radwege als Parkplätze benutzt und Radfahrer sind die geborenen Feinde, denen man schon mal den Mittelfinger zeigt. Dass Autofahrer mit ihrem Verhalten das partnerschaftliche Verhältnis aller Verkehrsteilnehmer gefährden und so unnötige Spannungen erzeugen, ist ihnen dabei offenbar gleichgültig. Und vielen mangelt es an dem Bewusstsein, dass sie sich mit ihrer einseitigen Auslegung der Verkehrsregeln leicht selbst in Gefahr bringen können. Ihr Verhalten ist umso erstaunlicher, als die meisten Rambos auf vier Rädern gar einen Führerschein besitzen und als Radfahrer die Verkehrsregeln etwa die Tempolimits weitgehend beachten.


BL schreibt:
24.03.2011 20:36

Bild-Zeitungs Niveau, aber was will man von einem Sender, der zur RTL-Gruppe gehört auch anderes erwarten!


DR schreibt:
25.03.2011 00:01

Ich bin selbst Radfahrer und fahre täglich zwischen 30 und 40 km. Meine Feststellung ist, dass die Verkehrsführung mit der Vorstellung vom Radfahren dermaßen kollidiert, das eine Verletzung der Verkehrsregeln zwangsläufig die Folge ist. Gern nehm ich den Radweg um am Wochenende mal nur so rumzuradeln - aber für den täglichen Weg - die Strasse MITTIG, da ich gesehen werden möchte um nicht über den Haufen gefahren zu werden! Die Ampelphasen sind meist eine Katastrophe so das ich gern mal die ein oder andere überfahre um von der Stelle zu kommen. Ich werde wohl kaum aller 150 m anhalten, anfahren, anhalten - das hab ich am Anfang gemacht. Das nimmt nur Schwung und kostet Nerven. Also wenns läuft dann läufts. Ein Autofahrer ist innerhalb der Stadt im Schnitt auch nicht schneller als 30km/h - beschwert sich aber, dass der Radfahrer mit 33km/h vor ihm hertuckelt. Der Radweg gehört auf die Strasse und nicht daneben! Aber solange nur für motorisierte Fahrzeuge geplant und gebaut wird sind die Interessen der Radfahrer max. auf den wochenendbedingten Freizeitwert beschränkt. Daher gibt es wohl die Schere zwischen der Theorie der STVO und dem täglichen Alltag der Radfahrer.


KB schreibt:
25.03.2011 00:58

Ich bin Auto- und Radfahrer, und muss ganz klar sagen, dass Radfahrer den Autofahrern in nichts nachstehen. Es wird ausnahmslos der Verkehr behindert, durch das Radfahren auf der Strasse, obwohl ein Radweg vorhanden ist, und dieser somit benutzt werden müsste. Wenn auf dem Radweg gefahren wird, dann am besten entgegen der Fahrtrichtung, um so einen Unfall zu provozieren, denn an einer Linksabbiegerkreuzung liegt der Radfahrer damit nicht im Blickwinkel des Autofahrers ! Es wird abgebogen ohne Ankündigung eines Handzeichens, und, und, und... .Wir leben in einer Gesellschaft der Gleichgültigkeit und Selbgefälligkeit, die bei Eigenverschulden jeden Nächsten dafür verantwortlich macht.


Otto Göhler schreibt:
25.03.2011 03:08

Ich bin zwar kein Rad- bzw, Autofahrer und wie ich sehe wie sich die Verkehrsteilnehmer zur Zeit auf unseren Straßen benehmen ist unter aller Sau. besonders in Köln die brauchen sich auch nicht wundern wenn sie überfahren werden, Die roten Ampeln .... was ist das ... ist doch nur für Autofahrer und Vorbild für unsere Kinder. Strafen von bis 350 € ist noch zu wenig, wie wäre es für eine Kennzeichenpflicht für Fahrräder wäre vielleicht besser als uns das rauchen in der Kneipe zu verbieten die in Berlin habe so und so nur schwachsinnige Ideen


hienie schreibt:
25.03.2011 05:24

Das gilt für ALLE und nicht nur für Radfahrer!!! Nicht immer diese Einseitigkeit.


FB schreibt:
25.03.2011 07:29

Da hebt jemand aber den ganz großen moralischen Zeigefinger. Von dem partnerschaftlichen Verhältnis aller Verkehrsteilnehmer ist im Alltag wenig zu merken. Wenn der Radfahrer mit nichtvorhandener Knautschzone nicht ständig hochaufmerksam fährt, kann er leicht unter die Räder geraten. Das fängt beim Überholen mit 50km/h und 5-10cm Sicherheitsabstand an und hört beim notorischen Übersehen beim Abbiegen - vor allem im Zusammenhang mit den hier gelobten Radwegen - nicht auf. Ja, Radfahrer nehmen sich manchmal kleinere Freiheitsgerade. Wenn zwei Autos sich in einer beparkten Wohnstraße nicht einigen können, wer jetzt wen vorbeilassen muß, müssen sich alle anderen Autos hinten anstellen. Der Radfahrer könnte das Hindernis durch 10m auf dem menschenleeren Gehweg einfach umkurven. Vielleicht sind es solche Gelegenheiten, die manche Autofahrer - und auch den Autor des Artikels - in Rage bringen und auf Rowdys und Rambos schimpfen lassen. Daß ihnen die Unbeholfenheit ihrer Blechdose schmerzlich bewußt wird und sie gegen den vermaledeiten Radfahrer keinen Boden gutmachen. Wenn schon, dann soll der Radfahrer für seine Missetat, den Autofahrer zu demütigen, wenigstens ordentlich Geld nach Flensburg überweisen, doch ach, wo ist ein Polizist, wenn man einen braucht...


Killian schreibt:
25.03.2011 07:59

Ja, ich finden den Beitrag gut, weil das Problem endlich mal wieder in den Medien diskutiert wird. Dieses Frühjahr empfinde ich es als extrem. Ich hatte bisher ! einen und mehrere fast Unfälle Mir ist eine junge Frau hinten auf das Auto aufgefahren !, weil ich aufgrund von Gegenverkehr bremsen mußte. Sie hat sich prächtig mit dem mitfahrenden Freund beim radeln unterhalten und ist mir ungebremst hinten aufgefahren. Gestern mußte ich an einer Kreuzung halten, weil von Rechts ein Fahrzeug kam. Als ich dann anfuhr, war ein älterer Radfahrer ca. 50-60 vom Typ Jan Ullrich der Meinung Rechts vor Links Scheißegal sorry und fuhr mir vor das Auto und regte sich noch wild gestikulierend auf, als ich ihn anhupte. Dann am späten Nachmittag nochmal das ganze Spiel, Rechts vor Links ist mir wurscht, donnerte ein Jugendlicher von Links einfach mal über die Kreuzung und schaute noch nicht einmal nach Rechts... Ich kann immer nur auf meine Kinder einwirken, das sie diese Fehler nicht machen und auf den Verkehr achten. Es ist mir auch klar, das es genauso viele rücksichtslose Autofahrer gibt. Nur das Schuldbewußt sein scheint oftmals, die bösen Autofahrer, ein anderes zu sein...


Uwe schreibt:
25.03.2011 08:15

Ich fahre prakisch täglich mit dem Auto nach Berlin und kann dort jeden Tag erleben, wie Radfahrer gegen die StVO verstossen, Rote Ampel, Fußgängerweg nicht anhalten, an der Kreuzung zwischen den Autos durchschlängeln, Stoppschilder überfahren usw. Den Radweg zu benutzen ist bei Radfahrern auch eher unüblich. Interessant sind dabei die auch hier gebrauchten Ausreden, der Radweg ist nicht schön ich kann bei Schlaglöchern auch nicht auf die Gegenfahrbahn ausweichen; die Autofahrer sind so rücksichtslos daher dürfen also Radfahrer gegen die StVO verstossen?, Radfahrer sind stärker gefährdet ja daher Radweg benutzen, gerade gab es in Kleinmachnow eine verletzte Fahrradfahrerin, die genau dies nicht tat - Verwarnung durch die Polizei war die Folge, die Autofahrer behindern auch Fahrradfahrer auf dem Radweg kommt sicherlich vor ist aber keine Rechtfertigung für eigens Fehlverhalten und nach meiner Beobachtung wird es meistens eng, wenn Radfahrer - falls dann tatsächlich mal auf dem Radweg - diesen in der falschen Richtung benutzen. Sinnvoll wäre Verstöße gegen die StVO durch Radfahrer zu ahnden, aber dass scheint der Polizei ja zu kompliziert kein Kennzeichen, also machen es einige Autofahrer wie die Radfahrer und sorgen selbst für in ihren Augen für Recht und Ordnung!


Anthony Sandle schreibt:
25.03.2011 08:25

Eigentlich haben meine Leidsgenossen hier alles genau ausgedrückt, was ich zum Thema zu sagen hätte. Man wird für seinen Beitrag zum Klimaschutz benachteiligt und bestraft und falls man sich wehrt, auch noch beschimpft.Dazu kann ich nur hinzufügen: Wer in Köln im schneereichen Dezember versucht hat, sich durch die komplett ungeräumten Radwege zu kämpfen und dann berechtigterweise auf die Strasse ausgewichen ist, konnte was erleben. Es gibt tatsächlich viele gute, höffliche und aufmerksame Autofahrer: nichtsdestotrotz, für jeden Radfahrer, der sich was erlaubt, werden zwei ungerecht beschimpft, sei es in der freigegebenen Einbahnstrasse oder wo auch immer.


AS schreibt:
25.03.2011 09:22

Ich fahre ca. 30000 km im Jahr mit dem Auto und ca. 3000 km mit dem Rad, vorzugsweise zur Arbeit im Berufsverkehr. Es gibt zahllose Beispiele der Rücksichtslosigkeit auf beiden Seiten, keine Frage, und die auf Seiten der Autofahrer ist hinreichend bekannt. Deshalb finde ich es gut, dass auch einmal einen Radfahrer-kritischer Bericht abgedruckt wird, obgleich er eine einseitige Sichtweise darstellt. Ein Radfahrer erfreut sich im Gegensatz zum Autofahrer einer gewissen Anonymität, was die Hemmschwelle oft stark herabsetzt. Ein Fahrrad-Kennzeichen zumindest für Erwachsene fände ich hier durchaus sinnvoll, vielleicht würde das die Chaoten unter uns etwas zügeln!


TB schreibt:
25.03.2011 10:31

Ich selbst bin Fussgaenger, oeffentliche Verkehrsmittelnutzer, Fahrradfahrer, Motorradfahrer und Autofahrer. Egal in welcher Fortbewegungsart ich mich grade befinde, muss ich feststellen, dass die allgemeine Ruecksicht hier in Deutschland fast vollstaendig zum Erliegen gekommen ist. Es faengt morgens schon an, wenn ich zu Fuss auf dem Weg zur S-Bahn bin. Teilweise muss ich als Fussgaenger auf dem Buergersteig noch zur Seite springen, damit ich nicht von Fahrradfahrern, die auch den Buergersteig benutzen und es gibt einen Fahrradweg auf beiden Strassenseiten, einfach umgefahren oder weggeklingelt werde. Oder wenn ich am Wochenende mal mit dem Fahrrad unterwegs bin ich finde Fahrradwege toll, muss man auf den Fahrradwegen, die auf der Strasse und nur durch eine weisse Linie kenntlich gemacht sind, sich vor Autofahrern, insbesondere viele junge Autofahrer, in Sicherheit bringen, da denen der Fahrradweg ja auch noch gehoert. Oder Autofahrer parken einfach auf den Fahrradwegen. Ist doch egal. Ich frage mich nur wie die den Eltern der Kinder die um das Auto rumfahren muessen und dann plattgefahren werden, erklaeren warum ihr Kind nun tot ist. Ach, der Fahrradweg sah so leer aus und bot sich einfach als toller Parkplatz an. War ja keiner zu sehen, der ihn grade benutzte. Oder wenn ich als Autofahrer unterwegs bin und von Fussgaengern und Fahrradfahrern genoetigt werde, weil diese wider allen Verkehrsregeln einfach mal die Strasse ueberqueren und man sich dann auch noch einen Stinkefinger zeigen lassen darf. Oder als Autofahrer auf der Autobahn bei ca. 170 km/h auf der linken Spur fahrend wegen einem Ueberholmanoever, von einem Motorrad ueberholt werde, was sich mit irgendetwas ueber 200 km/h zwischen mir und Leitplanke durchquetscht ist mir erst letzte Woche passiert, hatte ich auch noch nicht live erlebt. Jetzt moegen die ersten anfangen und mich als Moralapostel oder als ganz ganz braven Buerger hinzustellen. Nein, bin ich nicht. Ich bin auch schon mal als Fussgaenger verkehrswidrig ueber die Strasse gelaufen oder habe als Fahrradfahrer einen Weg benutzt, der nicht wirklich fuer mich da war. Aber ich vergewissere mich grundsaetzlich vorher, das ich keinem anderen und vor allem schwaecheren Verkehrsteilnehmer einen Schaden zufuege oder ihn noetige und das keine Kinder in der Naehe sind, denen man dann ein schlechtes Vorbild waere. Ich finde es traurig, dass viele andere Verkehrsteilnehmer sich so benehmen, als waeren sie allein auf weiter Flur und als wuerde keine Regel fuer sie gelten. Meistens ist es ja so, dass man noch wild beschimpft wird, wenn man einen anderen Verkehrsteilnehmer darauf aufmerksam macht, dass er vielleicht was falsch gemacht hat. Wo ich immer wieder positiv ueberrascht bin, ist das Verhalten der Verkehrsteilnehmer in den USA. Hier wird viel partnerschaftlicher und entspannter miteinander umgegangen, als hier ganz speziell in Deutschland und Europa. Ich glaube es war in den 70-ern, da gab es einen Aufkleber Hallo Partner. Ich wuenschte viele wuerden sich solch eine Einstellung mal wieder bewusst machen und ein angenehmeres Miteinander im Strassenverkehr zelebrieren. Allen weiterhin eine gute Fahrt bzw. gutes Gehen.


FB schreibt:
25.03.2011 10:41

Manchen Nur-Autofahrern würde es guttun, einfach mal - und sei es nur für einige Tage - die Perspektive aus dem Sattel kennenzulernen. Viele Fragen würden sich dabei von selbst beantworten. Zum Beispiel die nach der geringen Akzeptanz der Radwege. Eigentlich sollten Radfahrer dort sicherer sein, in Wirklichkeit sind sie gefährdeter. Bei wirklich jeder Einmündung und jeder Einfahrt müssen sie nach 3 Seiten peilen, ob sie niemand übersehen hat. Sie sind aus dem Verkehrsfluß rausgenommen und werden schlechter wahrgenommen, besonders von Abbiegern. Dazu Bordsteine rauf- und runterhoppeln und sich gleichzeitig noch mit geparkten Autos und Fußgängern auf ihrem Weg rumschlagen. Vielleicht ist die Tatsache ja interessant, daß die Benutzung von Radwegen in der falschen Richtung bisweilen sogar per blauem Schild vorgeschrieben ist. Eigentlich ist das vorsätzliche Straßenverkehrsgefährdung - dort rechnet wirklich niemand mit ihnen. Wie Autofahrer wollen auch Radfahrer vorankommen, und das etwas schneller als Oma Krause zu ihrem Friedhofsbesuch. Nur wird ihnen immer geraten, sich demütig mit dem zu bescheiden, was man ihnen übrigläßt. Ein Mofa 25 ist eine lahme Gurke, die jeder bemitleidet. Ein Radfahrer 25 ist ein wildgewordener Rambo, der den Straßenverkehr gefährdet und am liebsten von der Polizei aus dem Sattel gezogen werden sollte...


Thomas Friederich schreibt:
25.03.2011 10:53

In den Auflistungen der typischen Vergehen fehlen auch noch die Rennradfahrer, die nicht nur Radwege ignorieren, sondern auch noch meist nebeneinander herfahren. Und die dann, wenn sie auf ihr Verhalten angesprochen werden, in der Richtung antworten, dass 1 ihr tausende Euro teures Rad die Unebenheiten bei Radwegen nicht vertragen meine Meinung: Sch... Qualität und dass sie ja beim Fahren auf Rad/Fusswegen durch ihre zügige Fahrweise die Fussgänger gefährden würden meine Meinung: wie kommen diese Leute auf die Idee, dass sie das Recht haben, andere zu gefährden? Und zu den Radfahrern, die Nachts ohne Licht fahren: Ich sitze geschützt in einem Stahlkasten, schnelle mich selber an und mache das Licht an, damit ich vor allem gesehen werde: Alles nur als Selbstschutz. Aber diese Typen haben das ja nicht nötig, weil sie so gut geschützt sind. Es lebe Darwin.


TS schreibt:
25.03.2011 12:46

Fahrrad-Rambo ist eigentlich ein ziemlich treffender Begriff, finde ich. War dieser Rambo aus dem gleichnamigen Film anfangs nicht ein ganz friedlicher Gesell, der eigentlich nur in Ruhe gelassen werden wollte? Leider ging dieser Wunsch für ihn genausowenig in Erfüllung, wie - nach meiner Erfahrung - für die Radfahrer, die schlicht als gleichberechtigte eigentlich noch deutlich schonungswürdigere Verkehrsteilnehmer neben den Autofahrern existieren möchten. Man sollte sich - bei aller Emotionalität des Themas - vergegenwärtigen, dass es bei der Begegnung beider Verkehrsarten für einen Radfahrer um seine Gesundheit oder schlimmstenfalls sogar um sein Leben geht, während der Autofahrer schlimmstenfalls einen Kratzer im Lack seines rollenden Fetischs davonträgt. Diese Betrachtungsweise kann man sich aber nur im Sattel aneignen. Ansonsten kann man aber auch ganz abstrakt über die Befolgug der StVO diskutieren, bei der sicherlich keine der beiden Seiten besser abschneidet als die andere.


Johannes schreibt:
25.03.2011 13:04

Lieber Autor, Ihr Artikel gibt den Durschnittsleser den Eindruck,als wären alle Radfahrer Verkehrssünder.Sie betrachten die Problematik des Verhältnisses zwischen Auto und Fahrrad ziemlich einseitig. Hat man Sie in Ihrer Schulzeit nicht beigebracht,dass man Aufsätze immer mit Argumente und Gegenargumente schildern sollte?Finden diese Regeln in Eurere Berichterstattung keine Geltung? Wenn ich demnächst mit mein Fahrrad wieder mal rausfahren sollte und ich an Ihren Artikel denken sollte, dann werde ich zwangsweise als der Sündenbock des Strassenverkehrs fühlen. Vielen dank und schönen Tag. PS: Ich achte selbstverständlich auf die StVo!


Goetz schreibt:
25.03.2011 13:18

Vielen Dank an den Schwerlastfahrer am Nürnberger Hafen, der mich vorgestern, obwohl er schon mit seiner schweren Fuhre angefahren war, noch mit dem Rad vorgelassen hat. Gut, ich hatte Vorfahrt. Und ich habe vor der Kreuzung mein Rad gebremst und wollte ihn vorbeiwinken. So konnte nix passieren. Geht doch! Ich bin in den USA, der Schweiz und Frankreich geradelt, völlig entspannte Atmosphäre. Deutschland - Verkehrsregel Nummer eins: Ich habe recht und klage mich notfalls bis nach Den Haag - pfui Deibel! Ich bin einmal in Frankreich angehupt worden, als ich an einer Kreuzung mit meiner Freundin auf die Karte geschaut habe - Fahrräder nebeneinander. Der Fahrer lächelte und umkurfte uns weiträumig.


Fozzybär schreibt:
25.03.2011 15:06

Man kann auch seinen Führerschein verlieren wenn man mit zuviel Promille in seinem Rollstuhl fährt. Das Gesetz unterscheidet hier nicht zwischen einem Fahrrad oder einem Rollstuhl,...


UH schreibt:
25.03.2011 15:36

Ich fahre Rad 10 tsd km pro Jahr und Auto 35 tsd km pro Jahr und habe keine Punkte auf dem Konto. Auf dem taegl. Weg durch die Stadt 10 km mit dem Rad habe ich am Meisten mit zugeparkten Fahrradwegen zu kaempfen. Es gibt zu viele ruecksichtslose Verkehsteilnehmer, Radfahrer und Autofahrer. Ich wuerde mir strengere Kontrollen und haeufigere Sanktionen wuenschen: Fuehrerscheinentzug bei den Autofahrern und bei Radfahrern Fahrradentzug gegen Einlagerungsgebuehr. Insgesamt sollte die Ruecksichtslosigkeit, die sich häuufig durch Regelwiedrigkeit ausdrueckt mehr geandet werden, ausserdem sollte die Verkehrsplanung besser werden, z.B. viel mehr Fahrradstrassen. Dann wuerden sich mehr Menschen auf das Rad trauen, das haelt sie gesund und die Luft sauber.


M.L. schreibt:
25.03.2011 15:44

Viele Radfahrer haben, höflich ausgedrückt, ein durchaus gespanntes Verhältnis zur Straßenverkehrsordnung und legen sie entsprechend großzügig aus. Einige Kommentatoren scheinen des Lesens nicht ganz mächtig zu sein. Viele ist was anderes als Alle, eine pauschale Verteufelung der Radfahrer kann ich dem Artikel nicht entnehmen. Dass sich viele Radfahrer wie Wildsäue benehmen kann man nicht wegdiskutieren, das gilt für Autofahrer natürlich genauso. Ich fahre auch beides und kenne beide Blickwinkel: als Autofahrer ärgere ich mich über die Radfaher, als Radfahrer ärgere ich mich über die Autofahrer. Den Hinweis auf die Aktion in den 70-ern Hallo Partner, Danke schön finde ich beachtenswert. Nur so geht es. Und das gilt sowohl für das Miteinander von Rad- und Autofahrern als auch für das Miteinander der Autofahrer selber ; Der Egoismus auf deutschen Straßen ist leider grenzenlos.


Wow schreibt:
25.03.2011 16:07

Hm. Endlich ein Artikel der meiner Meinung nach ein großes Problem anspricht. Jeden der anderer Meinung ist aber auch die Lieben Beamten lade ich herzlich ein sich in München Lindwurmstrasse Ecke Aberlestrasse für ein Stunde hinzustellen und zu Beobachten wieviel Prozent der Fahrradfahrer tatsächlich bei Rot anhalten. So einfach ist es. Aber ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass sich hier wirklich was tut und habe mir nun ein Fahrrad gekauft.