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Nach einigen Unfällen ist der Autopilot von Tesla in die Kritik geraten. Jetzt warnt sogar ein Bericht des BASt.
Nach einigen Unfällen ist der Autopilot von Tesla in die Kritik geraten. Jetzt warnt sogar ein Bericht des BASt.
Montag, 10. Oktober 2016

Verbot von Model S empfohlen: Gutachten warnt vor Autopilot von Tesla

Vom Autopiloten des Model S gehe eine "erhebliche Verkehrsgefährdung aus". Zu diesem Schluss kommen Prüfer der Bundesanstalt für Straßenwesen, nachdem sie tausende Testkilometer mit dem Tesla zurückgelegt haben.

Forscher haben verschiedene Schwächen des Autopiloten beobachtet.
Forscher haben verschiedene Schwächen des Autopiloten beobachtet.

Einem Bericht des "Spiegel" zufolge warnt ein Gutachten der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) ausdrücklich vor dem sogenannten "Autopiloten" des Tesla Model S. Die Anstalt sieht in ihm sogar eine "erhebliche Verkehrsgefährdung" und fordert, dem Elektroauto die Zulassung zu entziehen, berichtete das Magazin bereits in seiner Freitagausgabe. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt kenne das Papier, wolle den Wagen aber entgegen dem Rat seiner Fachleute nicht stilllegen lassen.

Das Ministerium teilte auf Anfrage mit, es gebe im eigenen Haus noch keine abschließende Bewertung zu der Autopilot-Funktion. Die Rechtslage für Fahrer in Deutschland sei aber eindeutig. So müsse der Fahrer unabhängig von der Verwendung des Systems ständig die Kontrolle über sein Fahrzeug haben.

"Unzureichende Performance"

Vor allem auf deutschen Autobahnen habe der Tesla-Autopilot seine Schwächen, so das Gutachten.
Vor allem auf deutschen Autobahnen habe der Tesla-Autopilot seine Schwächen, so das Gutachten.

Experten der Bundesanstalt für Straßenwesen haben laut "Spiegel" das "Model S" getestet und mehrere Punkte kritisiert. So werde der Fahrer allein schon durch die Bezeichnung "Autopilot" irregeführt. Er bekomme durch das System nicht angezeigt, wenn es in eine für den Computer unlösbare Fahrsituation gerate. Das Tesla-System fahre "einfach (unsicher) weiter".

Die Sensoren des Autos könnten bei einem Überholmanöver lediglich 40 Meter nach hinten "blicken". Das sei auf deutschen Autobahnen, wo Fahrzeuge auf freien Strecken mit mehr als 200 km/h unterwegs sein können, definitiv zu wenig. Hinzu kommt, dass der BASt-Prüfer große Mühe gehabt habe, den vom Computer nach links gelenkten Wagen wieder in die Spur zu ziehen, berichtet der Spiegel.

Auch die Notbremsfunktion habe eine "unzureichende Performance", hieß es. Zudem sei das System nicht in der Lage, in Autobahnbaustellen die gelben Markierungslinien zu erkennen. Stattdessen folge der Wagen stringent den ebenfalls vorhandenen weißen, bemängelten die Tester.

Alles entspricht dem Stand der Technik?

Die Debatte über das Assistenz-System von Tesla schwelt seit einigen Monaten, nachdem zwei tödliche Unfälle mit dem Autopiloten in den USA und China bekannt wurden. Nachdem es in der Nähe von Hamburg einen Unfall auf der Autobahn gegeben hatte, wurde das Thema auch intensiv in Deutschland diskutiert.

Mit Blick auf die Entwicklung der Fahrzeuge bleibt das Thema des autonomen Fahrens brisant. Zahlreiche Hersteller setzen für die Zukunft auf diese Art der Fortbewegung. Der Erfolg steht und fällt dabei mit der Sicherheit. Laut "Spiegel" hat Tesla den Ergebnissen des Gutachtens auf Anfrage widersprochen und erklärt, der Autopilot funktioniere nur im Zusammenspiel mit dem Fahrer, der das System stets überwachen müsse. Das Notbremssystem entspräche "dem Stand der Technik".

Quelle: n-tv.de

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