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Mit neuer Front, Seitenverplankung und Haifischfinne auf dem Dach macht der neue ix35 viel her.
Mit neuer Front, Seitenverplankung und Haifischfinne auf dem Dach macht der neue ix35 viel her.

Schärfer, straffer, schneller: Hyundai hat ix35 deutlich verbessert

Von Holger Preiss

Nach dem i30 ist der ix35 das meistverkaufte Fahrzeug bei Hyundai. Im Segment liegt das Kompakt-SUV auf Rang fünf in der Verkaufsstatistik und ist auch ein Grund, warum die Koreaner unter den Importeuren inzwischen Platz zwei einnehmen. Nach drei Jahren wurde der Offroader jetzt gestrafft, verfeinert und neu motorisiert.

Am Heck des ix35 gibt es jetzt LED-Lichter.
Am Heck des ix35 gibt es jetzt LED-Lichter.

Mit dem ix35 hat Hyundai unter der Ägide von Chefdesigner Thomas Bürkle seiner Linie "Fluidic Sculpture" 2010 eine Form gegeben. Aber nach drei Jahren und über 56.000 verkauften Fahrzeugen in Deutschland - europaweit sind es sogar 253.000 - wird es auch für ein Erfolgsmodell Zeit, sich zu verändern. Sanft hat man im europäischen Designzentrum die Feder über bekannte Züge streichen lassen und sich nur an Details vergriffen.

So wurden die Hauptscheinwerfer, die jetzt serienmäßig mit LED-Tagfahrlicht ausgestatte sind, in den Mittelpunkt gerückt und flankieren den sechseckig angelegten Kühlergrill. Linien und Kanten wurden geschärft. Zwei längs verlaufende Erhebungen auf der Motorhaube erinnern an die Powerdomes reinrassiger Sportwagen. Am Heck greifen die LED-Rückleuchten, die weit in die hinteren Kotflügel gezogen sind, Form und Position der Hauptscheinwerfer auf. Einen echten Offroad-Akzent setzen die schwarzen Seitenschutzbeplankungen im unteren Bereich der Türen. Wer das Navi ordert, der bekommt eine Antenne im Haifischflossenstil aufs Dach gepinnt, und für den breiten Stand sorgen 16-Zöller in der Serie, die sich aber problemlos bis auf 18-Zoll-Räder erweitern lassen.

Feinere Materialien im Innenraum

Äußerlich hat man den Erfolgstypen also nur zärtlich bearbeitet. Aber hier gilt das, was auch bei anderen Herstellern zu beobachten ist: Evolution vor Revolution. Insofern bleiben auch die Maße des Hyundai ix35 unverändert. Mit einer Außenlänge von 4,41 Meter, 1,82 Meter Breite und 1,67 Meter Höhe bleibt er das, was er war: ein klassisches Kompakt-SUV.  

Feinere Materialien bestimmen den sachlich gestalteten Innenraum.
Feinere Materialien bestimmen den sachlich gestalteten Innenraum.

Im Innenraum werten neue Materialien das weiterhin schlicht und übersichtlich gehaltene Interieur auf. Die Haptik der Plastikelemente ist angenehmer geworden und Optik und Struktur von Intarsien wurden verfeinert. Für Akzente sorgen die im Aluminium-Look gestalteten Blenden für die äußeren Belüftungsdüsen in der Armatur. Die Audioanlage erhält ab der Ausstattungslinie Style ein 4,3 Zoll großes Display und eine Rückfahrkamera. Die ist auch nützlich, denn die Heckscheibe ist auch nach dem Facelift sehr schmal. Wer das Navi ordert, kann die Bilder sogar auf einem sieben Zoll großen Farb-Touchscreen ansehen. Bis dato war der Monitor maximal 6,3 Zoll groß.

Neuer Benziner und alter Diesel beeindrucken

Die Koreaner haben im Zuge des Facelifts auch die Motorenpalette überarbeitet. Absolut empfehlenswert ist der Zweiliter-Benziner mit Direkteinspritzung. Der Neue leistet jetzt 166 PS, ist damit kaum 3 PS stärker als sein Vorgänger, geht aber wesentlich dynamischer zu Werke. Das drückt sich zum einen in der Beschleunigung aus, in 10,4 Sekunden ist beim Fronttriebler die 100 km/h-Marke erreicht, und in der Endgeschwindigkeit, die jetzt mit 196 km/h angegeben wird. Das sind immerhin 12 km/h mehr als noch im Vorgänger. Mit einem Drehmoment von 205 Newtonmeter (vorher 194 Newtonmeter) wird aus dem ix35 kein Sportwagen, aber der Koreaner geht jetzt deutlich lockerer von der Kreuzung weg.

Mit der Seitenbeplankung bekommt der ix35 noch etwas mehr Offroad-Feeling.
Mit der Seitenbeplankung bekommt der ix35 noch etwas mehr Offroad-Feeling.

Bei den Diesel-Triebwerken erfreut nach wie vor der 2.0 CRDi mit 184 PS und 383 Newtonmeter Drehmoment, die bereits ab 1800 Umdrehungen anliegen. In der Endgeschwindigkeit muss sich der Diesel mit 194 km/h dem 2-Liter GDI knapp geschlagen geben. Allerdings dürfte bei 2 km/h Unterschied ein Überholvorgang der beiden Fahrzeuge auf der Autobahn einem Elefantenrennen gleichen. Wichtig bei den Dieselaggregaten ist der Umstand, dass sich dank einer neuen Niedrigdruck-Abgasrückführung der CO2-Ausstoß deutlich verringert hat. Bei der Topversion mit 184 PS und Sechsstufenautomatik sank der Wert von 187 auf 180 g/km. Insgesamt reicht das Leistungsband der Triebwerke vom 1,6-Liter Benziner mit 116 PS bis zum schon erwähnten großen Diesel mit 184 PS.

Fahrwerk und Lenkung gestrafft

Neben dem Design und den Motoren haben sich die Ingenieure auch dem Fahrwerk und der Lenkung angenommen. Das Fahrwerk gibt sich jetzt deutlich straffer und verändert Kurvenneigung und Abrollverhalten angenehm. Auch die oft bemängelte zu weiche Lenkung arbeitet jetzt wesentlich präziser. Ob sich das aus dem i40 und i30 bekannte Flex Steer System mit den Kennlinien Normal, Comfort und Sport, das auf Knopfdruck die passende Lenkunterstützung gibt, notwendig ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Bei der ersten Fahrt schienen die Unterschiede so marginal, dass es nicht wirklich empfehlenswert scheint. Das System wird in den Ausstattungslinien Trend und Style in dem sogenannten Funktionspaket angeboten.

Preise starten ab 20.970 Euro

Die Preise für den gelifteten ix35 starten bei 20.970 Euro. Dafür gibt es den 116 PS starken 1,6 GDI-Benzinmotor mit Frontantrieb. Allrad ist erst ab der nächsthöheren Ausstattungsvariante Trend zu bekommen, die mit 23.090 Euro einsteigt, und wer den 2-Liter-Diesel mit 184 PS und Allrad in der Premiumausstattung Style ordert, der muss mindestens 33.310 Euro auf den Tisch legen.  Dafür gibt es hier dann auch Bi-Xenon-Licht, eine Rückfahrkamera, Vollleder, getönte Scheiben und den schlüssellosen Zugang mit Start-Stopp-Knopf. Die Garantie ist unabhängig von der Ausstattung gleich. Hyundai bietet auch für den ix36 fünf Jahre ohne Kilometerbegrenzung zuzüglich eines Sicherheitschecks pro Jahr. Für Kunden, die das Navigationssystem gekauft haben, bieten die Koreaner ein sogenanntes Map-Care-Programm an. Das beinhaltet fünf kostenlose Karten-Updates in fünf Jahren. Damit soll der Kunde nach Aussagen von Hyundai immerhin 800 Euro sparen. Die Martkteinführung des ix35 starten am 21./22. September 2013.

Quelle: n-tv.de

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