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E-Autos sind der Traum und scheinen die Lösung aller Probleme. Keine Emission, Keine Benzinprobleme, keine Geräusche. Doch bis heute kranken die Stromer unter ihren kurzen Reichweiten, langen Ladezeiten und einem viel zu hohen Preis.
E-Autos sind der Traum und scheinen die Lösung aller Probleme. Keine Emission, Keine Benzinprobleme, keine Geräusche. Doch bis heute kranken die Stromer unter ihren kurzen Reichweiten, langen Ladezeiten und einem viel zu hohen Preis.(Foto: picture-alliance/ dpa)

800 Kilometer mit dem E-Auto: IBM (er)findet "Wunder"-Batterie

Der Elektronikkonzern IBM bringt sich erneut mit einem "Super"-Akku ins Gespräch. Wie schon vor einem Jahr geben die Ingenieure an, eine extrem leistungsfähige Lithium-Luft-Batterie entwickelt zu haben, die E-Autos 800 Kilometer vorantreibt. Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht.

Das große Problem der Elektromobilität liegt in ihren Batterien: zu schwer, zu lange Ladezeiten und viel zu geringe Reichweiten. Die Lösung existiert seit Jahren, theoretisch jedenfalls, und heißt Lithium-Luft-Batterie. Mit einem solchen Speichermedium sollen E-Autos Strecken von bis zu 800 Kilometern zurücklegen können.

Der Pferdefuß des Lithium-Luft-Akku

Der Knackpunkt des Lithium-Luft-Akkus ist seine Unberechenbarkeit. Um Energie für das Fahren zu gewinnen, strömen die Lithium-Ionen zwischen zwei Teilen eines Akkus hin und her, der Anode und der Kathode. Dafür müssen die Ionen in einer Art Behältermolekülen gefangen werden, etwa so wie Wasser in einem Eimer. Lithium hat aber die unangenehme Eigenschaft, mit fast allem zu reagieren. Am gefährlichsten ist es, wenn Lithium mit Wasser in Berührung kommt. Dann bildet sich Wasserstoff, der die Batterie nach kurzer Zeit zur Explosion bringt.

Um die Reaktion von Lithium mit Wasser und anderen Stoffen zu verhindern, muss das Innere des Lithium-Luft-Akkus - der Raum, in dem sich die Anoden und Kathoden bewegen - mit sogenannten ionischen Flüssigkeiten gefüllt werden. Chemisch gesehen sind diese Elektrolyte so etwas Ähnliches wie Kochsalz. Allerdings muss die Salzlösung für die Batterie bei Raumtemperatur flüssig sein. Ingenieure von IBM gaben nun bekannt, dass ihnen auf diesem Gebiet der Durchbruch gelungen ist.

IBM hat die Richtung erkannt

"Wir haben Elektrolyte gefunden, die sich sehr stabil verhalten. Das zeigt: Wir haben schon so viel von den Grundlagen verstanden, dass wir wissen, in welche Richtung wir gehen müssen", so Alessandro Curioni, Manager des Department of Computational Sciences von IBM Research in Zürich. Dennoch bleiben Fragen offen: Wie leitfähig ist der neue Stoff auf Dauer? Wo ist sein Schmelzpunkt? Bei welcher Temperatur wird er zerstört? Wie lang sind die Ladezeiten nach einer 800-Kilometer-Fahrt?

Die IBM-Forscher sind zuversichtlich, die offenen Fragen bis 2013 beantwortet zu haben. Bis dahin soll es auch einen Prototypen der neuen "Super"-Batterie geben. Wenn dann alle weiteren Tests positiv verlaufen, orakelt IBM, könnte die kommerzielle Produktion bereits 2020 starten.

Quelle: n-tv.de

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