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Wären Opel und Peugeot zusammengegangen, dann hätten sie in puncto E-Mobilität keine Probleme.
Wären Opel und Peugeot zusammengegangen, dann hätten sie in puncto E-Mobilität keine Probleme.(Foto: picture alliance / dpa)

"Wir investieren in Motoren": Opel und Peugeot verzichten auf E-Autos

Man kann auch ohne Hybridisierung die CO2-Grenzwerte der EU erfüllen. Davon sind zumindest Opel und Peugeot überzeugt. Sie wollen Geld sparen und setzen weiter auf die Entwicklung effizienter Motoren. Aber wird das reichen?

Der Ampera hat, obwohl ein hervorragendes Auto, die Wünsche der Rüsselsheimer nicht erfüllt.
Der Ampera hat, obwohl ein hervorragendes Auto, die Wünsche der Rüsselsheimer nicht erfüllt.

Was eint Opel und Peugeot? Dass sich beide Autobauer auf dem Weg der Besserung befinden? Dass sie richtig gute Modelle im Portfolio haben, die sich auch wieder verkaufen? Ja, alles richtig. Aber viel entscheidender sind die Zukunftsvisionen der beiden Hersteller.

Während die Politik mit ihren EU-Richtlinien den CO2-Ausstoß limitiert hat, haben sich viele Autobauer die E-Mobilität auf die Fahne geschrieben. Ob das nur Rechenbeispiele sind, um die Abgaswerte der Boliden auf dem Papier zu schönen sei dahingestellt. Fakt ist, dass die Entwicklung und der Bau echter Elektroautos aus bekannten Gründen im besten Fall ein Nullsummenspiel ist. Nicht so die Entwicklung der Fahrzeuge. Die ist teuer. Nicht zuletzt Opel hat das mit dem Ampera am eigenen Leib zu spüren bekommen.

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Deswegen wollen die Rüsselsheimer für die Zukunft weitgehend auf die Hybridisierung ihrer Antriebe verzichten. "Wir wollen nicht flächendeckend elektrifizieren", erläuterte Opel-Chef Karl Thomas Neumann auf dem Genfer Salon. Elektrische Antriebe werde es bei sehr speziellen Fahrzeugen wie dem Opel Ampera natürlich weiterhin geben, in der übrigen Flotte wolle man aber auf Hybridkomponenten verzichten und versuchen, mit konventionellen Antrieben die Klimaziele zu erreichen. Neumann begründete diese Strategie mit den hohen Kosten der Hybridlösungen. "Wir wollen versuchen diesen Weg zu vermeiden und lieber in Motoren investieren."

Elektromobilität hat keine Priorität

Fast unison klingt das, was der neue Peugeot-Chef Carlos Tavares mit Blick auf sein immer noch angeschlagenes Unternehmen verkündet. Er will das Geld zusammenhalten und verzichtet vorerst auf eine Offensive mit E-Autos. "Elektromobilität hat keine Priorität", sagte er auf dem Genfer Autosalon. Die strengen CO2-Grenzwerte der Europäischen Union von 95 Gramm je Kilometer könne der PSA-Konzern 2020 auch ohne solche Modelle erreichen. Schon heute stoße etwa der neue Peugeot 308 dank sparsamer Motoren lediglich 82 Gramm aus.

Damit die Selbstzünder der Franzosen die neue Abgasnorm erfüllen, erhalten sie einen SCR-Katalysator mit Harnstoff-Einspritzung, der den Stickoxidausstoß minimiert. Anders als die Konkurrenz setzen die Franzosen den SCR-Kat aber vor den Rußpartikelfilter, was ein besonders schnelles Ansprechen der Abgasreinigung nach dem Motorstart bewirken soll.

Opel ohne Doppelkupplungsgetriebe

Doch noch einer anderen Innovation schwört Opel ab: dem Doppelkupplungsgetriebe. "Wenn man ohne Hybridisierung des Antriebsstrangs auskommen will, muss man auf höchst wirtschaftliche Motoren und Getriebe setzen. Wir sind der Meinung, dass es dazu bessere Möglichkeiten als das Doppelkupplungsgetriebe gibt." Welche das sind? Die Antwort bleibt Opel für den Moment schuldig. Dabei wird den Rüsselsheimern häufig vorgeworfen, zu lange auf den Einsatz dieser Technik verzichtet zu haben. Ein Getriebe mit zwei Kupplungen vermeidet Schlupf im Antrieb und verbessert dadurch die Effizienz gegenüber herkömmlichen Automatiklösungen. Es ist allerdings schwerer und in der Herstellung teurer.

Motorseitig hat Opel gerade seine neue Generationen von Benzin- und Dieselmotoren vorgestellt, mit denen man sich gut gewappnet sieht, die EU-Vorgabe zu erfüllen. Eine weitere Absenkung der CO2-Emissionen hält Neumann für schwierig. "Einfach zu sagen, nach 95 kommen dann 85 oder irgendwann 60 Gramm, das wird zwar alles technisch machbar, aber nicht mehr bezahlbar sein".

Für den Moment mag die Rechnung von Peugeot und Opel aufgehen. Ob man sich auf lange Sicht den zwingend notwendigen Innovationen entziehen kann, darf aber bezweifelt werden.

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Quelle: n-tv.de

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