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Das fahrende Planschbecken wurde von der Polizei sichergestellt.
Das fahrende Planschbecken wurde von der Polizei sichergestellt.(Foto: picture alliance / dpa)

3er BMW zum Pool getunt: Polizei stoppt fahrendes Freibad

Manchmal spinnen die Sachsen: Da schneiden vier junge Männer einem alten BMW das Dach ab, streichen den Innenraum blau und füllen Wasser ein. Ob sie selbst auch gut abgefüllt waren, als sie mit dem fahrenden Freibad auf Reisen gingen, muss noch ermittelt werden.

Als Fahrersitz diente ein Gartenstuhl.
Als Fahrersitz diente ein Gartenstuhl.(Foto: picture alliance / dpa)

In der derzeitigen Sommerhitze scheinen die deutschen Autofreaks auf ganz ausgefallenen Ideen zu kommen. In Sachsen haben vier junge Männer einen 3er BMW von seinem Dach befreit und so zu einem Cabrio umgebaut. Dieser Umstand allein ist nicht besonders spektakulär. Doch nach der gewonnenen Offenheit wurde der Fahrgastraum abgedichtet, mit blauer Schwimmbadfarbe gestrichen und anschließend mit Wasser gefüllt. Stünde dieser BMW-Cabrio-Pool in einem Garten, wäre wohl nichts passiert. Doch die vier Tüftler hatten den Wagen so präpariert, dass er trotz des Wassers im Innenraum fahrbereit war.

Polizei wird Pool-Fahrern zum Verhängnis

Auf einer Spritztour durch das Erzgebirge war das seltsame Gefährt im Örtchen Eibenstock einer Motorradstreife der Polizei aufgefallen. Nicht nur, weil der Wagen kein Kennzeichen hatte, sondern auch, weil außer dem Fahrer zwei Männer im Wagen plantschten und ein Dritter auf der Kofferraumhaube saß und seine Füße im Pool baumeln ließ, wurde der Beamte stutzig.

Um eine Weiterfahrt zu verhindern, ließ der Beamte die Luft aus den Reifen.
Um eine Weiterfahrt zu verhindern, ließ der Beamte die Luft aus den Reifen.(Foto: picture alliance / dpa)

Als die Männer bemerkten, dass sie von der Polizei verfolgt wurden, stellten die vier Bader das Auto auf einem Parkplatz ab und flüchteten zu Fuß durch das Flussbett der Zwickauer Mulde. Kurze Zeit später kehrte ein 27-Jähriger zurück, um seine Sachen aus dem Kofferraum zu holen. Er war alkoholisiert, gab aber an, nicht gefahren zu sein.

Der Polizist musste wegen der vielen Schaulustigen, die sich auf dem Parkplatz versammelt hatten, Verstärkung anfordern. Um zu verhindern, dass der fahrende Pool noch weiter bewegt wird, ließ der Polizist die Luft aus den Reifen und zerschnitt das Zündkabel. Jetzt wird gegen die Fahrgemeinde wegen Trunkenheit im Verkehr und Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz ermittelt.

"Ein technisches Glanzstück"

Rechtsexperten befürchten aber, dass das rollende Freibad noch weitere Gesetze verletzt. Nach deren Ansicht wird wohl auch der Umbau geahndet, da jede sicherheitsrelevante Änderung von einem Sachverständigen abgenommen und anschließend von der Zulassungsstelle in den Fahrzeugpapieren vermerkt werden muss.

In der BMW-Niederlassung Chemnitz konnten sich die Schrauber nur schwer vorstellen, wie man aus einem 3er BMW einen Pool basteln kann. "Das muss ein technisches Glanzstück sein", sagte ein Meister gegenüber der "Freien Presse". Schließlich gibt es im Wagen unendlich viele Stellen, so im Bereich der Lenkung, der Pedale und der Handbremse, an denen Wasser austreten kann. "Dichtet man sie gut ab, lässt sich das Auto eigentlich nicht mehr fahren", hieß es.

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Quelle: n-tv.de

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