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In Stockholm präsentiert sich der Skoda Karoq als kleiner Bruder des Kodiaq und als eine Art Octavia-SUV.
In Stockholm präsentiert sich der Skoda Karoq als kleiner Bruder des Kodiaq und als eine Art Octavia-SUV.(Foto: Holger Preiss)

Weltpremiere in Stockholm: Skoda Karoq - der kleine Bär fährt vor

Von Holger Preiss, Stockholm

In Stockholm feiert der kleine Bruder des Kodiaq, der Karoq, seine Weltpremiere. Als Ablösung für den Skoda Yeti ist er angetreten, die 100.000 Einheiten, die der im Jahr verkauft wurde, zu übertreffen. Und nicht nur optisch hat er das Zeug dazu.

Beim Skoda Karoq ist alles etwas schärfer gezeichnet als beim Kodiaq.
Beim Skoda Karoq ist alles etwas schärfer gezeichnet als beim Kodiaq.(Foto: Holger Preiss)

Im Gegensatz zu einem Octavia oder Superb war der eigenwillige Kraxler Yeti von Skoda nie ein Verkaufsschlager. Klar, der schrullige Tscheche, der sich gegen alle Trends stemmte, nur nicht gegen den, ein SUV zu sein, hatte und hat seine Fans. Aber dennoch kann er nicht darüber hinwegtäuschen, dass sein Ende gekommen ist. Spätestens nachdem man in Mladá Boleslav den großen Bären Kodiaq von der Leine gelassen hat. Das auf Superb-Basis aufbauende Über-SUV mit einer Länge von 4,70 Metern hat eine echte Bestellflut ausgelöst.

Kein Wunder also, dass man bei dem Nachfolger des Yetis auf die Zutaten des Kodiaq setzt. Gemeint ist nicht nur der Name Karoq, der eigentlich die Ureinwohner der Insel Kodiaq in Alaska meint, sondern der Gesamtauftritt des kleinen Bären. Genau genommen handelt es sich nämlich um einen geschrumpften Kodiaq oder um einen Octavia im SUV-Format.

Scharfkantig mit Schick

Auch in der Seitenansicht ist der Skoda Koroq eindeutig an den Kodiaq angelehnt.
Auch in der Seitenansicht ist der Skoda Koroq eindeutig an den Kodiaq angelehnt.(Foto: Holger Preiss)

In Stockholm, bei der Weltpremiere, zeigt sich der Karoq dann auch mit schmalen Scheinwerfern im inzwischen typischen Kristall-Look und darunter liegenden fast filigran wirkenden Nebelscheinwerfern sowie einem weit aufgezogenen Kühlergrill mit Chromrahmen, der die Front optisch breiter macht. Anders als beim Kodiaq haben die Designer die Motorhaube ordentlich gefalzt. Zum einen zieht sich vom Kühlergrill eine Powerdome bis zur Frontscheibe, zum anderen wandert von gleicher Stelle an beiden Seiten jeweils eine tiefe Sicke bis an die A-Säule.

In der Seitenansicht schwingt sich unterhalb der Schulterlinie eine Tornadolinie vom vorderen Kotflügel bis in die scharfkantigen Rücklichter, die auf Wunsch auch in LED-Optik strahlen. Im Vergleich mit dem Kodiaq wirkt das Heck des Karoq durch mannigfache Kniffe etwas verspielter. Der Karoq ist eben der kleine Bär.

Der Octavia unter den SUV

Im Innenraum fehlt dem Skoda Karoq der Aha-Effekt, den der Kodiaq auslöste. Hier ist klar der Octavia Pate.
Im Innenraum fehlt dem Skoda Karoq der Aha-Effekt, den der Kodiaq auslöste. Hier ist klar der Octavia Pate.(Foto: Holger Preiss)

Interessant ist, dass Skoda auch hier auf SUV-Attribute wie einen Unterfahrschutz komplett verzichtet, dafür aber die Seite komplett verplankt. Nicht einmal in angedeuteter Form ist er im Angebot. Dafür gibt es eine coupéhafte Dachlinie, die dem Kompakt-SUV durchaus etwas Dynamisches verleiht. Auch bei der Größe hat man bei Skoda darauf geachtet, dass der Nachfolger des Yetis den Forderungen entspricht, die die Kundschaft inzwischen an die Fahrzeuge der Marke mit dem Pfeil im Logo stellt. Das neue Kompakt-SUV misst jetzt immerhin 4,38 Meter in der Länge, 1,84 Meter in der Breite und ist 1,60 Meter hoch, ist also tatsächlich in den Maßen ein Octavia-SUV.

Maße, die auch mit Blick auf den Radstand von 2,64 Metern das tschechische Raumversprechen locker einlösen. Vor allem in der zweiten Reihe geht es platztechnisch gewohnt üppig zu. Auch beim Kofferraum lässt man sich mit 521 Litern beim Koroq nicht lumpen. Wer die Sitzbank umlegt, kann sogar auf 1630 Liter Ladevolumen zugreifen. Wem das alles noch nicht flexibel genug ist, der kann mit der optional verschiebbaren Rückbank den Stauraum auf 479 Liter verkleinern, erhält dafür aber eine Beinfreiheit im Fond, die fast der eines Superb gleicht. Andersherum kann auch der Stauraum auf 588 Liter erweitert werden. Um dem Ganzen aber die Ladekrone aufzusetzen, kann die Sitzbank auch ausgebaut werden. In diesem Fall wird das kompakte SUV mit 1810 Litern zum Kleintransporter.

Für jeden das richtige Triebwerk

Der Innenraum liefert das, was man von einem Skoda erwartet: Platz.
Der Innenraum liefert das, was man von einem Skoda erwartet: Platz.(Foto: Holger Preiss)

Für den Antrieb stehen fünf Turbomotoren zur Wahl. Den Einstieg markiert ein 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 115 PS, Top-Aggregat ist der bekannte 190 PS starke 2,0-Liter-Diesel, der serienmäßig mit Allradantrieb kombiniert ist. Beide Aggregate kommen im Übrigen auch im Ateca zum Einsatz. Neu im Programm ist ein 1,5-Liter-Turbobenziner mit 150 PS und Zylinderabschaltung, der das noch im Yeti benutzte 1,4-Liter-Triebwerk mit der gleichen Leistung ersetzt. Auf Wunsch steht ab der Ausstattungslinie Ambition auch ein Fahrprofilschalter mit den Modi Normal, Sport, Eco, Individual und Snow (4x4) zur Verfügung. Der Offroad-Mode kombiniert ein spezielles Off-Road-ABS mit einem Bergabfahrassistenten, der insbesondere auf Gefällstrecken mit einem Neigungswinkel von bis zu 80 Prozent im Gelände durch Bremseingriff und über das Motormanagement ein konstant langsames Tempo gewährleistet.

Viel Wert legt Skoda beim Karoq auf Assistenten, Vernetzung und die Digitalisierung. Die Optionsliste führt unter anderem einen WLAN-Hotspot mit LTE-Technik, einen Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung, einen Parkassistenten, Lane Assist oder den Stauassistenten auf. Für Freunde der mobilen Anhängelast wird es optional auch den Trailer-Assistenten geben, der schon im VW Turan angeboten wird und der das Einparken mit Anhänger zum Kinderspiel macht. Zudem gibt es die digitale Instrumententafel, wie man sie inzwischen von Audi und Volkswagen kennt.

Natürlich wird Skoda auch im Karoq seine Simply-Clever-Lösungen anbieten: Dazu gehören hier die elektrisch öffnende Heckklappe, die elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung, die elektromechanische Parkbremse, der Eiskratzer in der Tankklappe und der Regenschirm unter dem Beifahrersitz. Alles in allem vereint der Karoq die Attribute von Yeti und Octavia zu einem attraktiven Gesamtpaket, das unter 20.000 Euro einsteigen dürfte. Dann – und das muss klar sein – sind bestimmte Features natürlich nicht dabei. Aber ein attraktives Mittelklasse-SUV mit modernster Technik bekommt man dafür in jedem Fall.

Quelle: n-tv.de

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