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Die PS-Zahlen steigen, aber auch der Hubraum der Motoren wird kleiner. Das Zauberwort heißt Downsizing.
Die PS-Zahlen steigen, aber auch der Hubraum der Motoren wird kleiner. Das Zauberwort heißt Downsizing.

PS-Hatz der Autoindustrie?: Studie: Fahrzeuge immer stärker

Einer Studie zufolge werden Autos in Deutschland immer stärker. Seit 1995 steigt die Leistung kontinuierlich an. Die Ursache leigt aber erstaunlicherweise nicht in der PS-Verliebtheit der Deutschen, sondern in Motoren, die kleiner, leistungsstärker und effizienter werden.

Der durchschnittliche Neuwagen des Jahres 2012 leistet in Deutschland 138 PS. Zu diesem Ergebnis kommt das CAR Institut der Universität Duisburg-Essen nach Auswertung der Halbjahreszahlen der Neuzulassungen.

Ursächlich für die neuerliche Leistungssteigerung von 135 auf 138 PS ist der höhere Anteil von Diesel-Pkw. Die Selbstzünder machen 48 Prozent des Marktes aus und haben im Schnitt 154 PS. Auch der Trend zu immer mehr SUV treibt demnach die Leistung nach oben. Der Marktanteil der Kompakt-SUV liegt inzwischen bei 12,3 Prozent. Sie haben im Schnitt 152 PS, große SUV im Mittel sogar 238 PS unter der Haube.

Die höchste Durchschnittsleistung haben Modelle der Luxusklasse. Mit 322 PS übertrumpfen sie sogar die Sportwagen, die es auf 303 PS bringen. Deutschlands wichtigstes Marktsegment, die Kompaktklasse ist im Mittel mit 124 PS unterwegs, die Kleinwagen begnügen sich mit 90 PS. Mit Ausnahme des Abwrackjahres 2009, als besonders Kleinwagen gefragt waren, steigt die Durchschnittsleistung der Pkw in Deutschland seit 1995 kontinuierlich an. Damals lag der Mittelwert noch bei 95 PS.

PS-Hatz hat ihre Ursachen

Die Entwicklung hat  ihre Ursachen. Während Politik und Umweltschützer erwarten, dass die Motoren immer kleiner und umweltfreundlicher werden, wollen die Kunden keine Abstriche bei den Leistungsparametern ihrer Fahrzeuge machen. Die Antwort der Autobauer sind sogenannte Downsizing-Motoren. Die senken bei weniger Reibung und Gewicht den Verbrauch, haben aber entgegen ihren Vorgängermodellen einen immer kleineren Hubraum.

Der damit verbundene Leistungsverlust wird mit Hilfe alternativer Verbrennungstechnologien ausgeglichen. Mit Hilfe von Turboaufladung und Kompression werden Motoren mit kleinem Hubraum leistungsfähiger und verbrauchsärmer. Bei Dieselmotoren führt die Aufladung zu einer deutlichen Verringerung der Emission. Gleichsam sorgt der höhere Druck im Zylinder für eine effektive Verbrennung und damit höhere Kraftausbeute. Ein Beispiel: Ein 1,6-Liter-Motor, der als Sauger mit vollvariablem Ventiltrieb arbeitet, bringt es auf 115 PS und 160 Newtonmeter. Mit einer Turboaufladung kommt das Aggregat auf 143 PS und ein maximales Drehmoment von 240 Newtonmetern.

Porsche hat die Stärksten

Die "stärkste" Marke ist Porsche. Das Durchschnittsmodell der Zuffenhausener Sportwagen- und SUV-Produzent kommt 2012 bislang auf 323 PS. Allerdings bewegt sich Porsche gegen den Trend. Im Vergleich zu 2008 sind Porsche-Modelle heute im Schnitt 37 PS schwächer. Um den gleichen Wert legt Jaguar zu. Mit 281 PS liegen die Briten auf Rang zwei des PS-Marken-Rankings. Überdurchschnittlich viel Leistung haben auch Land Rover (216 PS), Jeep (215 PS) BMW (194 PS), Audi (179 PS) Lexus (178 PS), Mercedes (175 PS) und Volvo (160 PS).

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Quelle: n-tv.de

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