Auto
Das Tesla Modell S ließ sich bei den Tests der NHTSA weder aufs Dach legen, noch hielten die Geräte dem Elektroauto stand.
Das Tesla Modell S ließ sich bei den Tests der NHTSA weder aufs Dach legen, noch hielten die Geräte dem Elektroauto stand.

Fünf NHTSA-Sterne für Elektroauto: Tesla S zerstört Crashtest-Ramme

Nach brennenden Akkus des Chevrolet Volt im Jahr 2011 war die Sicherheit von Fahrzeugen mit Elektroantrieb in Zweifel geraten. Jetzt haben sich die US-amerikanischen Crash-Tester am Tesla Model S, einem reinen Elektroauto, fast die Zähne ausgebissen. Der war nämlich so gut, dass man neue Methoden erfinden musste, um ihn aufs Kreuz zu legen.

Seit August gibt es den Tesla S auch in Deutschland zu kaufen. Nach dem Roadster, einer teuren Rarität mit Lotus-Genen und einem Batterie-Pack aus Laptop-Akkus, ist das Model S der erste Fünftürer der Marke. Die rein elektrisch angetriebene Limousine der oberen Mittelklasse soll keine unbezahlbare Kleinserie werden – schon jetzt liegen laut Herstellerangaben 13.000 Vorbestellungen bei den Verantwortlichen in den USA vor. Allein davon sind 3000 Fahrzeuge für den europäischen Markt vorgesehen. Ab 49.000 Dollar (38.000 Euro) startet in den USA die Basisversion mit einem 40-kWh-Akkupaket. Laut Herstellerangaben reicht eine Akkufüllung des Spitzenmodells (75.000 Euro) mit einem 85-kWh-Akku für eine Reichweite von bis zu 480 Kilometern. Dann wüten rechnerisch 421 PS Motorpower und 600 Newtonmeter Drehmoment an der Hinterachse; innerhalb von 4,6 Sekunden soll das Model S auf 100 km/h beschleunigen.

Rekord beim Crashtest

Der Kaufanreiz könnte jetzt noch gesteigert werden, denn der Tesla S glänzt nach einem Crashtest der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) auch noch mit Bestwerten. Die viertürige Limousine erzielte in jeder der untersuchten Kategorien Topnoten. Mancher Experte jubelt schon, das Model S sei das beste jemals von der NHTSA getestete Automobil. Nach Angaben von Tesla soll sogar ein Teil der Prüfgeräte am Model S zerbrochen sein.

Das Model S soll die Elektromobilität auch in Europa hoffähig machen.
Das Model S soll die Elektromobilität auch in Europa hoffähig machen.

Dabei liegt ein Grund für das gute Abschneiden der Elektro-Limousine darin, dass der Verbrennungsmotor fehlt. Das verlängert die Knautschzone, wodurch ein Großteil der Aufprallenergie absorbiert werden kann. Die nach innen wirkenden Kräfte werden reduziert und das Verletzungsrisiko der Insassen sinkt um ein Vielfaches. Auch beim Seiten-Crash kam das Model S dank der integrierten Aluminiumstreben auf Bestwerte.

Um den seitlichen Überschlag zu simulieren, mussten sich die NHTSA-Tester sogar neue Methoden einfallen lassen, weil die übliche Testanordnung den Tesla nicht zum Kippen brachte. Dank der im Wagenboden platzierten Batterien besitzt der Viertürer nämlich einen derart tiefen Schwerpunkt, dass ein Überschlag im realen Fahrgeschehen nur schwer möglich ist. Auch das Dach des Wagens erwies sich am Ende dank der verstärkten B-Säulen als außerordentlich fest. Um bei einem Heckaufprall die Energie zu absorbieren, haben die US-Amerikaner eine doppelt verstärkte Stoßstange verbaut.

Auch die Lithium-Ionen-Akkus überstanden die Versuche unbeschadet und fingen weder während noch nach den Tests Feuer. Nach Angaben von Tesla hat bisher auch noch keine Batterie in einem Roadster oder einer Limousine bei einem Unfall gebrannt. Letztlich führten die Ergebnisse in der Summe dazu, dass Tesla mit absoluten Bestwerten aus den Prüfungen geht. Die NHTSA veröffentlich nur glatte Wertungen, reicht aber die Detaildaten an die Unternehmen weiter. Daraus ergibt sich - laut Tesla - ein Wert von 5,4 Sternen, der bisher von keinem anderen Fahrzeug erreicht worden sei.

Erweiterung der Modellpalette bis 2016

Bis zum Jahr 2016 plant das kalifornische Unternehmen die Ausweitung der Modellpalette auf fünf Modelle. Dazu gehören neben dem aktuellen Model S ein Crossover unter der Bezeichnung Model X sowie eine Limousine, die im Segment von Mercedes-C-Klasse und 3er BMW antreten soll und intern als Blue Star geführt wird. Auf dieser Plattform soll eine weitere Crossover-Variante entstehen. Am 5. August 2013 ließ sich Tesla außerdem die Typenbezeichnung Model E schützen - möglicherweise für den Nachfolger des populären Roadsters.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen