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Aus der Studie L1 ist mit dem XL1 innerhalb von elf Jahren ein serienreifes Auto geworden.
Aus der Studie L1 ist mit dem XL1 innerhalb von elf Jahren ein serienreifes Auto geworden.(Foto: Abdruck fuer Pressezwecke honora)

Vorerst nur als Kleinserie: VW baut 1-Liter-Auto XL1

Mit dem XL1 wird VW das erste 1-Liter-Auto der Welt in die Serienproduktion geben. Wie groß die Stückzahlen sein werden, ist noch nicht bekannt. Allein die technischen Werte des Fahrzeuges müssen vorerst beeindrucken und sollen Ausdruck dafür sein, was aus Wolfsburg in Zukunft noch zu erwarten ist.

Seit elf Jahren werkeln die Wolfsburger an ihrem 1-Liter-Auto. Immer, wenn es gerade passt, wird das Schmuckstück mit dem schlichten Namen XL1 aus dem Säckchen gezogen und der Öffentlichkeit präsentiert. So auch heute, obgleich es diesmal doch etwas anders ist. VW präsentiert den Spritsparer nicht nur, sondern kündigt auch die Serienfertigung des Zweisitzers an. Wie groß die Serie ist, bleibt noch geheim. Auch über den Preis bewahrt man in Wolfsburg Stillschweigen. Nur so viel wurde bekannt, dass es sich um eine "Kleinserie" handeln wird, die in einem Werk in Osnabrück manufakturähnlich gebaut werden soll.

1 Liter Diesel auf 100 Kilometer

Herzstück des XL1 ist das Hybridsystem aus 2-Zylinder-TDI-Motor (48 PS), E-Motor (27 PS), 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und Lithium-Ionen-Batterie. Damit soll der Wagen bei einem Verbrauch knapp unter einem Liter nur mehr 21 g/km CO2 ausstoßen sowie eine Distanz von bis zu 50 Kilometern im reinen E-Betrieb bewältigen. Bei Bedarf beschleunigt der mit einem perfekten Cw-Wert von 0,189 ausgestattete Aerodynamiker mit einem Gewicht von lediglich 795 Kilogramm in 12,7 Sekunden auf Tempo 100 und ist sogar in der Lage, bis zu 160 km/h schnell zu werden. Ob bei dieser Spitzengeschwindigkeit der Wert von 0,9 Litern Diesel auf 100 Kilometer gehalten werden kann, darf bezweifelt werden. Die Reichweite des Fahrzeuges gibt Volkswagen im Zusammenspiel von TDI und Elektromotor mit etwa 500 Kilometern an.

Beachtlich sind die Maße, die der XL1 im Gegensatz zu herkömmlichen Pkw einnimmt. Mit 3,88 Metern in der Länge ist er fast so groß wie ein Polo. Auch in der Breite erreicht er den Kleinwagen aus Wolfsburg fast. Lediglich die Höhe von 1,15 Meter gleicht eher der eines reinrassigen Sportwagens. Selbst der aktuelle Porsche Boxster misst hier noch 129 Millimeter mehr als der XL1.

XL1 ist die dritte Evolutionsstufe

Konzeptionell verbirgt sich hinter dem XL1 die dritte Evolutionsstufe der 1-Liter-Auto-Strategie von Volkswagen. Bei der silbernen Flunder aus carbonfaserverstärktem Kunststoff, die in Wolfsburg lautlos auf die Bühne surrt, sitzen die Passagiere nicht mehr wie noch beim L1 hintereinander, sondern wie gewohnt nebeneinander. Spektakulär sind die großzügig bemessenen Flügeltüren, die es anscheinend sogar von den Studien bis zum Serienstart geschafft haben. Die kraftvolle, coupé-artige Silhouette ist vorne breit und verjüngt sich nach hinten, wobei die hinteren Räder voll verkleidet sind, um Verwirbelungen zu minimieren. Zur Optimierung der Aerodynamik wurde auf Außenspiegel komplett verzichtet. An ihrer Stelle kommen in den Flügeltüren kleine Kameras zum Einsatz, die den rückwärtigen Raum auf zwei Displays im Innenraum abbilden.

Der Aufsichtsratvorsitzende der Volkswagen AG, Ferdinand Piëch, hatte Anfang des Jahrhunderts das visionäre Ziel formuliert, ein vollwertiges, alltagstaugliches Auto mit einem Verbrauch von einem Liter zur Serienreife zu bringen. "Mit dem zweisitzigen XL1 ist diese Vision Realität geworden", so VW.

Quelle: n-tv.de

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