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Obama fordert, dass Russland künftig "eine konstruktive Rolle" in Syrien spielt.
Obama fordert, dass Russland künftig "eine konstruktive Rolle" in Syrien spielt.(Foto: AP)

Verhärtete Fronten im Syrien-Krieg: Obama fordert Putin auf, einzulenken

Der Westen will, dass Russland keine gemäßigten Rebellen in Syrien mehr bombardiert. Russland lehnt das aber bisher ab. US-Präsident Obama macht nun mehr Druck. Der russische Premier warnt derweil vor dem Einsatz ausländischer Bodentruppen.

US-Präsident Barack Obama hat Russlands Staatschef Wladimir Putin aufgefordert, die Luftangriffe gegen gemäßigte Rebellen in Syrien einzustellen. Nach einem Telefonat der beiden Präsidenten wurden nun weitere Details bekannt. So teilte das Weiße Haus mit, Obama habe unterstrichen, dass Russland von nun an "eine konstruktive Rolle" in Syrien spielen solle, indem die Luftangriffe auf gemäßigte Gegner des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad eingestellt werden.

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Die beiden Präsidenten hatten bereits am Samstag über die Syrien-Ergebnisse bei der Münchener Sicherheitskonferenz telefonisch beraten. Der Kreml hatte daraufhin mitgeteilt, beide hätten dabei vereinbart, "eine Kooperation über diplomatische Kanäle und andere Strukturen einzuleiten". Washington zufolge waren sich beide auch einig, dass rasch ein Zugang für humanitäre Hilfe zu belagerten Orten in Syrien geschaffen und ein Ende der Kämpfe in dem Land in die Wege geleitet werden müssten.

Die Syrien-Kontaktgruppe hatte sich in der Nacht zum Freitag auf eine Feuerpause in Syrien verständigt, die binnen einer Woche in Kraft treten soll. Allerdings hat die Türkei inzwischen damit begonnen, kurdische Stellungen in Nordsyrien zu bombardieren. Russland unterstützt in Syrien die Regierungstruppen in ihrem Kampf gegen Rebellen.

Paris: Türkei soll Angriffe gegen Kurden stoppen

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Die französische Regierung rief Ankara nun auf, die Angriffe gegen die kurdischen Kämpfer in Syrien "sofort" einzustellen. Zugleich forderte Paris erneut, dass die syrische Armee und ihre Verbündeten ihre Angriffe im Land beenden sollten. Alle Bombardierungen in Nordsyrien und der Region um Aleppo müssten aufhören, hieß es vom französischen Außenministerium."Absolute Priorität" müssten die Umsetzung der Beschlüsse von München sowie der Kampf gegen die Islamistenmiliz Islamischer Staat (IS) haben, hieß es in einer Erklärung des französischen Außenministeriums.

Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew zeigt sich nach dem Ende der Münchener Sicherheitskonferenz "verhalten optimistisch", dass eine Lösung für den Syrien-Konflikt gefunden wird. Ohne Einigung würden in Syrien weiter Menschen getötet und sich der "massenhafte Zustrom von Flüchtlingen nach Europa" fortsetzen. "Es wird uns dann unmöglich sein, den Terrorismus zu überwinden", sagte er in einem Interview des Fernsehsenders Euronews.

Medwedew: Bodentruppen bedeuten einen langen Krieg

Medwedew erklärte erneut seine Unterstützung  für den syrischen Machthaber Baschar al-Assad. "Er ist der amtierende Präsident, ob einem das gefällt oder nicht. Ihn zu entmachten, würde zu Chaos führen", sagte der Regierungschef und verwies auf Verwerfungen etwa in Libyen. Außerdem warnte der russische Premier vor dem Einsatz ausländischer Bodentruppen in Syrien. Dies würde zu einem umfassenden und langen Krieg führen.

Medwedew reagierte damit auf Äußerungen von US-Außenminister John Kerry. Dieser hatte gesagt, wenn es nicht gelinge eine Waffenruhe in Syrien zu erreichen, könnten weitere ausländische Truppen in den Konflikt eingreifen. Dies hätte Kerry nicht sagen sollen, bemerkte Medwedew laut der von seinem Büro am Sonntag verbreiteten Mitschrift des Interviews. Wenn er einen langen Krieg haben wolle, dann könne er mit Bodeneinsätzen beginnen. Man solle aber nicht versuchen, andere einzuschüchtern.

US-Präsident Barack Obama hat die Entsendung von Bodentruppen nach Syrien ausgeschlossen. Allerdings hat Saudi-Arabien kürzlich solche Einheiten angeboten, um den IS zu bekämpfen. Russland stützt das Regime in Damaskus mit Luftangriffen. Der Westen wirft Moskau vor, auch Zivilisten und die Opposition zu treffen.

Quelle: n-tv.de

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