Politik
Video

Illegale Einwanderer beschäftigt?: Trump muss ordentlich einstecken

Er will Präsident werden und dafür teilt Donald Trump gerne aus. Bei diesem TV-Duell allerdings gelten die Attacken ihm selbst: Es geht um illegale Einwanderer, Mexiko und seine reiche Herkunft.

Nach seinen Siegen in drei der ersten vier Vorwahlen der US-Republikaner ist der Geschäftsmann Donald Trump von seinen Rivalen Marco Rubio und Ted Cruz scharf attackiert worden. In der letzten Fernsehdebatte vor dem "Super Tuesday", wenn die republikanische Basis in elf Bundesstaaten abstimmt, warf Rubio dem Immobilientycoon vor, auf seinen Baustellen in den 1980er Jahren illegale Einwanderer beschäftigt zu haben.

Insgesamt sind noch fünf Bewerber im Rennen.
Insgesamt sind noch fünf Bewerber im Rennen.(Foto: dpa)

"Polnische Arbeiter. Eine Strafe von einer Million Dollar, weil er polnische Arbeiter bei einem seiner Projekte beschäftigt hat", sagte Rubio bei der Debatte im texanischen Houston. Mit Blick auf Trumps Plan einer Mauer an der Grenze zu Mexiko fügte er später hinzu: "Wenn er die Mauer auf die Weise baut, wie er die Trump Tower gebaut hat, dann wird er dabei illegale Einwanderer einsetzen."

Trump entgegnete scharf auf Rubios Breitseite: "Ich bin der einzige auf dieser Bühne, der Leute eingestellt hat. Du hast niemanden eingestellt." Doch der Senator schoss zurück und sprach die Herkunft des Milliardärs aus reichen Verhältnissen an: "Wenn er nicht 200 Millionen geerbt hätte, wisst ihr, wo Donald Trump jetzt wäre? Uhren verkaufen in Manhattan."

Nahostkonflikt "kein Immobiliendeal"

Cruz ging Trump bei der vom Nachrichtensender CNN übertragenen Debatte ebenfalls hart an und warf dem Geschäftsmann Opportunismus bei dessen populistischen Äußerungen in der Einwanderungspolitik vor. Der erzkonservative Senator sagte, als er selbst im Jahr 2013 im Kongress gegen ein Einwanderungsgesetz gekämpft habe, habe Trump die Reality-TV-Show "Celebrity Apprentice" moderiert und dort gerade den früheren Basketball-Profi Dennis Rodman gefeuert.

Auch bei der Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama geriet Trump unter Druck. Rubio warf ihm vor, einige Elemente von Obamacare wie die Versicherungspflicht aller Bürger zu unterstützen und keinen Plan für einen Ersatz zu haben. Cruz legte derweil nahe, dass Trump finanzielle Unregelmäßigkeiten verbergen könnte, weil er bislang keine Steuererklärung veröffentlicht habe.

In der Außenpolitik kritisierte Cruz den Geschäftsmann dafür, nicht an der Seite von Israel zu stehen und eine neutrale Haltung bei Verhandlungen über ein Friedensabkommen mit den Palästinensern einnehmen zu wollen. Dies sei ein weiterer Bereich, bei dem Trump mit der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton übereinstimme. Rubio ergänzte: Die Lösung des Nahostkonfliktes sei "kein Immobiliendeal".

Biden entschuldigt sich für Ausfälle

Derweil entschuldigte sich US-Vizepräsident Joe Biden in Mexiko für die Ausfälle gegen Migranten im US-Wahlkampf. Dies entspreche nicht die Ansicht der meisten Amerikaner, versicherte Biden mit Blick auf die üblichen Attacken Trumps gegen mexikanische Einwanderer in den USA. Im Rennen um das Weiße Haus gebe es eine inakzeptable und schädliche Rhetorik, bedauerte Biden im Beisein von Peña Nieto. "Ich entschuldige mich für diesen Wahlkampf in meinem Land", sagte der US-Vizepräsident.

Cruz hatte Anfang Februar die erste Vorwahl der Republikaner in Iowa gewonnen. Die nächsten drei Abstimmungen in New Hampshire, South Carolina und Nevada gingen klar an Trump, der auch in landesweiten Umfragen in Führung liegt. Rubio, hinter dem sich gemäßigte Konservative und das republikanische Establishment versammelt haben, wartet noch auf einen Vorwahl-Sieg. Im Rennen sind weiterhin Ohios Gouverneur John Kasich und der frühere Neurochirurg Ben Carson, die ebenfalls an der Fernsehdebatte teilnahmen.

Bei den Demokraten gilt Clinton als Favoritin. Ihr Rivale Bernie Sanders setzt die frühere Außenministerin und ehemalige First Lady aber von links unter Druck. Die nächste Demokraten-Vorwahl findet am Samstag in South Carolina statt. Anschließend ringen die Präsidentschaftsbewerber beider Parteien am Dienstag beim "Super Tuesday" in je elf Staaten um Delegiertenstimmen.

Die Abstimmungen beider Parteien in den 50 US-Staaten ziehen sich bis in den Frühsommer. Die Delegierten von Republikanern und Demokraten küren ihre Kandidaten dann offiziell bei den Nominierungsparteitagen im Juli. Die USA wählen am 8. November ein neues Staatsoberhaupt. Der Demokrat Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen