Wirtschaft
Selbst der Apfel ist nicht mehr sicher: Ist es der Geltungsdrang hochbegabter Außenseiter oder ein staatlich gelenkter Angriff?
Selbst der Apfel ist nicht mehr sicher: Ist es der Geltungsdrang hochbegabter Außenseiter oder ein staatlich gelenkter Angriff?(Foto: picture alliance / dpa)

Eiliges Update für Mac-User: Apple entdeckt Hacker-Angriff

Alarm in der Konzernzentrale: Nach Twitter und Facebook wird ein weiteres Aushängeschild der US-Wirtschaft zur Zielscheibe bösartiger Attacken aus dem Internet. Unter Hochdruck arbeitet Apple daran, die Sicherheitslücke bei seinen Mac-Computern zu schließen.

Der US-Konzern Apple ist eigenen Angaben zufolge einem Hacker-Angriff zum Opfer gefallen. Einige wenige Macintosh-Computer von Apple-Angestellten seien von den gleichen Angreifern heimgesucht worden, die auch Facebook ausspionieren wollten, teilte Apple mit.

Nach bisherigen Erkenntnissen seien keine Daten gestohlen worden. Der iPhone- und iPad-Anbieter betonte, bei der Aufklärung des Falls mit den Strafbehörden zusammenarbeiten zu wollen. Noch im Lauf des Tages wollte Apple ein Software-Update auf den Markt bringen, mit dem sich Angestellte und Kunden gegen das von den Hackern eingesetzte Schadprogramm schützen können.

Erst Ende vergangener Woche hatte das weltgrößte soziale Netzwerk Facebook bekanntgegeben, dass einige Laptops von Angestellten Ziel einer Hacker-Attacke waren. Wie bereits in früheren Fällen, sollen die Spuren nach China führen.

Zuvor waren bereits auch der Online-Kurznachrichtendienst Twitter sowie die Internetseiten der "New York Times" und des "Wall Street Journal" von bislang unbekannten Eindringlingen heimgesucht worden. Über die Motive der Angreifer kann bislang nur spekuliert werden. Auch der vermutete Zusammenhang mit verdächtigen Aktivitäten in China ist bislang nur Spekulation.

Die Häufung der Attacken gegen prestigeträchtige Adressen der US-Wirtschaft sorgen für Unruhe bis in allerhöchste politische Kreise. Um auf die Angriffe fremder Mächte schnell und hart zu reagieren, ordnete US-Präsident Barack Obama bereits per Dekret einen besseren Schutz wichtiger US-Internetseiten vor Cyber-Attacken an.

Unsichtbare Frontlinien

Der ungestörte Betrieb von Online-Diensten ist für freie Marktwirtschaften längst überlebenswichtig. Kritische Beobachter warnen seit Jahren vor der Verwundbarkeit moderner Volkswirtschaften für gezielte oder zufällige Störungen in der Infrastruktur. Der wirtschaftliche Schaden wäre in jedem Fall enorm.

Die Bandbreite der denkbaren Angriffsziele reicht dabei von der einfachen Wirtschaftsspionage mit dem Diebstahl von Konstruktionsplänen, strategischen Unterlagen oder anderen Geschäftsgeheimnissen bis hin zu verdeckten Manipulationen und offener Sabotage.

Vereinzelt ist in diesem Zusammenhang auch von der Möglichkeit eines "Cyber-Krieges" die Rede. Der Begriff bezieht sich auf militärische Auseinandersetzungen, die nicht mit Waffengewalt, sondern mit den Mitteln überlegener Software-Attacken ausgetragen werden könnten. Berichten zufolge bemüht sich nicht nur das Pentagon in Washington, offenkundige Entwicklungsrückstände auf diesem Gebiet aufzuholen.

Quelle: n-tv.de

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