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Neben Twitter wurde eine Reihe von US-Medien angegriffen.
Neben Twitter wurde eine Reihe von US-Medien angegriffen.(Foto: dapd)

250.000 Nutzer betroffen: Hacker spähen Twitter aus

Nach Angriffen auf US-Zeitungen verschaffen sich Hacker diesmal Zugang zu Twitter-Zugangsdaten. Noch ist unklar, woher der Angriff kommt. Wieder steht China im Verdacht. Auch die "Washington Post" meldet eine Attacke - und vermutet Peking hinter der Spionage.

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Unbekannte Hacker haben Twitter attackiert. Wie Sicherheitsdirektor Bob Lord in seinem Blog schrieb, wurde Twitter Opfer einer "technisch ausgefeilten" Cyber-Attacke. Der Hacker-Angriff, von dem rund 250.000 Nutzern betroffen seien, sei "nicht das Werk von Amateuren". Twitter vermute, dass es sich nicht um einen Einzelfall handele. Die Hacker hätten sich unter anderem Zugang zu Nutzernamen, Email-Adressen, Passwörtern und anderen Daten verschafft. Twitter hat weltweit rund 200 Millionen Nutzer.

Das Unternehmen habe in dieser Woche zunächst Anzeichen für einen Hackerangriff entdeckt und bei einer Überprüfung die Cyber-Attacke bemerkt. Twitter habe nun die Zugangsdaten der betroffenen Nutzerkonten sicherheitshalber ungültig gemacht und die Kontoinhaber per Mail aufgefordert, neue Passwörter anzulegen.

Twitter äußerte sich nicht dazu, von wo aus der Angriff geführt wurde. Die Hacker hätten jedoch "extrem ausgefeilte" Technik eingesetzt, und offenbar seien andere Unternehmen und Organisationen "in jüngster Zeit auf ähnliche Weise angegriffen worden".

"Washington Post" im Visier

Die "New York Times", das "Wall Street Journal"  und die Finanznachrichtenagentur Bloomberg hatten in den vergangenen Tagen über Hacker-Angriffe berichtet und China als Drahtzieher vermutet. Die "New York Times" und das "Wall Street Journal" berichteten, die Angriffe hätten sich ereignet, als sie an Berichten über das Vermögen von Familien führender chinesischer Politiker arbeiteten.

Am Samstag gab auch die "Washington Post" bekannt, sie sei Opfer eines mutmaßlich chinesischen Hacker-Angriffs geworden. Die Attacke sei 2011 entdeckt und gestoppt worden. Die Eindringlinge seien wohl seit 2008 oder 2009 unbemerkt im Computer-Netzwerk unterwegs gewesen, hieß es. Dabei hätten sie wahrscheinlich auch Administrator-Passwörter gestohlen, die ihnen weitreichenden Zugang zu allen Systemen gewährt hätten. Es sei unklar, ob und welche Informationen gestohlen worden seien.

Die Behörden in China weisen die seit Jahren andauernden Vorwürfe der Cyberspionage stets zurück.

Quelle: n-tv.de

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