Dienstag, 20. Dezember 2011
AAA in Gefahr: Fitch beäugt EFSF
Der Euro-Rettungsfonds bekommt auch Druck von Fitch. Die US-Ratingagentur sieht dessen AAA-Bonität wegen des negativen Ausblicks für Frankreich als gefährdet an. Die Regierung in Paris kämpft derzeit mit zwei Sparpaketen gegen die drohende Herabstufung an.Die Ratingagentur Fitch hält die Topbonität AAA des Euro-Rettungsfonds EFSF für gefährdet. Die Bestnote für die Kreditwürdigkeit des Fonds hänge entscheidend von dessen Garantiegeberländern Frankreich und Deutschland mit ihrem AAA-Status ab, teilte das US-Unternehmen mit. Durch die Herabstufung des Ausblicks für Frankreich auf "negativ" habe sich "das Risiko einer Herabstufung des EFSF erhöht".
Bereits Anfang Dezember hatte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) dem Euro-Rettungsfonds mit dem Entzug seiner Topnote gedroht, nachdem die Agentur Deutschland und fünf weitere Euro-Staaten vor einem Entzug ihrer Bestnote gewarnt hatte.
Fitch hatte zu Frankreich vor wenigen Tagen festgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Herabstufung der AAA-Note in den kommenden zwei Jahren bei mehr als 50 Prozent liege. Im Vergleich zu anderen Ländern mit der Topnote AAA sei in Frankreich eine Verschlimmerung der Krise am ehesten möglich. Grund dafür seien das Haushaltsdefizit und die vergleichsweise hohen Schulden. Auch die dritte große Ratingagentur, Moody's, hatte Frankreich mit der Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit gedroht.
Die Regierung in Paris hat bereits zwei rigide Sparpläne aufgelegt, um das hohe Haushaltsdefizit zu drücken und zugleich die AAA-Note zu bewahren. Im Zuge der europäischen Schuldenkrise waren aber zeitweise die Risikoaufschläge für französische Staatsschuldtitel im Vergleich zu Deutschland drastisch angestiegen. Bei einer neuen Ausgabe von Schuldpapieren musste der Staat deshalb deutlich höhere Zinsen bezahlen. Dies belastet wiederum den Haushalt.
AFP
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