Neue Stellen reichen nichtUS-Jobmarkt weiter angestrengt
Auf dem US-Jobmarkt sind im vergangenen Monat mehr als 150.000 neue Stellen hinzugekommen. Das reicht aber gerade, um die Arbeitslosenquote von 9,6 Prozent nicht weiter ansteigen zu lassen. Um die Lage nachhaltig zu verbessern, sei ein viel stärkeres Wachstum nötig, meinen Ökonomen.
Die Lage am amerikanischen Jobmarkt bleibt trübe, allerdings kamen im vergangenen Monat erstmals seit Mai wieder Stellen hinzu. Im Oktober lag die Arbeitslosenquote unverändert bei 9,6 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Die größte Volkswirtschaft der Welt gewann aber 151.000 Stellen hinzu, weit mehr als doppelt so viele wie von Ökonomen prognostiziert.
Die US-Notenbank Fed hatte am Mittwoch das Tempo der Konjunkturerholung in den USA als "enttäuschend langsam" bezeichnet und den weiteren Kauf von Staatsanleihen für 600 Mrd. Dollar angekündigt. Damit sollen die Kreditzinsen gesenkt und die Nachfrage angekurbelt werden. Ihr Mandat besagt, dass die Federal Reserve sowohl Preisstabilität wie auch Vollbeschäftigung sichern soll. Die neuerliche geldpolitische Lockerung der Fed hatte jedoch weltweit Skepsis und Kritik ausgelöst, unter anderem in Deutschland.
Nur lindern, nicht heilen
Nach Berechnungen von Fachleuten entspricht der im Oktober erreichte Stellenzuwachs genau der Zahl an Jobs, die benötigt wurden, um die Arbeitslosigkeit nicht weiter steigen zu lassen. Um eine Lage nachhaltig zu verbessern, "brauchen wir ein viel stärkeres Wachstum", sagte Mark Zandi, Chefökonom des Wirtschaftsinstituts Moody's Analytics, im US-Wirtschaftssender CNBC nach Vorlage der Zahlen.
"Wir sehen eine schrittweise Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt", sagte Stephen Stanley, Chefökonom bei Pierpont Securities, der Wirtschaftsagentur Bloomberg vor Veröffentlichung der Daten. "Die Lage ist noch nicht gut, aber wir haben Wachstum, das sich wahrscheinlich beschleunigt. Kommt der Aufschwung voran, müssen die Firmen Leute einstellen, weil sie zuvor so viele entlassen haben."
Bedenklich blieb weiter der hohe Anteil der Langzeitarbeitslosen in den USA. Von allen Amerikanern ohne Job waren im Oktober knapp 42 Prozent länger als 27 Wochen auf Stellensuche.
Stellenzuwächse gab es den Ministeriumsangaben zufolge vor allem in Dienstleistungsberufen wie beim Einzelhandel und im Bergbau. Einbußen verzeichnete hingegen besonders die Unterhaltungs- und Freizeitindustrie.