"Es macht mir Spaß"Winterkorn will VW-Chef bleiben
VW-Chef Winterkorn soll den Autokonzern längwer führen als bislang bekannt. Sein Vertrag wird wohl um vier Jahre verlängert.
VW-Chef Martin Winterkorn will noch länger an der Spitze des größten europäischen Autokonzerns bleiben. "Es macht mir Spaß, ich fühle mich fit und wäre deshalb nicht abgeneigt, weiterzuarbeiten, wenn der Aufsichtsrat das wünscht", sagte Winterkorn dem "Spiegel". Es gebe im Konzern viele Themen, bei denen Kontinuität an der Spitze hilfreich sei.
Zuletzt hatte Betriebsratschef Bernd Osterloh angekündigt, die Arbeitnehmerseite werde im Aufsichtsrat für eine Vertragsverlängerung des Managers über das Ende seines laufenden Vertrages 2011 hinaus stimmen. Der "Focus" berichtet unter Berufung auf Aufsichtsratskreise, der Vertrag solle um mindestens vier Jahre verlängert werden. Bisher hatten Konzernkenner mit einer Vertragsverlängerung um drei Jahre gerechnet. Die Entscheidung werde der Aufsichtsrat von Volkswagen im November oder spätestens im Februar 2011 treffen, hieß es.
Der 63-jährige Winterkorn ist seit Anfang 2007 VW-Chef und leitete zuvor die Tochter Audi. Er gilt als enger Vertrauter des mächtigen VW-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch.
Der VW-Konzern hat ehrgeizige Pläne: Bis 2018 wollen die Wolfsburger Toyota als weltgrößten Autobauer ablösen. Bislang ist VW Nummer drei nach Toyota und General Motors. Winterkorn sagte, Toyota abzulösen sei ein "Kraftakt". Er verwies auf neue VW-Fabriken in China, den USA und Indien, die geplante massive Absatzsteigerung, den Ausbau der Zusammenarbeit mit dem japanischen Autobauer Suzuki und die Integration von Porsche in den Konzern. "Das sind alles keine Selbstläufer. Wir sind uns bewusst, wie ambitioniert unsere Ziele sind."
Bei Porsche sieht Winterkorn Versäumnisse. Bei manchen Themen spüre man, dass dort während der Übernahmeschlacht mit VW "eher Finanzthemen im Zentrum des Interesses standen als das Produkt, das Auto", kritisierte Winterkorn den Sportwagenhersteller, der mit dem Versuch gescheitert war, den viel größeren VW-Konzern zu übernehmen - und nun seinerseits in VW eingegliedert wird.
Der Konzernchef bestätigte, es werde ein zusätzliches Porsche-Modell auf den Markt kommen: "Ein neuer Geländewagen, ein kleiner Bruder des Cayenne, der Cajun heißen könnte".