Auto
So besser nicht: Wer einfach nur mal schnell auf den Auslöser drückt, der verringert womöglich die Verkaufschancen des Wagens deutlich.
So besser nicht: Wer einfach nur mal schnell auf den Auslöser drückt, der verringert womöglich die Verkaufschancen des Wagens deutlich.

Für bessere Verkaufserfolge: Autos richtig fotografieren

Gute Bilder spielen beim Veräußern eines Autos über die gängigen Internetportale eine große Rolle. Doch leider haben viele Verkäufer das offenbar noch nicht erkannt und versuchen mit schlechten Fotos ihr Fahrzeug an den Mann zu bringen. Meist zum eigenen Nachteil.

Bilder sagen mehr als Worte - das gilt auch für die Fotos der Anzeigen in Kfz-Verkaufsportalen. Wer sich durch die Bildergalerien der Autos klickt, sieht auf den ersten Blick, ob es sich um einen topgepflegten Gebrauchten handelt oder um eine Möhre.

Doch der erste Eindruck kann auch täuschen: Denn wer auf die Schnelle auf den Auslöser drückt und unbedacht schlechte Bilder einstellt, lässt selbst ein gebrauchtes Schätzchen unvorteilhaft wirken - und vergibt leichtfertig Verkaufschancen.

Gute Fotos erhöhten die Verkaufschancen eines Wagens deutlich, sagt Malte Krüger, Leiter des Deutschlandgeschäfts beim Internet-Fahrzeugmarkt mobile.de. Mehr als 1,4 Millionen Fahrzeuge stehen allein hier täglich zur Auswahl. Mit guten Bildern könnten Privatverkäufer aus dieser Masse hervorstechen und die Aufmerksamkeit potenzieller Käufer auf sich ziehen - und unter Umständen höhere Verkaufspreise erzielen. Denn weil Interessenten nicht in den Wagen hineingucken können, schließen sie vom äußeren Eindruck auf den technischen Zustand. Sieht der Wagen auf den Bildern gut aus, wird wohl auch die Technik in Ordnung sein, lautet die Schlussfolgerung.

Umfangreiche Beschreibung, schlechte Fotos

Vielen Verkäufern ist dieser Zusammenhang offenbar nicht bewusst. Denn laut Krüger stößt man in den Angeboten immer wieder auf wenig ansprechende Fotos, während die dazugehörende Fahrzeugbeschreibung sehr ausführlich ist. Wer nach einem Gebrauchten sucht, wird aber im Zweifelsfall bei einem solchen Angebot gar nicht erst anrufen. Dabei muss man kein Profi sein, um von seinem zum Verkauf stehenden Auto gute Aufnahmen zu machen. Auch Laien können ihren Wagen mit einer üblichen Digitalkamera so fotografieren, dass er im Verkaufsportal gut rüberkommt und Interessenten neugierig macht.

Wichtig ist dazu zunächst die Vorbereitung: Der Wagen sollte sauber und auch innen gründlich gereinigt sein, empfiehlt Malte Krüger. Für seriös wirkende Innenaufnahmen wird besser sämtliches Krimskrams aus den Ablagen geräumt. das gilt auch für alle persönlichen Gegenstände sowie Aufkleber, ergänzt Conrad Piepenburg, der als Fotograf Werbeaufnahmen für Autohersteller macht. "Interessenten sollen sich vorstellen können, Ihr Auto bereits zu besitzen." Auch Aufnahmen, auf denen am Wagen die schicken Sommer-Aluräder montiert sind, wirken besser als Fotos, auf denen noch die angerosteten Stahlfelgen der Winterbereifung zu sehen sind.

Bedeckter Himmel von Vorteil

Für die Aufnahme wird der Wagen dann auf einen freien Platz gestellt. Das kann zum Beispiel ein leerer Parkplatz eines Supermarktes sein, schlägt Piepenburg vor. Das hat den Vorteil, dass im Hintergrund nichts vom Hauptmotiv ablenkt. Gute Bilder lassen sich am besten tagsüber bei bedecktem Himmel machen. Im prallen Sonnenlicht gibt es Lichtreflexionen im Lack. Außerdem stören Schattenwurf und starke Kontraste, so der Profi-Fotograf, der zum Thema "Autos fotografieren" einen Ratgeber für Laien geschrieben hat.

Die Aufnahmen sollten aus acht bis zehn Metern Entfernung geschossen werden. "Als Faustregel gilt: mindestens zwei Autolängen Abstand bei Fotos von außen", sagt Piepenburg. "Wenn Sie zu nah am Auto stehen, sieht das Auto aus wie ein Ei." Hintergrund ist, dass die Formen verzerrt werden. Die "Schokoladenseite" ihres Autos zeigen Verkäufer, wenn sie es von schräg vorne links aufnehmen. Die Räder sollten nach rechts eingeschlagen werden, damit die Felgen besser zur Geltung kommen. Der Zoom sollte so eingestellt werden, dass das Auto formatfüllend abgebildet ist.

Viele Aufnahmen

Das zweite Motiv sollte den Wagen dann von schräg hinten rechts zeigen. "Diese beiden Bilder reichen grundsätzlich aus, um das Auto von außen zu beschreiben", erläutert Piepenburg. "Alle vier Seiten sind sichtbar und die Felgen sind gut zu erkennen." Als zusätzliche Motive bieten sich darüber hinaus Aufnahmen von der Seite, direkt von vorn, vom Innenraum sowie von Ausstattungsdetails an, auf die der Verkäufer besonders hinweisen möchte.

Wichtig ist in jedem Fall, sich für die Fotosession Zeit zu nehmen und viele Aufnahmen zu machen, rät Constanze Clauß vom Photoindustrie Verband. Besser sei es, später am Rechner aus vielen Aufnahmen die besten auszuwählen. Eine Sichtung mit Nachbearbeitung ist ohnehin nötig - aus Sicherheitsgründen, so Clauß. Denn Autoverkäufer sollten keinesfalls ihr Kennzeichen zeigen, um Fremden Rückschlüsse auf sich und ihren Wohnsitz zu ermöglichen. Mit einem Bildbearbeitungsprogramm sind die Kennzeichen schnell unkenntlich gemacht. "Man sollte nicht zu viel von sich preisgeben", mahnt Clauß. Denn auch wenn die Bilder für die Verkaufsanzeige möglichst aussagekräftig sein sollten, alles sollten sie dann auch wieder nicht verraten.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

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