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Wirbelt mächtig Staub auf: die zweite Generation des Mercedes GL.
Wirbelt mächtig Staub auf: die zweite Generation des Mercedes GL.(Foto: Daimler)

Der Größte unter den Großen: Mercedes krönt GL zum Kaiser

Länger, stärker und mit exklusiver Ausstattung geht das Dickschiff unter den großen Geländegängern in die nächste Generation. Dennoch setzt die Mercedes-GL-Klasse im Kampf um die Marktmacht bei den Luxus-Allradlern auch auf sparsamere Antriebe.

Nie waren sie so wichtigwie heute, die Geländegänger für Familie, Freizeit und schnelle Straßen. SUV sindweltweit auf dem Vormarsch, hierzulande vor allem in kompakter Form. In Amerikaund China sind es dagegen die schweren Allesüberwinder mit maximaler Leistung undLuxus im Überfluss, die viel Geld in die Kassen der Hersteller schwemmen. Kein Wunderalso, dass Mercedes-Benz die zweite Generation der mächtigen GL-Klasse noch größerdimensioniert hat, schließlich gilt es, ganz vorn zu bleiben im Kampf gegen Konkurrentenwie Audi Q7, Range Rover oder Toyota Land Cruiser V8. Tatsächlich ist der bereitsbestellbare und ab November in Deutschland verfügbare Mercedes GL jetzt zum Kaiserin der Königsklasse der Geländewagen aufgestiegen, zumindest was die Länge betrifft.Mit bis zu 5,15 Metern übertrifft der GL sogar in Amerika fast alle anderen, nurdie monströsen Langversionen von Cadillac Escalade und Lincoln Navigator benötigennoch gewaltigere Parkbuchten. Wichtig für patriotische Amerikaner: Der in Tuscaloosa/Alabamagebaute Mercedes kann mit Heimvorteil punkten.

Im Kampf gegen die Konkurrenz ist der GL noch größer geworden.
Im Kampf gegen die Konkurrenz ist der GL noch größer geworden.(Foto: Daimler)

Gar nicht anachronistischgibt sich die größere und stärkere zweite GL-Generation in puncto Sparsamkeit undCO2-Emissionen. So wartet die Neuauflage des siebensitzigen GL mit bis zu 20 Prozentniedrigeren Verbrauchswerten auf trotz stärkerer Motoren und zusätzlicher Assistenzsysteme.Für einen Mercedes ungewöhnlich übersichtlich ist die Triebwerkspalette zur Markteinführung.Kleinstes Aggregat ist ein 258 PS leistender 3,0-Liter-V6-Diesel (GL 350 Bluetec,ab 72.471 Euro), darüber positioniert ist ein 435 PS starker 4,7-Liter-V8-Benziner(GL 500, ab 94.605 Euro) und als Spitzenmotorisierung dient ein 557 PS freisetzender5,5-Liter-V8-Benziner (GL 63 AMG, ab 130.305 Euro). Überraschend ist auch, dassdie Stuttgarter statt der sonst üblichen Preiserhöhung für die neue GL-Generationeine Preissenkung vornehmen. Bis zu 4000 Euro billiger als der Vorgänger ist derneue Offroader, allerdings sind Zentralsperre und Reduktionsgetriebe nicht mehrserienmäßig an Bord. Für den Basis-GL bedeutet dies andererseits aber immer noch20.000 Euro Aufschlag gegenüber dem billigsten Audi Q7, und der GL 63 AMG markiertsogar den absolut höchsten Preis aller Serien-Offroader.

Designer feilen behutsam an der Karosserie

Man muss schon genauer hinsehen,um den Generationenwechsel beim GL zu erkennen. Ganz behutsam feilten die Designeram Karosseriekörper, evolutionierten das Geländeflaggschiff, ohne es grundsätzlichzu verändern. Ganz so wie es die Kunden in dieser Klasse gemeinhin lieben. TiefereEingriffe machten dagegen die Techniker, die dem teuersten Offroader der Oberklassealles spendierten, was zu noch größerer Souveränität des Luxusliners beiträgt. Neusind die Beladungserkennung, ein Seitenwind- und Lenkassistent sowie das automatischeParksystem mit Kameraüberwachung. Assistenten, die Fahrten mit dem beladen immernoch bis zu knapp 3,3 Tonnen wiegenden Koloss ähnlich souverän, komfortabel undgelassen gestalten wie in einer S-Klasse-Limousine.

Die Motorenpalette ist ungewöhnlich übersichtlich.
Die Motorenpalette ist ungewöhnlich übersichtlich.(Foto: Daimler)

Was der GL im Alltag kann,klärt eine erste Testfahrten in New Mexico/USA. 308 Zentimeter Radstand künden vonviel Raum im Full-Size-SUV. Und tatsächlich bietet der GL relativ viel Platz aufallen Sitzen. Ganz hinten halten es jetzt sogar größere Kinder aus. Serienmäßiglässt sich die dritte Sitzreihe elektrisch vor- und zurückklappen. Und mit bis zu2300 Liter Volumen bietet der GL einen der größten Laderäume seiner Klasse. DasInterieur ist im typischen Mercedes-Stil eingerichtet, mit Liebe zum Detail, zwarnur optional mit feinstem Leder, immer aber mit einem Cockpit, das sich trotz vielerSchalter und Funktionen übersichtlich präsentiert.

Souveränität entschädigt

Gelassenheit in allen Fahrsituationenvermittelt die Sieben-Gang-Wandlerautomatik, bei der die Schaltvorgänge kaum wahrnehmbarsind. Gemütlich durch die Landschaft zu gleiten, ist dann auch die Paradedisziplindes GL, mehr noch als bei seinen Konkurrenten. Mag die Parkplatzsuche in Städtenfür den Riesen trotz Parkassistent beschwerlich sein, die Souveränität und Ruhe,mit der die GL-Klasse Fahrer und Passagiere auf großen Reisen verwöhnt, entschädigtfür fast alle Nachteile der äußeren Dimensionen. So bügelt der Benz dank Luftfederungholprige Beläge glatt und lässt sogar bei schneller Gangart genauso wenig Fahr-oder Windgeräusche ins Interieur dringen wie in einer S-Klasse-Limousine. Der GLvermittelt das Gefühl von Festung und Luxusliner zugleich, drängelnde Zeitgenossen,dichtes Verkehrsgewühl oder Wetterkapriolen lassen die Besatzung unberührt.

Der serienmäßige Allradantriebund die höhenverstellbare Federung tragen ebenfalls zum Relax-Gefühl bei. Bis zu3,5 Tonnen Anhängelast genügen zudem für schwere Pferdeanhänger oder große Sportboote.Für die Kür des Kraxelns in Bergen, Wüsten und Dschungel gibt es gegen Aufpreisaktive Stabilisatoren für mehr Verschränkung im Gelände, aber auch weniger Wankbewegungauf Asphalt. Außerdem steht ein Offroad-Paket auf der Optionenliste mit Geländeuntersetzung,Mitteldifferentialsperre, Unterfahrschutz, sechs einstellbaren Fahrprogrammen undbis zu 28,5 Zentimeter Bodenfreiheit.

Welcher Motor passt am bestenzu dem größten Geländegänger mit Stern auf der Haube? Kaiser aller kletterfähigenKraftprotze im XXL-Format ist der GL 63 AMG. Seine 557 PS sind nun das Referenzmaßfür die Offroad- Konkurrenz. Mit einem Sprintwert von unter fünf Sekunden für denSpurt von Null auf Tempo 100 kann es der Monster-GL sogar mit Sportwagen aufnehmen.Ebenso wie der GL 500 ist er erst bei 250 km/h abgeregelt, was die beiden Mercedeszu den schnellsten Geländegänger ihrer Klasse macht. Spritpreise oder CO2-Wertesollten dann allerdings keine Rolle spielen. Ganz anders beim 258 PS starken V6-Turbodiesel:7,4 Liter Normverbrauch und ein CO2-Ausstoß von 192 g/km genügen sogar noch fürdie Effizienzklasse B. Im Alltag sind es dann doch eher neun bis zehn Liter, dafürgibt sich der GL 350 BlueTec in fast allen Fahrsituationen souverän motorisiert.Für deutsche Straßen scheint der Diesel die Idealbesetzung unter der wuchtigen Motorhaubezu sein.

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Quelle: n-tv.de