Auto
Das Hauptkennzeichen des MQB in Bezug auf die Fahrzeuge der Zukunft ist die Flexibilität der Konstrukteure bei Länge, Breite und Radstand.
Das Hauptkennzeichen des MQB in Bezug auf die Fahrzeuge der Zukunft ist die Flexibilität der Konstrukteure bei Länge, Breite und Radstand.

Der Modulare Querbaukasten: VW revolutioniert den Autobau

von Holger Preiss

Die Erfindung des Fließbandes in der Autoindustrie durch Henry Ford war eine Revolution. Volkswagen zieht jetzt mit einer ähnlich umwälzenden Erfindung nach: dem Modularen Querbaukasten - kurz MQB. Das Konzept ist denkbar einfach: eine Plattform für alle Autotypen. Die Idee dürfte die Autoproduktion aber weltweit ändern.

Revolution ist ein großes Wort. Aber das, was Volkswagen seit Jahren in die Spur bringt und was nun in die neue Plattformstrategie mündet, ist tatsächlich eine Revolution. Das Zauberwort bei VW heißt Modularer Querbaukasten und dürfte über kurz oder lang die Fahrzeugproduktion weltweit umkrempeln. Das liegt schon allein an dem enormen Einsparpotenzial.

Doch was genau ist ein Modularer Querbaukasten (MQB)? Die etwas kryptische Bezeichnung meint nicht weniger als ein neues Plattformkonzept, das die Fahrzeugproduktion vereinheitlicht und künftig in über 40 Modellen von VW, Audi, Skoda und Seat zu finden sein wird.

Eine für alle

Ein Vorgeschmack auf den Modularen Querbaukasten liefert bereits die Studie des Cross Coupé.
Ein Vorgeschmack auf den Modularen Querbaukasten liefert bereits die Studie des Cross Coupé.(Foto: Abdruck fuer Pressezwecke honora)

Den Auftakt macht Audis A3 im Sommer. Gegen Ende des Jahres folgen der Golf VII, Seat Leon und Skoda Octavia. Einen ersten Vorgeschmack lieferte bereits die Studie des Cross Coupés, das seine Weltpremiere auf der Tokyo Motor Show feierte. Der MQB soll perspektivisch eine ganze Bandbreite von Fahrzeugen auf einer Plattform entstehen lassen. Dabei reichen die Größenordnungen vom Kleinwagen Polo, über den Passat bis hin zum Touran oder eben dem Volkswagen CC.

Das Hauptkennzeichen des MQB in Bezug auf die Fahrzeuge der Zukunft ist die Flexibilität der Konstrukteure bei Länge, Breite und Radstand. Fix ist lediglich der Bereich zwischen Vorderachse und Pedalen. Mit dem Einsatz des Modularen Querbaukastens kommt es auch zur Entwicklung einer neuen Generation von Diesel- und Ottomotoren. Sie sollen kompakter, stärker, leichter und sparsamer sein. Wichtigstes Kriterium ist aber der fixe Einbauwinkel von zwölf Grad und die Lage: quer. Dafür steht auch das Q in MQB.

Das modulare Virus verbreitet sich

Volkswagen hat das modulare Virus längst durch den gesamten Konzern gejagt. Neben dem von VW verantworteten MQB ist Audi für den Modularen Längsbaukasten (MLB) verantwortlich. Unter dem MLB soll Audi alles verwalten, was in Zukunft längs eingebaut wird. Porsche wiederum erhielt die MSB-Oberhoheit (Modularer Standardantriebsbaukasten), und ganz unten gibt's NSF (New Small Family) für Gerätschaften à la VW up, Seat Mii und Škoda Citigo als kompakteste Fahrzeugbaureihe.

Der ganzheitliche Ansatz, der hinter der modularen Idee steckt, wird dafür sorgen, dass sich die Komplexität und damit die Kosten über alle Plattformen hinweg verringern. Infotainment-Module, Klimaanlagen, alternative Antriebe und vor allem die Prozesse in der Produktion werden durch die Vereinheitlichung deutlich verschlankt.

Wer jetzt befürchtet, dass im Zuge dieses Gleichmaßes über alle Autos auch ein homogenes Blechkleid gestülpt wird, der irrt. Beim Styling läuft es nämlich ganz anders. Die Modul-Idee eröffnet den Designern ganz neue Möglichkeiten. Vor allem auf der Suche nach den idealen Proportionen wird der Spielraum dann noch viel größer werden.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen