Technik

Internetnutzung in Deutschland: 19 Millionen noch offline

Obwohl das Internet in vielen Lebensbereichen immer wichtiger wird, sind in Deutschland noch immer 19 Millionen Menschen offline. Vor allem im Osten finden viele Bundesbürger keinen Anschluss.

Für viele Deutsche ist der "Klammeraffe" noch ein Fremdzeichen.
Für viele Deutsche ist der "Klammeraffe" noch ein Fremdzeichen.

Laut aktuellem "(N)Onliner-Atlas" der Initiative D21 ist die Internetnutzung in Deutschland im vergangenen Jahr um 2,9 Prozentpunkte auf 72 Prozent gestiegen. Das sind rund zwei Millionen neue Nutzer. Doch von einer digitalen Gesellschaft ist Deutschland weit entfernt. Noch immer sind 28 Prozent und damit knapp 19 Millionen Menschen über 14 Jahren nicht online. Auch die diesjährige Zunahme fällt im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozentpunkte geringer aus.

Bremen ist spitze

Mit aktuell 80,2 Prozent Onliner-Anteil ist Bremen einsame Spitze bei der Internetnutzung. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein erneut hoher Zuwachs von sechs Prozentpunkten. Auch die anderen Stadtstaaten (Berlin 75,2 Prozent und Hamburg 75 Prozent) sind unter den Top 5 vertreten. Als einziges Flächenland kann sich Baden-Württemberg mit 76 Prozent dazwischen schieben und belegt den zweiten Platz bei der Internetnutzung unter den Bundesländern.

Starkes Ost-West-Gefälle

Rheinland-Pfalz weist mit 6,4 Prozent den höchsten Zuwachs aller Bundesländer auf. Vor allem die neuen Bundesländer stagnieren dagegen weitestgehend: Nicht einmal um ein Prozentpunkt ist im Vergleich zum Vorjahr in Sachsen (0,7 Prozentpunkte) und in Mecklenburg-Vorpommern (0,8 Prozentpunkte) die Internetnutzung gestiegen.

"Best Ager" holen auf

Auch wenn noch immer die Regel gilt, dass mit steigendem Alter die Internetnutzung abnimmt, verzeichnet auch in diesem Jahr die Altersgruppe 50plus mit 4,7 Prozentpunkten das höchste Wachstum. Inzwischen ist beinahe jeder zweite "Best Ager" (49,6 Prozent) online. Jedoch werden große Unterschiede in dieser Altersgruppe im Detail deutlich: Während bei den 50- bis 59-Jährigen noch 71,8 Prozent online sind, fällt dieser Wert bei den 60- bis 69-Jährigen auf 54,0 Prozent. Bei den über 70-Jährigen ist nur noch knapp jeder Vierte online.

Offline wegen Armut

Haushalte mit einem Nettoeinkommen von unter 1.000 Euro schaffen in diesem Jahr ebenfalls erstmals den Sprung über die 50-Prozent-Hürde. Trotz einer Steigerung um 4,5 Prozentpunkte in dieser Einkommensklasse, besteht nach wie vor ein mehr als deutlicher Zusammenhang zwischen der Internetnutzung und dem Einkommen. So sind beispielsweise 92 Prozent der Deutschen mit einem Haushaltseinkommen von über 3.000 Euro online und 80,0 Prozent der Einkommensschicht zwischen 2.000 und 3.000 Euro.

Quelle: n-tv.de

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