Technik

192 Euro für OpenOffice: Abzocker legen neue Abofalle

Klaus Wedekind

Verbraucherschützer warnen vor dem Internetportal Top-of-Software.de. Es lockt mit Gratis-Software Kunden in eine teure-Abofalle. Wer nicht zahlt, bekommt es mit einem berüchtigten Abmahnanwalt zu tun.

Top-Software.de wirkt auf den ersten Blick sehr seriös.
Top-Software.de wirkt auf den ersten Blick sehr seriös.

Top-of-software.de wird von der Mainzer Antassia GmbH betrieben. Wer der Chef ist, ist aus dem Impressum nicht zu ersehen. Wenn man aber im so genannten Whois nachprüft, wer hinter der Domain "top-of-software.de" steckt, stößt man auf die E-Mail-Adresse von Alexander Varin. Das deckt sich mit dem Handelsregistereintrag, in dem Varin als Geschäftsführer genannt wird.

Alexander Varin ist laut Antiabzocknet und anderen Verbraucherschutz-Seiten für Michael Burat tätig, der als Mitglied des so genannten Frankfurter Zirkels hinter zahlreichen Abzock-Seiten stecken soll. Wie unter anderem im Rechtsforum Juracafe.de nachzulesen ist, ließ sich Burat von dem gefürchteten Abmahn-Anwalt Günther Freiherr von Gravenreuth vertreten. Gravenreuth beging kürzlich Selbstmord, kurz bevor er eine 14-monatige Haftstrafe wegen Internetbetrugs antreten musste.

Alexander Varin hat bereits als Geschäftsführer von Content Services Limited (Opendownload.de) traurigen Ruhm erlangt. Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft Darmstadt gegen Varin und die Content Services LTD. Wie aus einer aktuellen Mitteilung ersichtlich ist, hat sie offenbar alle Hände voll zu tun: "Wegen des umfangreichen Ermittlungskomplexes wird darauf hingewiesen, dass aufgrund der Vielzahl der zu bearbeitenden Strafanzeigen Nachfragen zum jeweiligen Verfahrensstand nicht beantwortet werden können. Aus diesem Grund wird auch darum gebeten, von Akteneinsichtsgesuchen abzusehen."

Bekanntes Muster

Top-of-Software geht nach dem gleichen Muster wie Opendownload.de vor. Es bietet Gratis-Software zum Download an, wofür eine Registrierung nötig ist. Tun Nutzer dies, schließen sie gleichzeitig einen Abo-Vertrag ab, für den monatlich 8 Euro fällig sind. Der Vertrag läuft über zwei Jahre, womit der vermeindliche Gratis-Download sage und schreibe 192 Euro kostet. Zu erkennen ist dies für die Opfer kaum, der entsprechende Hinweis ist gut versteckt.

"Lassen Sie sich durch Rechnungen und Mahnschreiben der Firma nicht einschüchtern", lautet der Rat der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. "Weisen Sie die Zahlungsaufforderungen des Anbieters mit der Begründung zurück, dass kein rechtskräftiger Vertrag zustande gekommen ist." Besonders dreist: Die Rechnung und auch die Mahnung kommen per E-Mail. Der Versuch einer Antwortmail scheitert.

Wer nicht bezahlt, bekommt es mit dem bekannten Rechtsanwalt Olaf Tank zu tun. Tank trieb unter anderem auch für Opendownload.de offene Rechnungen ein. Jetzt mahnt er im Namen der Antassia GmbH die vermeintlichen Forderungen an. Betroffene sollten sich hierdurch jedoch nicht einschüchtern lassen, rät die Verbraucherzentrale.

Wer in eine Vertragsfalle getappt ist, kann sich unter www.vz-rlp.de/muster Musterschreiben herunterladen, um diesen Forderungen zu widersprechen. Auch die Beratungsstellen der Verbraucherzentrale stehen mit Rat und Unterstützung zur Verfügung.

Quelle: n-tv.de

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