Technik

Unverschämt gut: Chinesen fälschen Apple Stores

Ein verbreitetes Klischee besagt, Asiaten seien besonders gut im Kopieren. Meist bezieht sich das auf Markenprodukte oder urheberrechtlich geschützte Werke. Jetzt haben Blogger in Südchina komplett gefälschte Apple Stores entdeckt. Unklar bleibt, wo die angebotenen iPhones, iPads und MacBooks herkommen.

Der Apple-Store in München ist echt.
Der Apple-Store in München ist echt.

Die Betreiber des Blogs "Birdabroad" haben Fotos veröffentlicht, die mehrere Apple-Läden in der südchinesischen Provinzhauptstadt Kunming zeigen sollen. Die Gestaltung der Geschäfte, das ausliegende Werbematerial, die Produkte und sogar die Angestellten sehen aus wie in den anderen Filialen des überaus erfolgreichen Computerherstellers. Nur: es gibt bislang in China lediglich in Peking und Shanghai offizielle Apple Stores.

Die anonymen Blogger von "Birdabroad" berichten, dass ihnen zunächst unklar war, ob es sich um einen authentischen Laden handelte, als sie ihn entdeckten. Nur an Kleinigkeiten hätten sie schließlich bemerkt, dass es sich um eine Fälschung handeln müsse. So ziere der Schriftzug "Apple Store" die Fassade. Echte Läden begnügen sich mit dem Firmenlogo. Die Mitarbeiter trügen zwar die typischen blauen T-Shirts mit dem Apfel darauf, auf den Namensschildern stehe aber lediglich "Staff" ("Mitarbeiter") und nicht, wie sonst üblich, der Vorname.

Herkunft der Ware unklar

Wo die angebotenen iPhones, iPads und MacBooks herkommen und ob es sich dabei ebenfalls um Fälschungen handelt, war nicht herauszufinden. Die Mitarbeiter der Läden hätten sich den Bloggern gegenüber aber überzeugt gezeigt, tatsächlich für den Computerhersteller aus Cupertino zu arbeiten. Sicherheitskräfte wollten die Blogger nämlich zunächst daran hindern, Fotos von den insgesamt drei entdeckten Geschäften zu machen. Erst als diese behauptet hätten, im Auftrag der US-Firmenzentrale die Niederlassungen zu inspizieren, habe man sie gewähren lassen.

Apple ist dafür bekannt, nur sehr zurückhaltend neue Läden zu einzurichten und die Eröffnung jedes Mal als großen Event zu inszenieren. Etwa 300 "Retail Stores" gibt es derzeit weltweit, fünf davon in Deutschland: in Dresden, Hamburg, Oberhausen, Frankfurt und München. Selbst Berlin ging bislang leer aus.

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Quelle: n-tv.de

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