Technik
Montag, 11. April 2011

Dropbox und Wuala: Die besten Cloud-Handtaschen

Fotos, Videos oder Dokumente immer und überall parat zu haben, ist eine feine Sache. Die perfekte Lösung dafür ist Online-Speicherplatz, auf den man schnell und einfach per Computer oder Smartphone zugreifen kann. Die besten Cloud-Handtaschen sind Dropbox und Wuala - beide haben Vor- und Nachteile.

Wer keine sensiblen Dateien speichern möchte, ist mit der Dropbox gut bedient.
Wer keine sensiblen Dateien speichern möchte, ist mit der Dropbox gut bedient.

Millonen Nutzer haben USB-Sticks als praktische Daten-Container schätzen gelernt, mit denen man Fotos, Videos oder Dokumente immer dabeihaben kann. Die kleinen Flash-Speicher haben allerdings ihre Tücken: Man kann sie verlieren oder vergessen und Smartphones verweigern gewöhnlich den Kontakt zu ihnen. Die perfekte Alternative sind Online-Laufwerke, auf die Nutzer plattformunabhängig immer und überall zugreifen können und im Idealfall die Daten zwischen den genutzten Geräten synchron halten.

Für private Anwender sind Dropbox und Wuala derzeit die besten Lösungen. Sie sind kostenlos und sehr einfach zu bedienen. Je nachdem, welche Dateien gespeichert werden sollen und welche Zusatzfunktionen Nutzer erwarten, bieten die Dienste aber Vor- und Nachteile.

Gratis-Werbung

Dropbox ist vermutlich die zur Zeit am häufigsten genutzte digitale Handtasche. Sie unterstützt praktisch jede Plattform und kann auf Windows- und Linux-Rechnern, Mac-Computern, Android-Smartphones, Blackberrys, iPhones, iPads oder Windows-Phone-7-Geräten (Kickbox) installiert werden. Gratis stehen Nutzern 2 Gigabyte Speicherplatz zur Verfügung. Wenn andere Anwender eine Einladung zu Dropbox annehmen, gibt's pro neuen Account 250 Megabyte extra. Bei 8 Gigabyte ist allerdings Schluss. Wer 50 Gigabyte oder mehr Speicher benötigt, muss dafür mindestens 99 Dollar pro Jahr oder 10 Dollar pro Monat hinblättern.

Der Umgang mit der Dropbox ist denkbar einfach. Man lädt das Programm herunter, installiert es und legt mit E-Mail-Adresse plus Passwort ein Konto an. Um eine Datei in die Cloud zu schaffen, legt man sie einfach per Kopieren/Einfügen in einen der Ordner, die Dropbox standardmäßig anlegt: Photos, Public, Video. Man kann aber auch beliebig viele weitere Ordner erstellen. Dropbox bindet sich in die Systeme ein und ist so leicht erreichbar. Unter Windows erscheint die blaue Box beispielsweise in der Taskleiste und legt für den Benutzer einen Ordner im Explorer an. Auf Smartphones ist Dropbox unter anderem eine der Teilen-Optionen. Loggt man sich auf der Dropbox-Webseite ein, kann man seine Ordner auch dort bearbeiten.

Alles synchron

Sobald auf irgendeinem Gerät eine Datei in die Drobbox wandert, synchronisieren sich die entsprechenden Ordner auch auf allen anderen Geräten, die mit einem Dropbox-Konto verbunden sind. Ebenso werden alle Änderungen an einem Dokument sofort übernommen. Möchte man nicht, dass alle Ordner synchronisiert werden, legt man einzelne Ordner fest oder schließt sie aus. Nutzer können Bildergalerien oder einzelne Dateien teilen, indem sie einen Link verschicken. Sie können aber auch einen ganzen Ordner freigeben, um beispielsweise mit anderen Nutzern gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten.

Wuala ist relativ sicher, synchronisiert aber in der Gratis-Version Ordner nicht.
Wuala ist relativ sicher, synchronisiert aber in der Gratis-Version Ordner nicht.

Sensible Dateien sollten Nutzer aber nicht der Dropbox anvertrauen. Denn wie der Experte Derek Newton festgestellt hat, hat der Dienst ein dickes Sicherheitsproblem: Dropbox speichert alle Infos zur Autorisierung in nur einer Datei. Hacker können sich diese Datei beispielsweise mit einem Trojaner besorgen und so Zugang zu allen Dropbox-Ordnern eines Nutzers erhalten.

Eine Möglichkeit, sich abzusichern, ist eine Verschlüsselung mit dem empfehlenswerten Gratis-Programm TrueCrypt. Dropbox synchronisiert auch Container des Verschlüsselungsdienstes. Allerdings ist dann nur noch ein Zugriff mit Desktop-Rechnern möglich, da es für TrueCrypt keine mobile Version gibt.

Geben und Nehmen

Auch ohne TrueCrypt ist Wuala eine sichere Alternative zur Dropbox. Das Programm verschlüsselt Dateien nämlich bereits selbst und zwar direkt auf dem Nutzer-Rechner. Ohne Passwort kann somit niemand etwas mit den Dateien anfangen.

Wuala legt eine virtuelle Online-Festplatte an, die wie ein richtiges Laufwerk angezeigt wird. Gratis bietet Wuala nur 1 Gigabyte Speicherplatz. Nutzer, die auf ihrem Computer viel freien Speicherplatz haben und mindestens vier Stunden täglich online sind, können Speicherplatz tauschen. Um welchen Wert sich der virtuelle Speicher vergrößert, hängt neben dem freigegebenen Platz auch von der Bandbreite ab, die Wuala nutzen darf. Der Dienst bietet aber auch die Möglichkeit, bis zu 3 Gigabyte Extra-Platz zu schaffen, indem man Freunde einlädt. 250 Megabyte gibt's pro Beitritt.

Wer Freunde zu einem Online-Speicher einlädt, kann gratis Extra-Speicherplatz bekommen.
Wer Freunde zu einem Online-Speicher einlädt, kann gratis Extra-Speicherplatz bekommen.

Gratis bietet Wuala allerdings nicht alle Funktionen, die es bei Dropbox gibt. Nutzer können zwar Dateien oder Ordner teilen und sogar Arbeitsgruppen bilden. Eine automatische Synchronisierung aller oder einzelner Ordner und die Wiederherstellung vorheriger Versionen oder gelöschter Dateien gibt's erst ab 10 Gigabyte Speicherplatz. Pro Jahr kostet das 19 Euro.

Wuala steht derzeit Nutzern von Windows-, Mac- und Linux-Rechnern zur Verfügung. Mobil gibt's den Dienst bereits fürs iPhone, eine Android-Version ist in Arbeit. Durch die lokale Verschlüsselung können Nutzer nicht über die Wuala-Webseite auf ihre Ordner zugreifen. Es besteht aber die Möglichkeit, bei installiertem Java das Programm direkt aus dem Browser heraus zu starten.

Video

Quelle: n-tv.de

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