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AV-Test prüfte Tools, die nach einer Malware-Attacke beim Saubermachen helfen.
AV-Test prüfte Tools, die nach einer Malware-Attacke beim Saubermachen helfen.(Foto: imago/Ikon Images)
Donnerstag, 26. Oktober 2017

AV-Test prüft Helfer in der Not: Diese Dienste helfen nach Malware-Attacken

Wie bekommt man ein System wieder sauber, nachdem es mit Schadsoftware befallen wurde? AV-Test prüft 17 Lösungen. Die gute Nachricht: Helfen können viele. Aber ein häufig empfohlenes Programm versagt.

Attacken mit Schadsoftware auf Unternehmen und Privat-Rechner gehören längst zum Alltag. Besonders verbreitet sind aktuell sogenannte Ransomware-Angriffe, bei denen Erpresser Dateien verschlüsseln und dann ein Lösegeld von den Opfern verlangen. Wer sich vorsichtig und umsichtig im Netz bewegt, kann das Risiko eines Angriffs deutlich minimieren. Aber was tun, wenn der eigene Rechner doch einmal Ziel einer Attacke wurde? Dafür gibt es Lösungen und Hilfsmittel. Was die taugen, hat AV-Test untersucht.

Aufwändiger Test

Insgesamt 17 Lösungen haben die Experten geprüft, darunter neun Schutzpakete und acht frei im Netz verfügbare Tools, die beim Saubermachen helfen sollen. Der Test lief von Januar bis Juni 2017, die Ergebnisse hat AV-Test jetzt veröffentlicht.

Alle Lösungen wurden getestet, indem sie auf ein bereits infiziertes System aufgespielt wurden oder, in einem zweiten Szenario, bereits auf einem System installiert waren, das dann infiziert wurde. Anschließend mussten alle beweisen, dass sie die Schadsoftware erkennen, die aktiven Schädlings-Komponenten komplett entfernen und alle Veränderungen am System rückgängig machen können. Außerdem prüften die Tester, wie oft das jeweilige Schutzpaket diese Aufgaben perfekt erledigen konnte.

Das beste Schutzpaket im Test - und das einzige, das alle 38 Attacken restlos beseitigte - ist Kaspersky Internet Security 17.0. Ebenfalls gut sind die Lösungen Bitdefender Internet Security 21.0, Avast Free Antivirus 17.5, G Data Internet Security 25.3, Avira Antivirus Pro 15.0 und Symantec Norton Security 22.9, die nur ungefährliche Dateireste hinterließen. Nicht so gut schnitten Malwarebytes Premium 3.1 und Microsoft Security Essentials 4.10 ab. Beide konnten drei Schädlingskomponenten nicht entfernen, Microsofts Lösung erkannte zudem zwei Schädlinge gar nicht. Nicht empfehlenswert ist der Spyhunter 4 von Enigma Software, der in sechs Fällen die Angreifer nicht erkannte.

Finger weg vom heißen Tipp

Das beste Spezial-Tool kommt ebenfalls von Kaspersky. Das Virus Removal Tool 15.0 erkannte alle Angreifer und stellte das System wieder her. Bitdefenders Rescue Disk 2.1 arbeitete ähnlich gut. Die Tools Heise Disinfect 2016/17 und G Data BootMedium arbeiteten gut, aber weniger gründlich, sie hinterließen ungefährliche Dateireste.

Tragisches Schlusslicht bei den Tools ist der DE Cleaner Antibot 3.7, ein kostenloses Angebot des Verbandes der Internetwirtschaft e.V., der laut AV-Test unter anderem vom Bundesinnenministerium empfohlen wird. Er leistete bei 14 Angreifern gute Arbeit, erkannte aber fünf Angreifer überhaupt nicht. Das war die schwächste Leistung im Test.

Damit kommen die Tester zu einem eindeutigen Fazit: Hände weg vom DE Cleaner Antibot. Uneingeschränkt empfohlen werden Lösungen von Kaspersky. Die Suiten von Bitdefender, Avast, G Date, Avira und Symantec sind ebenfalls empfehlenswert, bei den Rettungs-Tools sind es die Angebote von Kaspersky, Bitdefender, Heise und G Data.

Quelle: n-tv.de

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