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Breitmaulnashorn im Ol Pejeta Reservat in Kenia. Nur noch vier Exemplare leben hier.
Breitmaulnashorn im Ol Pejeta Reservat in Kenia. Nur noch vier Exemplare leben hier.(Foto: picture alliance / dpa)

Spektakuläres Projekt in Kenia: Drohnen bewachen Nashörner

Im Ol-Pejeta-Reservat stehen die Wildhüter vor einem riesigen Problem: In dem 360 Quadratkilometer großen Park versuchen Wilderer, die seltenen Breitmaulnashörner zu erlegen. Drohnen sollen den Aktivisten helfen, den Bestand zu überwachen.

Die Wildhüter im Ol Pejeta Reservat in Kenia wollen mit modernster Technik versuchen, Wilderern das Handwerk zu legen. Mit Hilfe von Flugzeugdrohnen wollen sie den Bestand an nördlichen Breitmaulnashörnern in dem Naturpark überwachen. Und das ist dringend nötig. Nur noch vier Exemplare des seltenen Tiers leben in dem Gebiet.

Bislang stellten Wilderer die Tierschützer vor ein schier unlösbares Problem. Die wenigen Tiere leben auf einer riesigen Fläche von 360 Quadratkilometern – sechs Mal so groß wie Manhattan. Und das Non-Profit-Projekt beschäftigt nur 120 Wildhüter.

So sollen die kleinen Luft-Wildhüter aussehen.
So sollen die kleinen Luft-Wildhüter aussehen.(Foto: indiegogo.com/olpejeta)

Die Wilderer in Kenia wollen den Tieren zu Leibe rücken, weil man ihren Hörnern eine heilende Kraft für allerlei Krankheiten zuschreibt. Für die illegalen Jäger ist das äußerst lukrativ. Ein Horn bringt um die 12.000 Dollar ein - bei einem örtlichen Durchschnittslohn von etwa 1 Dollar pro Tag. Aus Profitgier gehen die Wilderer brutal vor. Um an die Hörner zu kommen, töten sie die Tiere und schneiden ihnen die begehrte Ware grob aus der Stirn.

Projekt ist auf Spenden angewiesen

Abhilfe schaffen sollen nun die "Rhino Tempest Drones", die auf einer Entwicklung der Universität von Colorado basieren. Die kleinen Flieger werden per Funksteuerung gelenkt oder können vorab auf einen bestimmten Kurs festgelegt werden. Auf ihrer Reise filmen sie in HD, was sich am Boden abspielt.

Wann immer die Drohnen in die Nähe eines der wenigen Tiere kommen, sendet ein RFID-Chip ein Signal an das Flugobjekt. Die Module sind den Rhinozerossen vorab implantiert worden. Nach der Rückkehr können die Wildhüter die genaue Position des Tieres sowie ein Kamerabild auslesen. Darüber hinaus wird ein Video gestreamt.

Wenn das mit den Nashörnern gut funktioniert, soll das Drohnenprojekt in dem Park auch auf andere bedrohte Tiere ausgeweitet werden. Die Sache hat jedoch einen Haken: Sie kostet Geld. 35.000 Dollar, um genau zu sein. Erst rund 20.000 Dollar hat das Ol Pejeta Reservat zusammen.

Tierfreunde haben jetzt die Gelegenheit, das Projekt zu unterstützen. Unter anderen gibt es für 150 Dollar einen RFID-Chip, der dann einem Tier eingepflanzt wird. Der Spender hat das Tier dann quasi adoptiert und kann ihm auch einen Namen geben. Der besondere Clou: Im kommenden Jahr soll eine App programmiert werden, mit der jeder verfolgen kann, wo sich "sein" Tier gerade befindet.

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Quelle: n-tv.de

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