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Schon vor Battlefield 3 erklärten sich Nutzer mit den Nutzungsbedingungen von Origin einverstanden.
Schon vor Battlefield 3 erklärten sich Nutzer mit den Nutzungsbedingungen von Origin einverstanden.

Ganz normaler Prozess?: EA erklärt Origin-Schnüffelei

Spiele-Publisher Electronic Arts wehrt sich gegen die Vorwürfe, seine Software Origin spioniere die Rechner von Kunden aus. Was argwöhnische Nutzer als Schnüffelei der EA-Software identifiziert haben, sei tatsächlich ein Windows-Dienst, der die nötigen Zugriffsrechte ändere, teilt das Unternehmen mit.

Nachdem Electronic Arts wegen angeblicher Spionage seiner Origin-Software und rechtswidriger Lizenzvereinbarungen schwer unter Beschuss geraten ist, kann der Publisher von "Battlefield 3", "FIFA 12" und anderen erfolgreichen Videospielen zumindest die Spionage-Vorwürfe weitgehend entkräften. Denn während die Rechtfertigung seiner mehr als fragwürdigen Nutzungsbedingungen noch sehr dünn ausgefallen ist, fällt die Erklärung für den vermeintlichen Schnüffel-Scan von Origin plausibler aus.

"Damit Origin Spiele und Patches auf Rechnern installieren kann, ändert es die Zugriffsrechte auf dem jeweiligen PC. Das führt dazu, dass Windows – nicht etwa Origin – auf alle Dateien in einem Verzeichnis zugreift – ein Vorgang, der leicht wie ein Scan wirken kann", schreibt der deutsche EA-Geschäftsführer Olaf Coenen in seiner Stellungnahme. "Dabei handelt es sich allerdings um eine gewöhnliche Windows-Funktion und nicht um einen Prozess zur Datenerfassung." Origin selbst scanne das Verzeichnis nicht. "Und auf Informationen wird weder zugegriffen noch werden sie von der Software gesammelt oder gespeichert." Der EA-Geschäftsführer kündigt an, dass die Software aktualisiert werde, um "unnötige Abläufe" auszuschließen.

Zur näheren Erklärung hat Coenen der Stellungnahme einige technische Hintergrundinformationen beigefügt:

  • Als Teil des Installationsprozesses eines Spiels wird Origin mit Administrationsrechten ausgeführt, so dass es eine Zugriffsrechteänderung auf verschiedene Verzeichnisse anwenden kann, die notwendig sind, um Spiele zu installieren, die dann auf dem PC genutzt werden können.
  • Dies ist notwendig, um Origin, Spiele und Patches für alle Nutzer des PCs zu installieren.
  • Als Konsequenz daraus, wie das Windows Betriebssystem Verzeichnis-Zugriffsrechte ändert, greift Windows intern auf jede Datei in dem jeweiligen Verzeichnis zu, was wie ein Scan anmutet.
  • Der Installer, den wir nutzen, macht etwas Vergleichbares für ein temporäres Verzeichnis, und jede Software, die den gleichen Installer-Typ nutzt, verhält sich genau so.
  • Währenddessen greift Origin weder auf Informationen zu, noch werden sie dabei gesammelt oder gespeichert. Auch werden keinerlei Informationen an Dritte weitergegeben noch für Dritte zugänglich gemacht.
  • Wir sind dabei, unsere Software zu überprüfen, um den Rahmen der Zugriffsrechteänderungen einzugrenzen.

Noch ist nicht alles klar

Coenen erklärt allerdings nicht, wie es möglich ist, dass Nutzer berichten, Origin verlasse seine eigenen Pfade und interessiere sich auf für private (eigene) Dateien. Möglicherweise sei Origin einfach nur schlecht programmiert, vermuten Nutzer in Kommentaren zu einem Erklär-Stück auf der Origin-Kritiker-Seite "Theorigin.de". Dies würde auch erklären, warum EA die Zugriffsrechte von Origin stutzen möchte. Die unverschämten - ursprünglichen - Nutzungsbedingungen lassen aber auch den Schluss zu, dass Origin nicht zufällig so weit von seinem eigenen Ordner entfernt sucht. EA muss wohl noch einige Überzeugungsarbeit leisten, um verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen.

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Quelle: n-tv.de

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