Technik
Montag, 09. Mai 2011

Das dünnste Smartphone der Welt: Handys werden flach wie Papier

von Roland Peters

Es klingt wie eine Revolution - und ist es wohl auch: Kanadische Forscher haben das "Paperphone" entwickelt. Das Display ist papierdünn, es reagiert auf Gesten, kann mit einem Hammer bearbeitet werden und wird wohl auch bei direkter Sonneneinstrahlung problemlos lesbar sein.

Biegsam, lernwillig, stromsparend: Das Paperphone-Display.
Biegsam, lernwillig, stromsparend: Das Paperphone-Display.(Foto: Queen's University)

In etwa fünf Jahren sollen Smartphones so dünn wie ein Blatt Papier sein. Das schreiben zumindest kanadische Forscher, die den Prototyp eines "Paperphone" entwickelt haben. Es ist ein biegsames Display, das ähnlich dem Buchlesegerät Kindle per Tinte Inhalte anzeigt. Die Funktionalität der Mobilgeräte soll komplett erhalten bleiben.

Wegen der Flexibilität der Anzeige ändert sich die Bedienung. Bei längeren Dokumenten biegt der Nutzer einfach die obere Ecke um und blättert so zwischen den Seiten. Anwendungen werden durch Verformung des Displays geöffnet und gesteuert. Der Clou: Das Handy kann Gesten "lernen" und bestimmten Funktionen zuordnen.

Das Handy wird über Gesten gesteuert.
Das Handy wird über Gesten gesteuert.

Roel Vertegal, der Leiter des Human Media Lab an der Queen's University in Kanada und Leiter des Entwicklerteams sagt: "Das ist die Zukunft. In fünf Jahren wird alles so aussehen und sich so anfühlen."

Flacher, leichter, robuster

Das neuartige Display macht das Handy noch flacher – der Prototyp ist so dick wie eine Kreditkarte, wiegt ein Sechstel des aktuellen iPhone-Modells und die Anzeigendiagonale misst 9,5 Zentimeter. Zudem soll das Paperphone sehr robust sein. "Man kann es mit einem Hammer bearbeiten", ist Vertegal sicher. Auch der Stromhunger ist geringer als bei heutigen Smartphones. Wenn das Paperphone inaktiv ist, soll es überhaupt keine Energie benötigen. Bislang ist die geringe Haltbarkeit des Akkus eines der Hauptprobleme der Multifunktions-Handys.

Die Produktion des Paperphone-Prototyps kostete fast 10.000 US-Dollar. Innerhalb von 10 Jahren wird die Technik auch für normale Nutzer erschwinglich, ist sich Vertegal sicher.

Quelle: n-tv.de

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