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Smartphones mit MediaTek-Prozessoren sind möglicherweise bedroht.
Smartphones mit MediaTek-Prozessoren sind möglicherweise bedroht.

Hintertür bei MediaTek-Chips: Heikles Leck bedroht Android-Smartphones

Smartphones mit MediaTek-Chips sind von einer Sicherheitslücke bedroht. Hacker können Zugriff auf persönliche Daten erhalten. Eine Lösung gibt es noch nicht - auch welche Geräte betroffen sind, ist offen. Nutzer können aber selbst herausfinden, ob sie gefährdet sind.

Sicherheitsforscher haben eine Lücke entdeckt, die Smartphones mit MediaTek-Prozessoren für Hacker angreifbar macht. Voraussetzung ist, dass auf den betroffenen Geräten das eigentlich veraltete, aber noch weit verbreitete Betriebssystem Android 4.4 KitKat läuft. Angreifer könnten in diesem Fall Zugriff auf persönliche Daten erlangen, private Konversationen ausspionieren, Inhalte wie Fotos oder Videos sehen oder das Smartphone gänzlich unbrauchbar machen.

Zugriff aufs Smartphone bekämen die Angreifer über eine Hintertür in der Software zur Steuerung der MediaTek-Prozessoren, berichtet "Android Authority" unter Berufung auf einen Tweet des Sicherheitsexperten "Justin Case". Die Hintertür sei ursprünglich für chinesische Mobilfunkanbieter eingebaut worden, um eventuelle Fehler beim Aufspielen der Software zu reparieren. Man habe vor Auslieferung der Smartphones leider vergessen, dieses Debug-Feature zu deaktivieren.

MediaTek habe zugegeben, dass es eine Sicherheitslücke gibt, die Verantwortlichkeit aber auf die Mobilfunkanbieter geschoben, die versäumt hätten, die Hintertür zu schließen, berichtet Android Authority. Welche Smartphones welcher Hersteller betroffen sind, gab MediaTek nicht an. Die Bedrohung ist daher schwer abzuschätzen. Laut Googles jüngster Statistik läuft jedoch über ein Drittel aller aktiven Android-Smartphones noch mit Android 4.4 KitKat (36,1 %) - das ist mehr als mit jeder anderen Android-Version.

Problematisch ist die Kombination aus Chip und Software: Viele günstigere Geräte sind mit MediaTek-Chips ausgestattet und werden häufig nicht mit Updates auf aktuellere Software-Versionen versorgt, weil sie auf der Prioritätenliste der Hersteller zu weit unten stehen. Nutzer können daher bis auf weiteres nichts tun als auf eine schnelle Lösung vom Chiphersteller zu hoffen. Immerhin: Ein Blick in die Einstellungen des Telefons zeigt, ob man potentiell selbst gefährdet ist. Wer dort ganz nach unten scrollt, gelangt zum Menüeintrag "Über das Telefon" (oder ähnlich). Dort finden sich bei vielen Smartphones nicht nur Angaben zum Betriebssystem, sondern auch zum verbauten Prozessor.

Quelle: n-tv.de

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