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Huawei bietet das P10 Lite auch in Gold an.
Huawei bietet das P10 Lite auch in Gold an.(Foto: kwe)
Montag, 03. April 2017

Fast so gut wie Top-Smartphones: Huawei P10 Lite ist obere Mittelklasse

Von Klaus Wedekind

Das P10 Lite sieht aus wie ein edles Top-Smartphone und hat auch viele Eigenschaften von weit teureren Geräten. Im Test zeigt es keine echten Schwächen und ist ein Anwärter auf den Preis-Leistungs-Sieg 2017.

Huawei konnte mit seinen Lite-Geräten in den vergangenen Jahren zu Recht Verkaufserfolge feiern. Die Smartphones überzeugten durch eine grundsolide Leistung und ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis. Ganz so günstig wie seine Vorgänger ist das neue P10 Lite mit 350 Euro nicht mehr - das P8 Lite kostete noch 250 Euro, das P9 Lite 300 Euro. Doch mit dem Preis hat Huawei auch die Qualität der Geräte kontinuierlich erhöht und ist mit dem P10 Lite endgültig in der oberen Mittelklasse angekommen.

Auch beim P10 Lite steht die Kamera nicht hervor.
Auch beim P10 Lite steht die Kamera nicht hervor.(Foto: kwe)

Äußerlich sieht das Gerät mit gläserner Rückseite und angeschliffenem Metall-Rahmen wie ein Top-Smartphone aus. Die Verarbeitung ist ebenso hochwertig und entsprechend gut fühlt sich das 7,2 Millimeter dünne und 146 Gramm leichte Gerät in der Hand an. Das Design ist schlicht, aber durchaus stimmig.

Gute Ausstattung

Die Ausstattung ist für den Preis ebenfalls mehr als okay. Das 5,2 Zoll große Display löst in Full-HD auf und erreicht so eine scharfe Pixeldichte von 423 ppi. Es kann hell leuchten, zeigt vernünftige Kontraste sowie natürliche Farben und dunkelt von der Seite betrachtet nur leicht ab. Als Prozessor kommt Huaweis hauseigener Kirin 658 zum Einsatz. Er hat zwar nicht so viel Dampf wie der Chip im Flaggschiff P10, was aber für den Alltag absolut keine Rolle spielt. Das Gerät reagierte im Test immer schnell und ließ sich jederzeit flüssig bedienen. Das liegt auch am Arbeitsspeicher, der mit 4 Gigabyte für die Mittelklasse großzügig bemessen ist. Der interne Speicher ist mit 32 Gigabyte groß genug, wer keine zweite SIM-Karte benötigt, kann ihn per microSD-Karte erweitern.

P10 Lite: Technische Daten
  • System: Android 7.0
  • Prozessor: Kirin 658, Octa-Core, 4 x 2,1 GHz, 4 x 1,7 GHz
  • Arbeitsspeicher: 4 GB
  • Interner Speicher: 32 GB + microSD
  • Kamera: 12 MP
  • Frontkamera: 8 MP
  • WLAN 802.11/ac, 2,4 GHz, LTE, Bluetooth 4.1, USB 2.0
  • Fingerabdruck-Sensor
  • Akku: 3000 mAh
  • Abmessungen: 146,5 x 72 x 7,2 mm
  • Gewicht: 146 g

Der Akku hat eine Kapazität von 3000 Milliamperestunden, womit das P10 Lite ziemlich lange durchhält. Auch bei intensiverer Nutzung hält die Batterie problemlos einen Tag durch und hat meistens noch Reserven, um auch noch den folgenden Morgen zu überstehen. Dann genügt eine längere Mittagspause, um das Smartphone per Quick Charge schnell wieder zu laden. Das Kabel steckt dabei allerdings in einem altmodischen Mikro-USB-Anschluss, hier hat Huawei mit übrig gebliebenen Bauteilen sichtbar Geld gespart. Technisch ist das aber kein Nachteil, auch mit USB-C-Buchse übertragen fast alle Smartphones Daten auch nur in USB-2.0-Geschwindigkeit. Gut: Das Gerät hat eine Benachrichtigungs-LED, die dezent oben rechts leuchtet.

Flotte Kamera

Auf der Rückseite sitzt bei der Lite-Ausgabe des P10 natürlich keine Doppel-Kamera mit Leica-Logo wie beim Flaggschiff, sie ist aber trotzdem gut. Offenbar hat Huawei dem P10 Lite die Hauptkamera des P9 vermacht. Sie muss zwar ohne zusätzlichen Schwarz-Weiß-Sensor auskommen, was den Resultaten aber nur bei sehr schwachem Licht anzusehen ist. Unter normalen Bedingungen fokussiert die Kamera schnell und macht prima Fotos. Wenn's dunkel wird, stellt das P10 Lite zwar immer noch recht flott und zuverlässig scharf, die Bilder rauschen dann aber doch deutlich. Außerdem fehlt bei längeren Belichtungszeiten und bei Videoaufnahmen ein Bildstabilisator. Insgesamt hat die 12-Megapixel-Kamera im Test aber einen positiven Eindruck hinterlassen.

Großen Wert hat Huawei beim P10 Lite auf eine gute Frontkamera gelegt. Sie macht Bilder mit 8 Megapixeln und ist mit Blende f/2.0 ziemlich lichtstark. Tatsächlich gelingen mit ihr auch bei schwächerem Licht noch gute Selfies, Gegenlicht mag die Kamera aber gar nicht. Neben dem inzwischen üblichen Beauty-Modus hat die Frontkamera auch einen Porträt-Modus, bei dem der Hintergrund digital unscharf gestellt wird. Diese Funktion hätte sich Huawei sparen können, die Ergebnisse sehen nicht besonders gelungen aus.

Harte Preis-Leistungs-Konkurrenz

Unterm Strich ist Huawei auch diesmal wieder ein vorzügliches Lite-Modell gelungen. Das Gerät macht einen hochwertigen Eindruck, die Kamera-Ausstattung ist gut und Leistung und Ausdauer stimmen. Mit 350 Euro kämpft das P10 Lite aber in einer Preisklasse, in der es in diesem Jahr mehr Konkurrenz gibt. Unter anderem ist Lenovos Motorola G5 Plus eine sehr interessante Alternative, die 50 Euro günstiger in den Markt startet. Samsungs neue A-Klasse ist potenziellen Käufern vielleicht ein paar Euro mehr wert und mit dem älteren Honor 8 oder dem aktuellen Honor 6X gibt's Alternativen aus dem eigenen Haus, die gleich viel oder sogar weniger kosten. Fällt der Preis unter 300 Euro, wird das P10 Lite erst richtig interessant.

Quelle: n-tv.de

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