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Viele Nutzer laden sich Youtube-Songs als MP3 herunter, um sie offline auf dem Smartphone hören zu können. Ist das erlaubt?
Viele Nutzer laden sich Youtube-Songs als MP3 herunter, um sie offline auf dem Smartphone hören zu können. Ist das erlaubt?(Foto: picture alliance / Sebastian Kah)
Freitag, 08. September 2017

Deutscher Dienst offline: Ist der Download von Youtube-Songs illegal?

Von Klaus Wedekind

Nach dem Urteil eines US-Gerichts muss der deutsche Dienst "Youtube-mp3.org" offline gehen. Doch es gibt noch viele Alternativen für den Download von Youtube-Songs. Ist deren Nutzung illegal?

Das von der US-Musikbranche vor Gericht erzwungene Aus der Website "Youtube-mp3.org" verursacht einigen Wirbel, denn auch hierzulande haben bisher viele Nutzer über den Streamripping-Dienst kostenlos Youtube-Videos in MP3-Dateien konvertiert und heruntergeladen. Alternativen zu "Youtube-mp3.org" gibt es reichlich - nicht nur online, auch als PC-Programm oder App. Die Frage ist aber, ob man sich möglicherweise strafbar macht oder teure Abmahnungen fürchten muss, wenn man sie nutzt.

Private Kopie aus legaler Quelle

Für Abelsoft, deutscher Anbieter des "Youtube Song Downloader", ist die Rechtslage klar. Ein Firmensprecher teilte n-tv.de mit: "In Deutschland braucht man keine Angst haben, denn wenn man ein Video von Youtube herunterlädt, erstellt man eine 'Private Kopie'. Diese privaten Kopien sind unserer Kenntnis nach rechtlich gesehen erlaubt, wenn diese aus einer legalen Quelle heruntergeladen werden. Bei Youtube handelt es sich um eben eine solch legale Quelle, da wir davon ausgehen müssen, dass die von Youtube bereitgestellten Inhalte nicht rechtswidrig dort von Youtube angeboten werden."

Exakt die gleiche Rechtsauffassung vertritt Christian Solmecke, Anwalt für Medienrecht. Er geht ebenfalls davon aus, dass der Download von Youtube-Songs vom Recht auf Privatkopie nach Paragraf 53 des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) gedeckt wird, so lange man die Musik lediglich selbst nutzt. Voraussetzung für legale Privatkopien sei dabei immer, dass die Songs nicht von einer offensichtlich rechtswidrigen Quelle stammten. Davon dürfe man bei Youtube ausgehen.

Software ist sicherer

Youtube-Betreiber Google könnte einwenden, dass das Streamripping in den AGB des Musikvideo-Dienstes untersagt wird und gegen die Nutzungsbedingungen verstößt. Doch diese Regelungen finden Solmeckes Ansicht nach "zumindest dann keine Anwendung, wenn ein Nutzer entweder gar kein Benutzerkonto erstellt oder sich während des Streamrippings nicht aktiv in seinen Youtube-Account einloggt."

Um sicher zu gehen, dass man Youtube-Songs legal herunterlädt, empfiehlt der Anwalt installierte Programme. Denn wenn man Downloads bei einem Online-Dienst in Auftrag gebe, sei die Gefahr höher, dass eine gerippte MP3-Datei nicht mehr vom Recht auf Privatkopie gedeckt werde. Zum Beispiel dann, wenn der Dienst mit Werbung Geld verdient. Mit eigener Software erstellte Kopien "sind auf jeden Fall weiter legal."

Quelle: n-tv.de

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