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Stiftung Warentest findet Cloud-Speicher bestenfalls "befriedigend".
Stiftung Warentest findet Cloud-Speicher bestenfalls "befriedigend".(Foto: AP)

Ernüchterndes Test-Ergebnis: Kein Cloud-Speicher ist gut

Cloud-Speicher sind sehr praktisch. Gibt es einen Internetzugang, hat man immer und überall seine Daten parat. Aber sind sie dort auch gut aufgehoben? Stiftung Warentest untersucht 13 Dienste und findet keinen einzigen "gut". Am schlechtesten schneidet Microsoft ab.

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Auf die eine oder andere Art nutzt praktisch jeder, der einen Computer, Smartphone oder Tablet besitzt, die sogenannte Cloud. Denn auch E-Mail-Dienste, Foto- oder Videoportale speichern Daten online. Manche Menschen nutzen aber auch ganz bewusst Cloud-Speicher, um flexibel auf ihre Daten zugreifen zu können und sie zwischen verschiedenen Geräten synchron zu halten. Viele Smartphone- und Tablet-Nutzer sind auch auf die Cloud angewiesen, weil der Speicher auf ihren Geräten für Fotos, Videos und MP3-Dateien zu knapp bemessen ist.

Stiftung Warentest hat 13 Online-Speicherdienste getestet, die sich an deutschsprachige Privatnutzer richten. Sie bieten gewöhnlich zwischen zwei und 25 Gigabyte Speicherplatz kostenlos an, der gegen Aufpreis erweiterbar ist.

Server in Europa etwas sicherer

Grundsätzlich empfiehlt Stiftung Warentest, Daten bei Diensten zu speichern, deren Server in Europa stehen, da es hier strengere Datenschutzrichtlinien als in den USA gibt. Doch wie die jüngsten Enthüllungen von Edward Snowden gezeigt haben, darf man sich auch hier nicht wirklich sicher sein.

Neben einer einfachen Benutzung (40 Prozent) und Vielseitigkeit (20 Prozent) legten die Tester besonders großen Wert auf Sicherheit und Datenschutz (40 Prozent). Um den Schutz der Daten einschätzen zu können, überprüften sie die Verfahren zur Nutzer-Identifizierung und -Authentifizierung, das Schutzniveau bei Transport und Speicherung der Daten und die Schutzmaßnahmen beim Zugriff über Endgeräte.

Um den Umgang mit Nutzerdaten zu bewerten, überprüfte Stiftung Warentest die Information und Einbeziehung des Nutzers, den Umfang der erhobenen Nutzerdaten, das Datenschutzmanagement der Dienste und den Umgang mit verdeckten Nutzeranfragen zu Auskunft, Korrektur beziehungsweise Sperrung und Löschung von Daten.

Google und Microsoft verweigern Auskunft

Keiner der 13 Testkandidaten schnitt "gut" ab, eine bessere Gesamtnote als 3,2 vergaben die Tester nicht. Vier Dienste gaben keine Auskunft auf die Frage, ob ihre Server ausschließlich im Europäischen Wirtschaftsraum stehen, was die Stiftung mit einer Abwertung bestrafte. Zu den Verweigerern gehören auch Google und Microsoft, die die Cloudspeicher Drive und Skydrive betreiben.

Ebenso führte eine "sehr kritische" Beurteilung einer Dienste-App zu schlechteren Noten. Hier patzte alleine Microsoft mit seiner iOS-App, weswegen Skydrive trotz attestierter guter Vielseitigkeit mit der Gesamtnote 4,3 auf dem letzten Platz landete. Google Drive schnitt mit 4,1 auf dem zehnten Platz auch nicht viel besser ab.

Den Testsieg holten sich mit der Gesamtnote 3,2 das Mediencenter der Deutschen Telekom, Dropbox (US-Server), LaCie Wuala und Trend Micro SafeSync. Vielleicht sollte man hier den Schweizer Dienst LaCie Wuala noch besonders hervorheben, da nur er eine eigene Verschlüsselung für Nutzer anbietet.

Quelle: n-tv.de

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