Technik
Kim Schmitz inszeniert sich auf seiner Internetseite als Freiheitskämpfer.
Kim Schmitz inszeniert sich auf seiner Internetseite als Freiheitskämpfer.

"Ich bestelle Server. Viele Server": Kim Dotcom mischt wieder mit

Von Roland Peters

Was macht ein Mann, dessen Villa wegen einer Internetseite von einem Spezialkommando gestürmt wird, der festgenommen, dessen Vermögen beschlagnahmt wird? Kim "Dotcom" Schmitz zumindest macht weiter. Nun gibt er Details bekannt, wie der Megaupload-Nachfolger funktionieren soll. Eigenen Angaben zufolge hat der Deutsche sogar eine Kopie der beschlagnahmten Datenbank.

Er ist einer der letzten Größen aus der "goldenen" Dotcom-Ära um die Jahrtausendwende, wurde mehrfach verurteilt, saß im Gefängnis – und gründete Megaupload: Kim Schmitz, auch bekannt als Kimble oder Kim Dotcom. Seit dem Ende von Megaupload, unter dessen Webadresse inzwischen nur noch eine Grafik der US-Behörden zu sehen ist, ging es um Schadensbegrenzung nach seiner Festnahme in seiner Villa in Neuseeland.

Kimble wähnt sich wieder im Geschäft.
Kimble wähnt sich wieder im Geschäft.

Jetzt hat Kimble angekündigt, eine neue Nachfolgeseite für die abgeschaltete Datenplattform starten zu wollen. Arbeitstitel: "Mega". Über sein Twitter-Konto kündigte er in den vergangenen Tagen Details an. So sollen ehemalige Premiumabonennten ihren Status zurückerhalten und zudem entschädigt werden. Zwar hätten die US-Behörden sämtliche Daten von Megaupload beschlagnahmt, doch auf Nachfrage eines Nutzers, wie er seine Ankündigung der Wiederherstellung von Inhalten wahr machen will, antwortet Kim: "Wir haben die Datenbank".

Alles verschlüsselt?

Die neue Plattform soll demnach sämtliche Daten verschlüsselt übertragen. Momentan arbeite er mit Anwälten, Designern, Programmierern und Investoren zusammen, um alles so rechtlich abzusichern, dass das Projekt zu Weihnachten an den Start gehen kann. Zumindest legt das eine Nachricht nahe: "so dass euch Santa das ultimative 'Mega' bringen kann". Seine ehemaligen Mitarbeiter – Schmitz' Angaben zufolge 220 Personen – sollen ihre Jobs demnach zurückbekommen.

Auch kümmert sich der Exzentriker, der sich auf seinem Twitter-Konto mit einem Bild darstellt, das an den ehemaligen Guerillakämpfer Che Guevara erinnert, angeblich bereits um die Infrastruktur. So veröffentlichte er ein Foto von sich, auf dem er ein Handy an sein Ohr hält und kommentierte es mit: "Ich bestelle Server. Viele Server." Auf dem Kurzmitteilungsdienst schoss während des Nominierungsparteitags der Demokraten besonders eine Nachricht in die Höhe – die Erwähnung von US-Präsident Barack Obama durch Kim Dotcom war die populärste überhaupt. "Liebe Freunde, bitte retweetet dies, um Barack Obama zu sagen, dass wir Megaupload zurückwollen", so der Text.

Einsatz rechtswidrig

Seit Anfang des Jahres ist die ehemals populäre Seite megaupload.com nicht mehr in Betrieb. Schmitz wurde in Neuseeland festgenommen, ist aber inzwischen auf Kaution frei und kann sich darüber freuen, dass ein neuseeländisches Gericht den Einsatz der Spezialkräfte als rechtswidrig eingestuft hat. Von der Operation ist seit mehreren Wochen auch ein Video online. Die USA wollen den Deutschen ausliefern lassen, eine Entscheidung soll im März kommenden Jahres fallen.

Verifiziert ist das Twitter-Konto von Kimble übrigens noch nicht. Die von ihm eingesandte Kopie seines internationalen Führerscheins aus Hong Kong sei eine Fälschung, so die lapidare Begründung des US-Unternehmens.

Quelle: n-tv.de

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