Technik

Kein SMS, kein Internet, keine Kamera: Koscheres Smartphone vorgestellt

Ein Jude hält sein Mobiltelefon an die Klagemauer in Jerusalem - am anderen Ende der Leitung ist ein Freund aus Frankreich.
Ein Jude hält sein Mobiltelefon an die Klagemauer in Jerusalem - am anderen Ende der Leitung ist ein Freund aus Frankreich.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Eine israelische Telefongesellschaft wirbt bei ultraorthodoxen Juden einem Zeitungsbericht zufolge mit einem "koscheren Smartphone", das ausschließlich über ein jiddischsprachiges Menü zu bedienen ist. Wie bereits andere Telefone zuvor habe auch das neue Gerät "keinen SMS-Dienst, keinen Internetzugang, weder Facebook noch E-Mail und noch nicht einmal eine Kamera", um fromme Juden nicht in Versuchung zu führen, berichtete die Tageszeitung "Jediot Aharonot". Wirklich neu seien jedoch die einsprachige Menüführung sowie eine große Auswahl frommer Klingeltöne. Wer am Sabbat einen Anruf tätige, zahle einen übermäßig hohen Minutenpreis von zehn Schekel (etwa zwei Euro), hieß es weiter.

Nach Angaben des Anbieters Accel Telecom gegenüber der Zeitung brauchten zwei Übersetzer rund vier Monate, um das Menü ins Jiddische zu übersetzen. In der dem Deutschen verwandten Sprache hießen Klingeltöne auf dem Gerät nun "Klingen" und der Bildschirmschoner "Schirm Verteidikung". Um den Segen von Rabbinern für das Gerät zu erhalten, musste Accel Telecom der Zeitung zufolge nachweisen, dass selbst technikversierte Nutzer keine der eingebauten Sperren des Telefons überwinden können. Für das Gerät gebe es einen Markt von bis zu 400.000 ultraorthodoxen Juden.

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Quelle: n-tv.de

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