Technik

"Operation Anti-Security": Lulzsec kämpft mit Anonymous

Die Hackergruppe Lulzsec erklärt allen Regierungen der Welt den Krieg und ruft im Namen der Internet-Freiheit dazu auf, so viele Behörden-Webseiten wie möglich zu hacken, Informationen zu stehlen und zu veröffentlichen. Zu diesem Zweck verbündet sich Lulzsec auch mit dem Internet-Kollektiv Anonymous.

Die Lulzsec-Hacker betrachten sich selbst als eine Art Internet-Freibeuter.
Die Lulzsec-Hacker betrachten sich selbst als eine Art Internet-Freibeuter.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Ob man sie für größenwahnsinnige Cyberkriminelle oder Internet-Robin-Hoods hält: Dass die Hackergruppe Lulzsec nicht nur leere Drohungen ausstößt, ist spätestens nach ihren "erfolgreichen" Angriffen auf Sony, US-TV-Sender, Pornoseiten und das CIA klar. Umso ernster dürften Sicherheitsexperten die jüngste Ankündigung der selbsternannten Hacker-Freibeuter nehmen, in der sie allen Regierungen der Welt den Krieg erklären, die zusammen mit "White-Hat-Sicherheitsterroristen" das Internet dominierten und kontrollierten. Im Rahmen der "Operation Anti-Security" (AntiSec) fordert Lulzsec weltweit Hacker dazu auf, auf "jede Regierung oder Behörde zu feuern, die Euren Weg kreuzt".

Zweckbündnis mit Anonymous

Um eine möglichst große Internet-Armada in den Krieg zu schicken, verbrüdern sich die Hackerpiraten auch mit den Internetaktivisten von Anonymous "und allen verbündeten Kampfschifffen". Ob das lose Kollektiv Lulzsecs Angebot begrüßt, ist allerdings nicht sicher, da erst kürzlich ein Anon die Aktionen der Hacker-Vandalen als zunehmend sinnfrei abgelehnt hat. Der anonyme Aktivist betonte allerdings auch, dass Anonymous-Mitglieder frei seien, als Individuum Lulzsec zu unterstützen.

Oberstes Ziel von AntiSec sei es, Regierungsinformationen zu stehlen und zu veröffentlichen, teilt Lulzsec mit. Interessant seien unter anderem E-Mail-Korrespondenzen. Primärziele seien außerdem Banken und Großkonzerne. Gleichzeitig droht Lulzsec jedem, der versuche, ihre Fortschritte zu zensieren, mit "blutgesalbtem Kanonenfeuer" einzudecken.

Gute böse Hacker?

Kurz vor der Kriegserklärung an die Internet-Unterdrücker hat Lulzsec versucht, die bisherigen Taten der Gruppe in einem offenen Brief an die Internet-Nutzer zu rechtfertigen. Mit den Hacks habe man sich nicht nur viele Freunde, sondern auch viele Feinde gemacht. Das sei ihnen bewusst, bekennen sie. Man werfe ihnen vor, dass sie durch ihre Aktionen nur weitere Repressalien und Einschränkungen für Internetnutzer provozierten. Tatsächlich würden ihre Angriffe aber Sicherheitsprobleme aufdecken, schreiben sie. Und schließlich mache man die Hacks öffentlich und gebe Nutzern, deren Daten gestohlen wurden, die Möglichkeit, E-Mail-Adressen und Passwörter zu ändern.

200.000 geklaute "Brink"-Datensätze

Andere Hacker würden heimlich arbeiten und Nutzerdaten verkaufen, was Lulzsec niemals tun würde, heißt es in der Mitteilung weiter. Beispielsweise sei man im Besitz von 200.000 Nutzerdaten von Spielern des Bethesda-Shooters "Brink", die man nicht veröffentlicht habe.

Bei vielen anderen gestohlenen Informationen war Lulzsec allerdings nicht so zurückhaltend, was die Hacker auch unumwunden zugeben. Das sei eben der Spaßfaktor bei Lulzsec, schreiben sie. So finden sie es beispielsweise "unbezahlbar" witzig, einem Mann zehn Dildos zuzuschicken, der nicht in der Lage sei, sein Amazon-Passwort zu sichern. Dass andere mit den geklauten Informationen weit schlimmere Dinge anstellen können, stört Lulzsec nicht. "Wir veröffentlichen persönliche Daten und beobachten, was ähnlich böse Leute damit anstellen."

"Wir machen weiter, bis man uns erwischt"

Den Hackern gefällt es offensichtlich, sich selbst als Internet-Helden darzustellen. "Wir werden weitermachen, bis man uns vor Gericht stellt - was vermutlich auch geschehen wird." Das kümmere sie aber einen feuchten Dreck, schreiben sie. Nach drei Monaten werde man sie vergessen haben, wenn es einen neuen Skandal gebe, über den man berichten könne. Bis dahin aber hätten sie ihren Spaß gehabt.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen