Technik
(Foto: jwa)
Samstag, 08. Juli 2017

Hat Huawei das bessere Macbook?: Matebook X ist ein echtes Topmodell

Von Johannes Wallat

Das Matebook X ist ein tolles Notebook. Es ist unglaublich kompakt und sehr leicht, hat ein gutes Display und ist leistungsstark. Doch das tolle Gesamtpaket hat seinen Preis.

Bei Notebooks sind zwei Dinge entscheidend, wenn sie ihrem Nutzer als flexible und mobilerBegleiter dienen sollen, ohne eine Last zu sein: Größe und Gewicht. Huawei zeigt mit dem Matebook X in beiden Kategorien, wie man’s richtig macht. Das erste echte Huawei-Notebook ist leicht, flach, sehr kompakt und trotzdem leistungsstark. Dass man es immer dabei haben möchte, liegt aber auch am ansprechenden Design.

Tatsächlich ist das natürlich das erste, worauf man bei einem Notebook achtet. Noch bevor man es zum ersten Mal einschaltet, fällt die Entscheidung: Gefällt es mir? Fühlt es sich gut an? Wirkt es wertig? Beim Matebook X kann man alle drei Fragen getrost mit Ja beantworten, denn es ist eine echte Schönheit, die nicht nur dem Auge gefällt, sondern sich mit seinem kühlen, perfekt verarbeiteten Aluminiumgehäuse auch gut anfühlt.

Tolle Tastatur und Touchpad

Technische Daten
  • Windows 10 Home
  • Display: 13,3 Zoll, IPS, Gorilla Glas, 2160 x 1440 Pixel
  • Prozessor: Intel Core i5 7200U
  • Arbeitsspeicher: 8 GB LPDDR3
  • Interner Speicher: 256 GB SSD
  • 2x USB-C, 3,5-mm-Audioausgang
  • Bluetooth 4.1
  • Fingerabdruck-Scanner
  • Akku: 41,4 Wh
  • Maße: 12,5 x 286 x 211 mm
  • Gewicht: 1,05 kg

Der gute erste Eindruck bestätigt sich auch im Praxiseinsatz. Das Touchpad ist groß genug und reagiert zuverlässig auf Eingaben, die Tasten haben einen angenehmen Druckpunkt, genug Abstand zu einander. Auch beim emsigen Tippen hört man nur ein dezentes Klappern, das kaum aufdringlich ist und damit auch das Arbeiten in der Öffentlichkeit erlaubt, ohne die Nachbarn zu nerven.

Gegen unbefugten Zugriff schützt der Fingerabdruck-Scanner, der oben rechts in der Power-Taste sitzt. Zum Einschalten reicht es aus, die Taste kurz zu drücken, Microsofts Sicherheitsdienst Windows Hello erkennt den Fingerabdruck zuverlässig und anstandslos. Der Scanner funktioniert genauso gut und blitzschnell wie die Sensoren in Huaweis Smartphones.

Viel Display auf wenig Fläche

Schicker Flachmann: Das Matebook ist ziemlich dünn.
Schicker Flachmann: Das Matebook ist ziemlich dünn.(Foto: jwa)

Zum produktiven Arbeiten mag manchem Nutzer der 13,3-Zoll-Bildschirm zu klein sein, aber immerhin nutzt Huawei den geringen zur Verfügung stehenden Platz bestmöglich aus. Das Display nimmt fast die gesamte Fläche ein, die Ränder sind vorbildlich schmal. Zum Vergleich: Das Matebook X ist nur minimal größer und schwerer und noch etwas dünner als das 12-Zoll-Macbook, hat aber den größeren Bildschirm.  

Das Displayglas spiegelt zwar recht stark, bei maximaler Helligkeit kann man aber auch im Freien arbeiten. Nur bei direkter Sonneneinstrahlung wird es schwer, noch etwas zu erkennen. Die Auflösung ist mit 2160 x 1440 Pixeln (200 ppi) hoch genug für eine scharfe Darstellung, Icons und Schrift sind gut erkennbar, aber klein genug, um nicht übermäßig viel Platz einzunehmen.

Die Grundvoraussetzungen sind also erfüllt. Aber was ist mit der Leistung? Bedeutet das kompakte Gehäuse, dass Nutzer einen Performance-Kompromiss eingehen müssen? Das ist glücklicherweise nicht so. Das Matebook X ist gut ausgestattet, das Testgerät hat einen Intel Core i5 der 7. Generation (einen sparsamen 7200U)  und 8 Gigabyte Arbeitsspeicher. Zusammen mit dem schnellen SSD-Speicher sorgt das für ein flottes Arbeitstempo, auch bei rechenintensiveren Aufgaben kommt das Matebook nicht ins Schwitzen.

Passive Kühlung

Die Tastatur des Matebook X erlaubt komfortables Tippen.
Die Tastatur des Matebook X erlaubt komfortables Tippen.(Foto: jwa)

Komfort-Plus: Wie das 12-Zoll-Macbook hat auch das 13-Zoll-Matebook keinen aktiven Kühler, wird also auch unter Volllast nie störend laut. Im Test wurde es mitunter recht warm, wenn es mit größeren Aufgaben betraut war, aber nie bedenklich heiß. Der Akku erweist sich allerdings nicht als Dauerläufer, im Test war nach rund sieben Stunden meistens Schluss. Geladen wird das Matebook X über den linken USB-C-Steckplatz. Das Netzteil ist kaum größer als ein Smartphone-Ladegerät, im Betrieb ist der Akku nach rund zwei Stunden wieder voll. Zum Filmeschauen ist das 3:2-Seitenverhältnis nicht perfekt geeignet, 16:9 würde besser passen. Spaß macht der Medienkonsum trotzdem, denn die eingebauten Dolby-Atmos-Lautsprecher klingen für ihre Größe wirklich gut.  

Echte Minuspunkte gibt es im Grunde keine, nur die Ausstattung mit Anschlüssen ist etwas bescheiden. Dass es nur zwei USB-C-Eingänge gibt, ist der kompakten Bauweise geschuldet, aber einer dient ausschließlich zum Laden des Akkus. Dafür liegt ein Dock bei, das dem Matebook VGA, HDMI, USB-A und USB-C beschert. Ein Detail stört mitunter: Das Display lässt sich nicht besonders weit aufklappen. Meistens reicht der Winkel aus, trotzdem könnte etwas mehr Beweglichkeit manchmal nicht schaden.

Gutes Notebook, stolzer Preis

Das Matebook X ist ein klasse Notebook, das in seiner Liga ganz weit oben mitspielt. Eine Alternative zum 12-Zoll-Macbook? Durchaus, doch der Macbook-Vergleich dient sich nicht nur wegen Optik, Haptik und Leistung an. Mit einem Verkaufspreis von rund 1400 Euro ist das Notebook nicht günstig, von Huaweis Image als Billighersteller oder zumindest als Preis-Leistungs-König ist hier nicht mehr viel übrig.

Das Matebook X ist eher ein selbstbewusstes Statement in Richtung der Konkurrenz: Was ihr könnt, können wir auch. Als Notebook-Hersteller hat Huawei jedoch noch lange keinen Ruf wie Apple, Lenovo und Co. Um sich hier zu etablieren, würde es sicher nicht schaden, ein wenig an der Preisschraube zu drehen. Das hat im Smartphone-Geschäft ja schon hervorragend geklappt. Die passenden Voraussetzungen bringt das Matebook X jedenfalls mit.

Quelle: n-tv.de

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