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Die NSA kann auch Computer aus der Ferne angreifen, die offline sind.
Die NSA kann auch Computer aus der Ferne angreifen, die offline sind.(Foto: AP/Wikipedia)

PC vom Netz trennen hilft nicht: NSA kann auch offline spionieren

Geht nicht, gibt's für die NSA offenbar nicht. Die US-Behörde kann Computer sogar aus der Ferne ausspionieren oder infizieren, wenn diese gar nicht mit dem Internet verbunden sind. Nicht erst seit Kurzem - schon seit Jahren.

Bisher galt es als nahezu unmöglich, Computer auszuspähen oder mit Malware zu infizieren, die nicht mit dem Internet verbunden sind, es sei denn, man macht sich direkt an ihnen zu schaffen. Doch wie die "New York Times" mit Berufung auf geleakte Dokumente berichtet, kann dies die NSA schon seit 2008. Demnach ist die US-Behörde im Besitz einer Funktechnik, mit der sie auf Offline-Rechner zugreifen kann, in denen zuvor heimlich die Hardware manipuliert wurde oder ahnungslose Nutzer einen präparierten USB-Stick gesteckt haben. Dabei kann sich die Empfangsstation der NSA-Schnüffler bis zu 13 Kilometer entfernt befinden.

Die neue Enthüllung passt zu vorangegangenen Berichten, wonach die NSA Spionage-Module schon beim Hersteller in Computer einbauen lässt und Funknetzwerke infiltrieren kann. Den Offline-Zugriff setze die NSA wie andere Techniken vor allem dazu ein, um Spionage-Programme auf Rechnern zu installieren, schreibt die "New York Times". Weltweit habe die NSA ihre Software in fast 100.000 Computer eingespeist. Damit sei es dem US-Geheimdienst einerseits möglich, die Geräte und private Netzwerke heimlich zu überwachen. Zudem könne die NSA dies aber auch für Cyberattacken nutzen. Der Dienst selbst beschrieb das Programm mit dem Codenamen "Quantum" dem Bericht zufolge als "aktive Verteidigung" und nicht als Angriffsinstrument.

Wirtschaftsspionage inklusive

Mit der Software würden unter anderem das chinesische und russische Militär sowie Computer der mexikanischen Polizei und dortiger Drogenkartelle, aber auch Handelsinstitutionen innerhalb der Europäischen Union infiziert, hieß es. Zudem seien Länder wie Indien, Pakistan und Saudi-Arabien ins Visier des Programms geraten. Es gebe keine Belege dafür, dass die Spähsoftware in den USA eingesetzt worden sei, was nach US-Recht illegal gewesen wäre.

In China sei auf diese Weise auch eine Abteilung der chinesischen Armee angegriffen worden, die nach Vermutung der USA hinter Cyberattacken im Westen steht. Chinesische Behörden hatten die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Quelle: n-tv.de

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