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Samsung prahlt mit Galaxy S4: Nach der Kür kommt die Pflicht

Ein Kommentar von Roland Peters

Die Show zum Super-Smartphone Galaxy S4 ist auch Verpflichtung: Nun muss Samsung liefern. So wie die Anzeige, detailliert wie ein Flachbildfernseher. Dafür gibt es das potenzielle "Killer Feature".

Ist es ein Smartphone? Oder ein bisschen mehr? Zumindest was den Bildschirm betrifft, legt Samsungs neues Galaxy S4 noch ein bisschen zu. Mit einer Anzeigendiagonale von 5 Zoll – also 12,7 Zentimeter – kommt die südkoreanische Speerspitze auf dem Smartphone-Markt in Regionen, in denen es in so manche Hosentasche nicht mehr hineinpassen könnte.

Features des Galaxy S4
  • Mit 16, 32, oder 64 Gigabyte Speicher
  • Micro-SD-Steckplatz, bis zu 64 GB
  • 2 Gigabyte Arbeitsspeicher
  • 5 Zoll Bildschirmdiagonale
  • 1920 x 1080 Bildpunkte (441 ppi)
  • Prozessor je nach Auslieferungsland
  • LTE (4G) Datenverbindung
     
  • Fitness App "S Health", die Schritte zählt und auf die Ernährung achtet
  • Die "ChatOn App" für Remote-Anzeige auf anderen Galaxy-Geräten
  • "Smart Pause" hält ein Video an, wenn der Nutzer nicht auf den Bildschirm guckt
  • Stimmkommandos im Auto, über eine Bluetooth-Verbindung

Doch insgesamt hat sich der Konzern auf das Innen-, nicht das Außenleben seines neuen Handys konzentriert. Viel fürs Auge gab es in New York trotzdem: eine durchweg amerikanisch anmutende Produktshow im Rockefeller Center. Die visuellen Bonbons waren nötig, denn das Design des S4 ist fast gleich geblieben. Die Entwickler hatten nur 9 Monate seit der Markteinführung des Vorgängers Galaxy S3. Ein Beinbruch ist das nicht. Primär soll ein Produkt besser funktionieren, nicht anders aussehen.

Das Ergebnis ist trotzdem nicht überraschend, seit Wochen schon kursieren fast exakte Angaben über das S4 im Netz. Neben der Größe der Anzeige sticht auch die höhere Auflösung heraus. 1920 Mal 1080 Bildpunkte, das klingt eher nach einem PC-Bildschirm oder dem Flachbildfernseher im Wohnzimmer.

Skepsis ist angebracht

Abgesehen davon haben die südkoreanischen Strategen genau beobachtet, welche Probleme das iPhone samt iOS mit sich herumträgt. Apples Spracherkennungssoftware Siri etwa funktioniert nicht immer so wie gewollt. Das Äquivalent "S Voice" auf dem Galaxy S3 war zwar ein Reinfall. Das hält die Entwickler bei Samsung aber nicht davon ab, das Konzept "Ich spreche immer mit meinem Handy, warum also auch nicht, um ihm Befehle zu geben?" weiterzutreiben.

So soll die Software nun unter anderem Textnachrichten vorlesen und diese auf Stimmkommando abschicken können. Skepsis ist jedoch angebracht: Die neue Version muss signifikant besser funktionieren als beim S3. Nur dann ist sie auch im Alltag nutzbar. Abgesehen von "S Voice" gibt es ja noch Googles "Voice Search", das im Android-Betriebssystem ohnehin integriert ist. Und die funktioniert schon auf anderen Smartphones ansprechend.

In Sachen Bedienung könnten jedoch andere Elemente zum "Killer Feature", zum entscheidenden Kaufargument gegenüber anderen Herstellern werden. So folgt das S4 der Augenbewegung des Nutzers. Muss dieser weggucken, während ein Video läuft, aktiviert das Galaxy den Pausenknopf. Im Klartext: Das Handy merkt, ob der Besitzer aufmerksam ist und verhält sich entsprechend. Die Bedienung per Finger wird optional. Neigt der Nutzer das Telefon, scrollt es nach oben oder unten. Auch das ist eine sinnvolle Neuerung.

Das S4 erkennt noch mehr - etwa wenn sich Finger knapp über der Anzeige befinden. Dann zeigt etwa die E-Mail-App eine Vorschau der Nachricht an. Um sie danach komplett zu lesen, reicht ein kurzes Antippen des Schirms. Das funktioniert natürlich auch woanders, etwa wenn der Nutzer mit Handbewegungen in Fotoalben oder anderen Inhaltslisten stöbert.

Effektive Strategie

Kritiker sagen: Samsung hebt sich bei seiner Firmenpolitik der kurzen Produktzyklen kaum mehr vom großen Rivalen Apple ab oder orientiert sich gar an ihm. Das Kalkül der Südkoreaner ist wohl: Lieber häufiger mit leicht modifizierten Produkten präsent bleiben, als alle Jubeljahre eine risikobehaftete Markteinführung zu vollführen. Die umfassende Berichterstattung der Medien zeigt die Effektivität dieser Strategie.

Die Neuerungen des Galaxy S4 gegenüber dem S3 klingen alle sinnvoll. Ob sie auch wie angekündigt funktionieren, wird entscheiden, ob der Konzern nicht nur von den Verkaufszahlen, sondern auch der Qualität her mit Apple und seinem iPhone konkurrieren kann. Anders gesagt: Die Show in New York war die Kür. Jetzt kommt die Pflicht.

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Quelle: n-tv.de

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