Technik
Das versteht jeder: Online-Spiel mit Gebrauchsanweisung.
Das versteht jeder: Online-Spiel mit Gebrauchsanweisung.(Foto: Google / Screenshot n-tv.de)

Allgemeines Klackern an den Schreibtischen: Nutzer doodeln beim Googeln

Für manche ist die Suchmaschine Google ein Dämon, eine Datenkrake und Überwachungsmaschine. Für die meisten ist sie schlicht ein Sammelsurium von Werkzeugen. Seit einigen Tagen nun klackern die Tasten in den Büros der Welt besonders rapide - und erwecken die "Doodles" zum Leben. Für die Wirtschaft kann das teuer werden. Für Google ist es profitabel.

Während im Fernsehen Olympia zur Marathonveranstaltung wird, mit dutzenden Medaillen, an deren Träger sich in ein paar Tagen kaum noch jemand entsinnen kann, liefert Google die Begleitklänge an den Schreibtischen der Welt. Die sogenannten "Doodles", also das Logo der Suchmaschine, das häufig wegen eines ungeraden Todestages, eines Welt-Was-Auch-Immer-Tages oder, wie in den letzten Wochen, wegen eines Sportereignisses verändert wird, sind plötzlich lebendig.

Erst war es der Hürdenlauf, dann Basketball, danach Slalom mit Kajak. Nach dem Klick auf den Startknopf im Logo paddelt der Nutzer auf dem Wasser mit Hilfe der Richtungstasten in Richtung Ziel - um dann die Enttäuschung zu erleben: 22,57 Sekunden hat es gedauert. Hat da nicht eben einer "19,70 Sekunden!" durchs Großraumbüro gerufen?

Also nochmal von vorne, diesmal schneller mit den Tasten klackern, zugleich die Steine und das Flussviech meiden. Dann reißt das kleine Männchen vielleicht zu Recht seine Arme mit dem Paddel in die Höhe. Danach kann sich der Spieler Suchresultate zur Disziplin anzeigen lassen - oder das Ergebnis des Spiels beim hauseigenen sozialen Netzwerk Google Plus posten.

Geld verdienen, Geld verlieren

Die ersten Doodles gab es bereits vor mehr als zehn Jahren - als ältesten zeigt die Seite eine Grafik aus dem Jahr 2000, ein Hinweis zu den Präsidentschaftswahlen in den USA. Der Internet-Konzern macht mit den Logos auch ein Geschäft: Im hauseigenen Doodle-Shop kann der Nutzer von Kaffeetassen und T-Shirts über Babystrampler bis hin zum Skateboard Produkte kaufen.

Womit Google Geld verdient, ist für die Weltwirtschaft kostspielig: Als vor zwei Jahren der gefräßige Pac-Man seinen 30. Geburtstag feierte, schaltete die Suchmaschine einen Nachbau des Spiels hinter einen "Insert Coin"-Link. Die Statistik wies danach aus, der gelbe Rundling habe 4,8 Millionen Stunden Arbeitszeit gefressen.

Bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von 25 US-Dollar wäre das ein Schaden von 120,5 Millionen US-Dollar. Und dabei blieben die Nutzer nicht mehr als 36 Sekunden länger auf der Seite. Noch immer ist Googles Pacman-Version spielbar.

Übrigens: Das Doodle bewertet die Zeit bei den Olympia-Disziplinen mit einem Medaillenrang. Und an die erinnert sich der Spieler bestimmt länger als ein paar Tage.

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Quelle: n-tv.de

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